Bündnis 90/Die Grünen

Thematische Artikel im Kreisverband

Anfrage der Kreistagsfraktion 29.07.2026

Hitzeschutz im Landkreis Ansbach

02.08.26 –

Sehr geehrter Herr Landrat,

die Auswirkungen des Klimawandels sind auch im Landkreis Ansbach immer deutlicher spürbar.

Ende Juni hatte wir in der Region eine Hitzewelle mit einer Länge von elf Tagen und

Höchsttemperaturen von über 38 Grad. Eine längere und heißere Hitzewelle hatten wir im

Landkreis noch nie erleben müssen. Gleichzeitig schätzt das Robert Koch-Institut, dass bereits bis

Ende Juni bundesweit rund 5.100 Menschen an den Folgen der Hitze verstorben sind. Eine neue

Hitzewelle steht in den nächsten Tagen bevor.

Hitze gehört mittlerweile zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland.

Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen

sowie Beschäftigte im Freien. Gleichzeitig trägt der Landkreis Verantwortung für Schulen, den

öffentlichen Gesundheitsdienst sowie zahlreiche koordinierende Aufgaben im Bevölkerungsschutz

und kann die kreisangehörigen Kommunen bei der Klimaanpassung unterstützen.

Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Gesundheitliche Auswirkungen

1. Ist der Landkreisverwaltung bekannt, wie viele hitzebedingte Todesfälle oder hitzebedingte

Krankenhausaufenthalte es in den vergangenen Jahren im Landkreis Ansbach gab?

2. Falls hierzu keine Daten vorliegen: Gibt es Überlegungen, künftig gemeinsam mit

Gesundheitsamt, Kliniken oder dem Freistaat Bayern entsprechende Daten zu erfassen?

2. Kommunikation und Schutz vulnerabler Gruppen

3. Welche Maßnahmen zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung wurden während der

vergangenen Hitzeperioden umgesetzt?

4. Wie wurden insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen (z. B. ältere Menschen,

Pflegebedürftige, Menschen mit Vorerkrankungen, Familien mit kleinen Kindern sowie

Obdachlose) gezielt erreicht?

5. Welche Rolle spielen hierbei Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser,

Apotheken oder soziale Einrichtungen?

6. Werden Warnungen des Deutschen Wetterdienstes systematisch genutzt und weitergegeben?

3. Bewertung bisheriger Hitzeschutzmaßnahmen

7. Welche Hitzeschutzmaßnahmen wurden im Landkreis Ansbach bislang umgesetzt?

8. Wie bewertet die Landkreisverwaltung deren Wirksamkeit?

9. In welchen Bereichen sieht die Verwaltung kurzfristigen, mittelfristigen oder langfristigen

Nachsteuerungsbedarf?

4. Hitzeschutz in den Schulen des Landkreises

10. Wie ist der aktuelle Stand des Hitzeschutzes an den Schulen in Trägerschaft des Landkreises?

11. Welche Schulen verfügen bereits über wirksame Maßnahmen wie außenliegenden

Sonnenschutz, Verschattung, Dach- und Fassadenbegrünung, moderne Lüftungstechnik oder

Kühlm.glichkeiten?

12. Wo besteht aus Sicht der Verwaltung Sanierungs- oder Nachrüstungsbedarf?

13. Ist vorgesehen, besonders stark betroffene Unterrichts- oder Fachräume mit geeigneten

Klimatisierungs- oder Lüftungssystemen nachzurüsten?

5. Unterstützung der Städte und Gemeinden

14. Wie unterstützt der Landkreis seine Städte und Gemeinden bei Maßnahmen zur

Klimaanpassung und zum Hitzeschutz?

15. Gibt es Beratungsangebote oder Fördermöglichkeiten für Maßnahmen wie Stadt- und

Ortsbegrünung, Entsiegelung, Baumpflanzungen, Verschattung öffentlicher Plätze,

Schwammstadt - Konzepte, Trinkwasserangebote oder kommunale Hitzeaktionspläne?

16. Sieht die Landkreisverwaltung Potenzial für einen landkreisweiten Maßnahmenkatalog oder

Leitfaden, um Kommunen bei der Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen zu unterstützen?

6. Langfristige Strategie

17. Ist es geplant, dass der Landkreis Ansbach einen Hitzeaktionsplan oder eine übergreifende

Strategie zur Anpassung an zunehmende Hitzeperioden aufstellt?

18. Welche personellen und finanziellen Ressourcen wären hierfür erforderlich?

Begründung

Der Klimawandel verändert zunehmend die Lebensbedingungen auch im Landkreis Ansbach. Die

jüngsten Hitzerekorde mit einer Länge von elf Tagen und Höchsttemperaturen von über 38 Grad

sowie die bevorstehende Hitzewelle verdeutlichen, dass extreme Hitzeereignisse häufiger,

intensiver und länger andauern werden. Neben den gesundheitlichen Belastungen steigt auch der

Handlungsdruck für Kommunen und Landkreise, öffentliche Infrastruktur sowie Einrichtungen an

diese Entwicklungen anzupassen.

Hitze ist mittlerweile eines der größten klimabedingten Gesundheitsrisiken. Nach Schätzungen des

Robert Koch-Instituts sind allein bis Ende Juni dieses Jahres bundesweit bereits rund 5.100

Menschen an den Folgen der Hitze verstorben. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder,

Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Pflegebedürftige.

Der Landkreis Ansbach trägt Verantwortung für Schulen, den öffentlichen Gesundheitsdienst sowie

die Koordination des Bevölkerungsschutzes. Darüber hinaus kann er die kreisangehörigen Städte

und Gemeinden bei Maßnahmen zur Klimaanpassung fachlich begleiten und unterstützen. Neben

kurzfristigen Maßnahmen wie einer wirksamen Kommunikation von Hitzewarnungen, dem Schutz

vulnerabler Gruppen und der Bereitstellung kühler Aufenthaltsorte sind langfristige Investitionen in

klimaresiliente Gebäude, Begrünung, Entsiegelung und kommunale Hitzeaktionspläne erforderlich.

Ziel dieser Anfrage ist es daher, einen Überblick über den aktuellen Stand des Hitzeschutzes im

Landkreis Ansbach zu erhalten, bestehende Handlungsbedarfe zu identifizieren und gemeinsam die

Resilienz des Landkreises gegenüber zunehmenden Hitzeextremen zu stärken.

Für die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen

Sophia Göppel-Kraft

 

Gabi Schaaf und Harald Domscheit

Fraktionsvorsitzende

 

Bei Rückfragen können Sie sich jederzeit an Frau Sophia Göppel-Kraft unter 0171/6582846 oder

per Mail unter info@goeppel-kraft.de wenden.

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