
02.08.26 –
Sehr geehrter Herr Landrat,
die Auswirkungen des Klimawandels sind auch im Landkreis Ansbach immer deutlicher spürbar.
Ende Juni hatte wir in der Region eine Hitzewelle mit einer Länge von elf Tagen und
Höchsttemperaturen von über 38 Grad. Eine längere und heißere Hitzewelle hatten wir im
Landkreis noch nie erleben müssen. Gleichzeitig schätzt das Robert Koch-Institut, dass bereits bis
Ende Juni bundesweit rund 5.100 Menschen an den Folgen der Hitze verstorben sind. Eine neue
Hitzewelle steht in den nächsten Tagen bevor.
Hitze gehört mittlerweile zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland.
Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen
sowie Beschäftigte im Freien. Gleichzeitig trägt der Landkreis Verantwortung für Schulen, den
öffentlichen Gesundheitsdienst sowie zahlreiche koordinierende Aufgaben im Bevölkerungsschutz
und kann die kreisangehörigen Kommunen bei der Klimaanpassung unterstützen.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Gesundheitliche Auswirkungen
1. Ist der Landkreisverwaltung bekannt, wie viele hitzebedingte Todesfälle oder hitzebedingte
Krankenhausaufenthalte es in den vergangenen Jahren im Landkreis Ansbach gab?
2. Falls hierzu keine Daten vorliegen: Gibt es Überlegungen, künftig gemeinsam mit
Gesundheitsamt, Kliniken oder dem Freistaat Bayern entsprechende Daten zu erfassen?
2. Kommunikation und Schutz vulnerabler Gruppen
3. Welche Maßnahmen zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung wurden während der
vergangenen Hitzeperioden umgesetzt?
4. Wie wurden insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen (z. B. ältere Menschen,
Pflegebedürftige, Menschen mit Vorerkrankungen, Familien mit kleinen Kindern sowie
Obdachlose) gezielt erreicht?
5. Welche Rolle spielen hierbei Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser,
Apotheken oder soziale Einrichtungen?
6. Werden Warnungen des Deutschen Wetterdienstes systematisch genutzt und weitergegeben?
3. Bewertung bisheriger Hitzeschutzmaßnahmen
7. Welche Hitzeschutzmaßnahmen wurden im Landkreis Ansbach bislang umgesetzt?
8. Wie bewertet die Landkreisverwaltung deren Wirksamkeit?
9. In welchen Bereichen sieht die Verwaltung kurzfristigen, mittelfristigen oder langfristigen
Nachsteuerungsbedarf?
4. Hitzeschutz in den Schulen des Landkreises
10. Wie ist der aktuelle Stand des Hitzeschutzes an den Schulen in Trägerschaft des Landkreises?
11. Welche Schulen verfügen bereits über wirksame Maßnahmen wie außenliegenden
Sonnenschutz, Verschattung, Dach- und Fassadenbegrünung, moderne Lüftungstechnik oder
Kühlm.glichkeiten?
12. Wo besteht aus Sicht der Verwaltung Sanierungs- oder Nachrüstungsbedarf?
13. Ist vorgesehen, besonders stark betroffene Unterrichts- oder Fachräume mit geeigneten
Klimatisierungs- oder Lüftungssystemen nachzurüsten?
5. Unterstützung der Städte und Gemeinden
14. Wie unterstützt der Landkreis seine Städte und Gemeinden bei Maßnahmen zur
Klimaanpassung und zum Hitzeschutz?
15. Gibt es Beratungsangebote oder Fördermöglichkeiten für Maßnahmen wie Stadt- und
Ortsbegrünung, Entsiegelung, Baumpflanzungen, Verschattung öffentlicher Plätze,
Schwammstadt - Konzepte, Trinkwasserangebote oder kommunale Hitzeaktionspläne?
16. Sieht die Landkreisverwaltung Potenzial für einen landkreisweiten Maßnahmenkatalog oder
Leitfaden, um Kommunen bei der Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen zu unterstützen?
6. Langfristige Strategie
17. Ist es geplant, dass der Landkreis Ansbach einen Hitzeaktionsplan oder eine übergreifende
Strategie zur Anpassung an zunehmende Hitzeperioden aufstellt?
18. Welche personellen und finanziellen Ressourcen wären hierfür erforderlich?
Begründung
Der Klimawandel verändert zunehmend die Lebensbedingungen auch im Landkreis Ansbach. Die
jüngsten Hitzerekorde mit einer Länge von elf Tagen und Höchsttemperaturen von über 38 Grad
sowie die bevorstehende Hitzewelle verdeutlichen, dass extreme Hitzeereignisse häufiger,
intensiver und länger andauern werden. Neben den gesundheitlichen Belastungen steigt auch der
Handlungsdruck für Kommunen und Landkreise, öffentliche Infrastruktur sowie Einrichtungen an
diese Entwicklungen anzupassen.
Hitze ist mittlerweile eines der größten klimabedingten Gesundheitsrisiken. Nach Schätzungen des
Robert Koch-Instituts sind allein bis Ende Juni dieses Jahres bundesweit bereits rund 5.100
Menschen an den Folgen der Hitze verstorben. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder,
Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Pflegebedürftige.
Der Landkreis Ansbach trägt Verantwortung für Schulen, den öffentlichen Gesundheitsdienst sowie
die Koordination des Bevölkerungsschutzes. Darüber hinaus kann er die kreisangehörigen Städte
und Gemeinden bei Maßnahmen zur Klimaanpassung fachlich begleiten und unterstützen. Neben
kurzfristigen Maßnahmen wie einer wirksamen Kommunikation von Hitzewarnungen, dem Schutz
vulnerabler Gruppen und der Bereitstellung kühler Aufenthaltsorte sind langfristige Investitionen in
klimaresiliente Gebäude, Begrünung, Entsiegelung und kommunale Hitzeaktionspläne erforderlich.
Ziel dieser Anfrage ist es daher, einen Überblick über den aktuellen Stand des Hitzeschutzes im
Landkreis Ansbach zu erhalten, bestehende Handlungsbedarfe zu identifizieren und gemeinsam die
Resilienz des Landkreises gegenüber zunehmenden Hitzeextremen zu stärken.
Für die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen
Sophia Göppel-Kraft
Gabi Schaaf und Harald Domscheit
Fraktionsvorsitzende
Bei Rückfragen können Sie sich jederzeit an Frau Sophia Göppel-Kraft unter 0171/6582846 oder
per Mail unter info@goeppel-kraft.de wenden.
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