
08.11.26 –
Begründung
Der fortschreitende Klimawandel und die drastische Zunahme von Extremwetterereignissen mit massiven Hitzewellen dulden keinen weiteren Aufschub mehr. Es ist eine Kernpflicht der kommunalen Daseinsvorsorge, für die Schulen in der Trägerschaft unseres Landkreises eine lernförderliche und gesundheitlich unbedenkliche Umgebung zu garantieren. Ein einfaches Abwarten oder Verweisen auf den Sanierungsstau ist angesichts der gesundheitlichen Belastung von Schülern und Lehrkräften politisch nicht länger verantwortbar. Wir fordern daher die Bereitstellung eines zweckgebundenen Budgets von 2 Millionen Euro, um unverzüglich ein flächendeckendes Paket an Hitzeschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen.
Dieses Budget darf nicht als reine Kreisaufwendung missverstanden werden. Die Verwaltung wird explizit in die Pflicht genommen, die geforderten 2 Millionen Euro als strategischen Hebel zu nutzen, um bestehende staatliche Fördergelder maximal auszuschöpfen und die Eigenmittel des Landkreises drastisch zu minimieren.Für die elementare Verschattung und Optimierung der Gebäudehülle (50 % des Budgets) sind gezielt bauliche Fördertöpfe der Länder anzuzapfen. Speziell für die Installation von außenliegenden Jalousien und hochwirksamen Hitzeschutzfolien an sonnenexponierten Fenstern stehen in vielen Bundesländern länderspezifische Richtlinien zur Klima- und Hitzeanpassung bereit.
Dass hier konkreter Handlungsbedarf besteht, zeigt auch die Antwort der Landkreisverwaltung vom 16. September 2026 auf unsere Anfrage zum Hitzeschutz im Landkreis Ansbach. Zwar verfügen die Schulen in Trägerschaft des Landkreises nach Angaben der Verwaltung bereits über einen grundsätzlich hohen Ausstattungsgrad beim außenliegenden Sonnenschutz. Gleichzeitig werden jedoch konkrete Defizite benannt: So fehlt beispielsweise an Teilen der Realschule Herrieden und des Gymnasiums Windsbach sowie an weiteren Schulstandorten eine außenliegende Verschattung. Eine nennenswerte Fassadenbegrünung besteht bislang nicht. Auch eine aktive Kühlung allgemeiner Unterrichtsräume ist nicht vorhanden.
Die Verwaltung verweist in ihrer Antwort darauf, dass notwendige Verbesserungen bislang überwiegend im Rahmen des regulären Bauunterhalts oder anstehender Sanierungen geprüft werden. Eine systematische Nachrüstung besonders hitzebelasteter Unterrichtsräume ist derzeit nicht vorgesehen.
Aus unserer Sicht reicht dieses Vorgehen angesichts zunehmender Hitzeperioden nicht mehr aus. Statt ausschließlich auf ohnehin anstehende Sanierungen zu warten, braucht es eine gezielte Bestandsaufnahme, klare Prioritäten und ein eigenständiges Investitionsprogramm. Mit dem beantragten Budget von zwei Millionen Euro sollen insbesondere jene Schulstandorte unterstützt werden, an denen kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes erforderlich sind.
Wer jetzt beim Hitzeschutz spart, zahlt später doppelt durch teure Krankheitsausfälle, sanierungsbedingte Folgekosten und den nachträglichen, weitaus teureren Einbau aktiver Kühltechnik. Jedes Zögern geht zu Lasten der Gesundheit unserer Kinder.
Die Verwaltung wird aufgefordert, ein Konzept zu erarbeiten, die Kofinanzierung über diese Programme unverzüglich zu prüfen und erste Maßnahmen vor der nächsten Hitzeperiode umzusetzen.
Für die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/ die Grünen
Gabi Schaaf, Harald Domscheit, Martin Stümpfig
Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TYPO3 und sein Logo sind Marken der TYPO3 Association.