Bündnis 90/Die Grünen

Thematische Artikel im Kreisverband

"Bericht über Energienutzungs- und Wärmeplanung"

Aus der Energieausschusssitzung

29.07.26 –

Windsbach: In der Sitzung waren neben den Ausschussmitgliedern und den Mitarbeitenden der Verwaltung, nur noch ein Zuhörer anwesend. Ein Vertreter der FLZ war nicht vor Ort.

Zunächst wurde das Protokoll der vorhergehenden Sitzung vom 8.5.2024 einstimmig genehmigt.

Im nächsten Tagesordnungspunkt wurden drei Punkte behandelt, die im Energienutzungsplan (ENP) aus dem Jahr 2024 empfohlen wurden:

So wurde in diesem vorgeschlagen, entsprechendes Personal mit der Umsetzung der im ENP vorgeschlagenen Maßnahmen zu betrauen. Geschäftsleiterin Frau Tanja Mayer führte aus, dass dies ein technischer Mitarbeiter der Stadtwerke übernähme.

Weiter wurde im ENP empfohlen, den Weiterbetrieb der bestehenden Anlagen auf dem Bauhof und der Grundschule zu sichern. Bürgermeister Seitz führte aus, dass vor zwanzig Jahren die Dachflächen der Gebäude von Privatpersonen gepachtet wurden, um darauf PV-Anlagen zu errichten. Nachdem die EEG-Förderung mittlerweile ausgelaufen ist, muss geklärt werden, was mit diesen Anlagen weiter geschieht. Hierzu gibt es mehrere Optionen. So könnte die Stadt die Anlagen übernehmen, oder den erzeugten Strom kaufen. Der zweite Bürgermeister Norbert Kleinöder sprach sich klar für einen Stromankauf zu den aktuellen Marktpreisen aus. Der dritte Bürgermeister Norbert Flachenecker regte an mehrere Varianten zu untersuchen. Wobei auch er den Stromankauf, der Übernahme der Anlagen bevorzugen würde. Bürgermeister Matthias Seitz fügte an, dass er mit diesen Vorschlägen das Gespräch mit den Pächtern suchen werde.

Stadtrat Norman Blevins empfahl, dass ein Gesamtkonzept für PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden entwickelt werden soll. Frau Mayer fügte an, dass die Stadt in den letzten Jahren bereits mehrere Anlagen gebaut hat. Die Stadt wisse um ihr Potential.

Stadtrat Martin Schumacher zeigt sich erfreut, dass dies mittlerweile so gesehen werde. Noch vor einigen Jahren war schließlich noch keine Bereitschaft vorhanden die Dachflächen städtischer Gebäude zur Stromerzeugung zu nutzen. Weiter schlug er vor, ob durch ein Stromkreisbilanzmodell die Erzeugung und der Verbrauch bei den städtischen Liegenschaften optimiert werden könne.

Anmerkung der Redaktion: Strombilanzkreismodell - LEKA-MV

Stadtrat Rudolf Trost sprach sich für eigenständige PV-Anlagen mit Speicher aus. Stadtrat Blevins empfahl dagegen mehrere Varianten durchzudenken.

Der dritte Punkt, den die Verwaltung zur Betrachtung vorgestellt hat, war die energetische Situation der Kläranlage. So wurde im ENP empfohlen durch eine weitere Studie die Situation genauer zu betrachten. Frau Mayer erläuterte, warum man dies nicht weiterverfolgt habe. So sei im Rahmen des Umbaus der Kläranlage, bereits dazu eine Machbarkeitsstudie erstellt worden. Weiter konnte der Stromverbrauch durch diverse Maßnahmen bereits signifikant gesenkt werden.

Ein weiterer Punkt war die Erstellung eines Kriterienkatalogs zu Freiflächen-PV-Anlagen.  Auch diese wurde im ENP empfohlen. Frau Mayer verwies auf einen Beschluss des Stadtrates, der derartige Anlagen nur unter hohen Bedingungen zuließ. Sie empfahl keinen Kriterienkatalog zu erstellen.

Stadtrat Martin Schumacher konnte dem aus jetziger Sicht beipflichten. Er verwies auf die schlechten Netzanbindungsmöglichkeiten im Windsbacher Raum. Aufgrund langer Leitungswege sei die Wirtschaftlichkeit oft nicht gegeben. So sei er durchaus einverstanden auf einen Kriterienkatalog, der die Rahmenbedingungen zur Errichtung derartiger Anlagen vorgegeben würde, zu verzichten.

Ein grüner Kommentar:

Im Jahr 2021 hatte  die  grüne Stadtratsfraktion die  Erstellung eines Kriterienkatologes beantragt. Der Antrag wurde damals mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Unter den damaligen Bedingungen hätte sich möglicherweise eine Wirtschaftlichkeit von Freiflächenanlagen darstellen lassen. Im ENP  aus dem Jahr 2024 wurden dann mehrere Szenarien betrachtet. Das Szenario mit dem Zubau von 2% der landwirtschaftlichen Flächen hatte nach damaligen Berechnungen eine Flächenbedarf von 68ha.  Zum Vergleich im  Jahr 2024 wurde auf 10% der bayerischen, landwirtschaftlich genutzten Flächen Biogassubstrat angebaut.  Aus der Sicht der grünen Stadtratsfraktion erübrigt sich jetzt die Erstellung eines Kriterienkatalogs. Der Netzausbau durch die Stromnetzbetreiber hinke dem Bedarf leider hinterher. So macht es aus unserer Sicht mehr Sinn sich auf die Belegung der Dächer unserer Gebäude zu konzentrieren. Aber auch hier ist es nicht gesichert eine Netzzusage zu erhalten.

 

Weiter empfahl Stadtrat Schumacher einen weiteren Punkt aus dem Maßnahmenkatalog des ENP aufzugreifen. Nämlich den der Energieberatung für Windsbacher Bürger. Er verwies darauf, dass die Stadt Heilsbronn eine kostenlose Energieberatung durch den Verbund mit dem VerbraucherService Bayern e.V. anböte. Er bat zu prüfen, ob dies in Windsbach auch möglich sei.

Im Anschluss gab Geschäftsleiterin Frau Mayer einen Bericht über den Kick-Off-Termin zur kommunalen Wärmeplanung ab. So sei die Wärmeplanung ähnlich zu sehen, wie ein Flächennutzungsplan. Sie zeige auf was möglich wäre, ohne zu prüfen, was in der Praxis wirklich umsetzbar sei. Weiter stellte sie klar, dass die Wärmeplanung keine Detailuntersuchung sei, die eine Wärmenetzplanung darstelle. Aus der Wärmeplanung gehen für die Stadt auch keinerlei Verpflichtungen bezüglich der Erstellung von Wärmenetzen hervor. Derzeit muss der mit der Erstellung der Wärmeplanung beauftragte Dienstleister noch zahlreiche Daten in die WP einarbeiten.

Stadtrat Schumacher erinnerte daran, dass derzeit in Deutschland über zwei Drittel der Heizungen mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz sehe vor, dass jetzt zwar wieder neue Öl- und Gasheizungen eingebaut werden dürfen. Bei deren Betrieb muss der Brennstoff allerdings einen steigenden Anteil an Bioöl und Biogas enthalten. Dies mache diese Heizarten zu einer wirtschaftlich nicht zu kalkulierenden Variante.

Der dritte Bürgermeister Norbert Flachenecker stellte fest, dass er im Stadtrat keine grundsätzliche Abneigung gegen Wärmenetze verspüre. Zu den von Herrn Schumacher angesprochenen Unsicherheiten erwähnte er, dass nach seiner Ansicht vor allem steigende Netzentgelte und CO²- Preise zur Verteuerung betragen werden. „Heizen wird teurer, egal was wir nutzen“, so seine Aussage. Er sehe für ein Wärmenetz in der Innenstadt derzeit keinen Betreiber.

Bürgermeister Seitz stellte klar, dass die Stadt kein Nahwärmenetz bauen und betreiben werde. Es gebe in Windsbach gute Wärmenetze, die sich privat organisieren. Dem pflichtete der zweite Bürgermeister Norbert Kleinöder bei.

Stadtrat Schumacher argumentierte, dass er die Meinung teile, dass die Stadt kein Nahwärmenetzbetreiber werden müsse. Nach seiner Ansicht sei es, aber die Aufgabe der Stadt eine Machbarkeitsstudie zu einem Wärmenetz in Innenstadt zu beauftragen. Genau dies stehe im Übrigen im Maßnahmenkatalog des ENP.

Stadtrat Norman Blevins sah die Sache pragmatisch. Er wünsche sich eine Vorgehensweise, die verschiedene Optionen aufzeige.

Der Stadtrat nahm von den Informationen der Verwaltung Kenntnis. Weitergehende Beschlüsse wurden nicht gefasst.

Danach schloss Bürgermeister Seitz die öffentliche Sitzung.

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