Bündnis 90/Die Grünen

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Opfenried, Demeter-Hof Meyer

18.02.26 –

Pressemitteilung
Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Ansbach
 
Besuch von Landratskandidatin Sophia Göppel-Kraft mit Grünen Kreistagskandidierenden auf Demeter-Hof Meyer: Bio boomt – und der Landkreis Ansbach soll Anschluss nicht verlieren!

Opfenried/Röckingen, 18. Februar 2026 – Die Landratskandidatin der Grünen im Landkreis Ansbach, Sophia Göppel-Kraft, besuchte gemeinsam mit Kreisrat Andy Zeller (Bio-Landwirt), Kreisrätin Birgit Meyer sowie weiteren Kreistagskandidierenden und Interessierten den Demeter-Hof Meyer in Opfenried/Röckingen. Die Führung über den Hof übernahmen Siegfried Meyer und seine Tochter Luisa Meyer.

Einblick in ökologische Landwirtschaft vor Ort

Im Rahmen des Besuchs konnten die Gäste die Ställe und das Weideland des Fleckvieh-Milchbetriebs besichtigen und sich ein Bild von der Weidehaltung machen. Zudem fand eine Verkostung der neuesten Demeter-Milchprodukte statt. Der Austausch vor Ort machte deutlich, wie viel Engagement und Know-how im Betrieb stecken und wie wichtig funktionierende regionale Strukturen für Vermarktung und Verarbeitung sind.

Bio boomt – regionale Strukturen fehlen

Der Bio-Markt wächst stark: Laut Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland 2025 um 6,7 Prozent auf 18,23 Milliarden Euro. Gleichzeitig wächst die Ökolandbau-Fläche nur langsam – plus 1,1 Prozent – und kann die steigende Nachfrage nicht ausreichend bedienen.

Die Folge: Handel und Verarbeitung greifen zunehmend auf Importware zurück. Selbst bei gängigen Produkten reichen deutsche Mengen nicht aus (Rund 40 Prozent der Bio-Möhren und 25 Prozent der Bio-Zwiebeln wurden 2024 importiert.) Dabei ist Bio ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Besonders stark wächst Bio im Lebensmittel-E-Commerce (Bio-Anteil rund 20 Prozent) – und gerade bei der jungen Generation ist Bio fest verankert. (Quelle: www.boelw.de/themen/pflanze/gesundheit/artikel/gruene-woche-bio-boomt-politik-muss-von-der-bremse/)

„Wir müssen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit Bio aus der Region für die Region entsteht – vom Acker bis auf den Teller“, betont Kreisrat und Biolandwirt Andy Zeller von den Grünen.

Öko-Modellregion für den Landkreis Ansbach

Sophia Göppel-Kraft und die Anwesenden Grünen Kreisräte Birgit Meyer und Andy Zeller sehen eine große Chance in der Einrichtung einer staatlich anerkannten Öko-Modellregion für den Landkreis Ansbach. Eine solche Modellregion kann gezielt Fördermittel in den Landkreis holen, Vernetzung zwischen Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung aufbauen und mit einer Koordinationsstelle („Kümmerer“) neue Projekte anstoßen – etwa für regionale Verarbeitungsstrukturen, in der Direktvermarktung oder der Gemeinschaftsverpflegung. Synergieeffekte würden sich auch durch die Nutzung bereits bestehender Strukturen wie z.B. dem Nahversorgernetzwerk oder dem Fairen Landkreis ergeben. Die Steuerungsgruppe des Fairen Landkreis Ansbach setzt nicht nur für faire Preise und Löhne weltweit, sondern auch für gute Rahmenbedingungen der heimischen Landwirtschaft ein. Eine nachhaltige Beschaffung der öffentlichen Hand könnte den Absatzmarkt vor Ort für faire, biologisch angebaute und regionale Produkte steigern.

Im Gespräch mit der Tochter Luisa Meyer wurde deutlich, vor welchen Entscheidungen die nächste Generation steht: Die Frage der Hofübernahme ist eng verbunden mit der Perspektive, ob regionale Strukturen sowie sichere Vermarktungswege mit einer verlässlichen Abnahme vorhanden sind. Derzeit fehlen im Landkreis Ansbach vielerorts diese Voraussetzungen. Eine Öko-Modellregion könnte hier gezielt ansetzen und jungen Menschen Zukunftsperspektiven in der Landwirtschaft eröffnen.

BioRegio-Ziel in Bayern: Landkreis Ansbach hinkt hinterher

Die Bayerische Staatsregierung verfolgt mit der BioRegio-Strategie 2030 das Ziel, den Ökolandbau im Freistaat deutlich auszubauen. Aktuell liegt der Bio-Anteil in Bayern bei rund 14 Prozent – der Landkreis Ansbach liegt mit nur etwa 7 Prozent ökologisch bewirtschafteter Fläche deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt und ist damit noch deutlich weiter von der Zielmarke entfernt. „Gerade deshalb brauchen wir jetzt gezielte Impulse im Landkreis, um den Rückstand aufzuholen und regionale Wertschöpfung aufzubauen“, so Kreisrätin Birgit Meyer.

Im Dienstgebiet des AELF Ansbach bewirtschaften 158 Betriebe rund 7.500 Hektar nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Dies sind 5,4 Prozent der Betriebe mit 6,5 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen und somit weniger als der bayerische Durchschnitt. (Quelle: AELF Ansbach: aelf-an.bayern.de/amt/283787/index.php)

Stärkung der gesamten Landwirtschaft – kein Gegeneinander

Eine Öko-Modellregion ist kein Gegeneinander von Bio und konventionell. Denn es geht um die Stärkung regionaler Strukturen und Vermarktungswege, die unabhängig von einer Bio-Zertifizierung notwendig sind, um Wertschöpfung in der Region zu generieren und Kapital zu binden. Im Gegenteil: Regionale Verarbeitungsstrukturen, etwa eine Molkerei, könnten sowohl Bio- als auch konventionelle Produkte verarbeiten. Davon profitieren alle Betriebe durch kurze Wege, regionale Wertschöpfung und fairere Preise. Es geht um die Stärkung der gesamten Landwirtschaft.

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