Bündnis 90/Die Grünen

Thematische Artikel im Kreisverband

ANregiomed - Unsere Position

Gesundheitsversorgung ist uns viel wert! Versorgungsstrukturen nicht leichtfertig abbauen

03.02.26 –

Gesundheitsversorgung im Wandel: Die Zukunft unserer Krankenhäuser

Die Gesundheitsversorgung in unserer Region steht vor großen Herausforderungen. Der medizinische Fortschritt ermöglicht heute immer mehr ambulante Behandlungen, die Verweildauer im Krankenhaus sinkt, und dennoch müssen wir eine zuverlässige Notfallversorgung sicherstellen. Diese Entwicklung stellt besonders unseren Klinikverbund ANregiomed mit seinen drei Standorten in Ansbach, Dinkelsbühl und Rothenburg vor existenzielle Herausforderungen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bundesweit sinkt die Zahl der Patient*innen, die stationäre Leistungen in Anspruch nehmen. Des Weiteren wird die Personalnot in den Kliniken immer größer. Viele Mitarbeitende verlassen das Gesundheitswesen auf Grund schlechter Arbeitsbedingungen und hoher Arbeitsbelastung. Dies hat weitreichende Folgen! Zu wenig Personal führt dazu, dass weniger Patient*innen in unsere Häuser aufgenommen werden dürfen, da gesetzliche Mindestvorgaben nicht eingehalten werden. Dies führt zu leerstehenden Betten, geringeren Einnahmen und letztendlich zu finanziellen Defiziten in unseren Kliniken des Klinikverbunds ANregiomed.

Strukturwandel mit Augenmaß gestalten

Wir GRÜNE stellen uns den zentralen Fragen: Wie viele Krankenhausbetten benötigt unsere Region mit rund 240.000 Einwohner*innen wirklich? Welche Versorgungs-angebote müssen wohnortnah verfügbar sein? Und vor allem: Wie weit darf eine Notaufnahme entfernt sein, ohne Menschenleben zu gefährden?

Der medizinische Fortschritt ist zu begrüßen. Dass Patient*innen nach Operationen schneller nach Hause können und mehr Eingriffe ambulant durchgeführt werden, bedeutet für viele eine Verbesserung. Doch dieser Wandel muss so gestaltet werden, dass die Versorgungssicherheit nicht leidet.

Verantwortung klar regeln

Eine entscheidende Frage bleibt: Wer trägt eigentlich die Verantwortung für die Gesundheitsversorgung? Nach dem Gesetz liegt die Krankenhausplanung in der Zuständigkeit des Freistaats Bayern. Dennoch werden Kommunen immer wieder in die Pflicht genommen, finanzielle Defizite, die durch die Vorhaltung von Ärzten und Krankenhausbetten entstehen, auszugleichen. Eigentlich sollten Vorhaltekosten durch die Krankenkassen gedeckt werden.

Wir Grünen fordern schon lange eine klare Aufgabenteilung und Finanzierungs-verantwortung. Die bayerische Staatsregierung muss ihrer Verantwortung für die Krankenhausplanung gerecht werden und darf die finanziellen Lasten nicht einfach auf die Kommunen abwälzen. Vor allem bei den Bau- und Sanierungskosten erwarten wir als GRÜNE, dass der Freistaat seiner Verantwortung voll und ganz nachkommt und seinen Anteil der Finanzierung erheblich steigert und dadurch die beiden Träger erheblich entlastet.

Auch bei den Krankenhausleistungen erwarten wir zukünftig eine erhebliche Steigerung des Landesbasisfallwertes. Hier sind die Krankenkassen in der Verantwortung.

Unser Konzept für eine sichere Gesundheitsversorgung

Wir Grünen setzen uns  entschieden für den Erhalt aller drei Klinikstandorte ein. Durch hartnäckiges Verhandeln im Verwaltungsrat haben wir Grünen mit dazu beigetragen, dass an allen Standorten die Notfallversorgung weiterhin sichergestellt werden kann.

Weiterhin befürworten wir eine sinnvolle Spezialisierung der Standorte, um Kompetenzen zu bündeln und die Qualität zu sichern. Der Strukturwandel im Gesundheitswesen ist nicht aufzuhalten, aber wir können und müssen ihn aktiv mitgestalten – im Interesse der Patient*innen in unserer Region.

Die kommende Krankenhausreform auf Bundesebene bietet die Chance, die Finanzierung auf eine nachhaltigere Basis zu stellen. Als Grüne setzen wir uns dafür ein, dass dabei die besonderen Bedürfnisse ländlicher Regionen berücksichtigt werden und eine wohnortnahe Grundversorgung gesichert bleibt.

Den im September 2025 gefundenen Kompromiss im Verwaltungsrat haben wir tatkräftig unterstützt, sind uns aber bewusst, dass weitere Anpassungen der Strukturen auf uns zukommen können. Aus unserer Sicht gilt für uns, dass bestehende Versorgungsstrukturen nicht leichtfertig abgebaut werden. Leider bedeutet dies, eventuell entstehende Defizite übernehmen zu müssen. Doch hier sind die Grenzen der Belastbarkeit der Träger absehbar.

Ein Schlüssel für die Sicherstellung von Versorgungsstrukturen ist die Attraktivität als Arbeitgeber und der gute Umgang mit dem Personal. Hier kommt dem Klinikvorstand, dem Führungsteam der kaufmännischen, ärztlichen Direktor*innen sowie den Pflegedirektor*innen und den Chefärzt*innen eine besondere Rolle zu. Es muss das Ziel sein, eine „Wir schaffen das gemeinsam als Team“ Unternehmenskultur zu leben. Über alle Standorte hinweg.

Auch die Bevölkerung hat eine Verantwortung für unsere Versorgungsstrukturen an den drei Häusern. Es ist verständlich, für sich selbst immer das beste Gesundheitsangebot auszuwählen. Auch wenn es das Recht der freien Arztwahl gibt und jeder das Recht hat,  sich dort behandeln zu lassen, wo er es für richtig hält, sollte man, wenn möglich, die Gesundheitsangebote an unseren Krankenhäusern vergleichbaren Angeboten an anderen Orten vorziehen. Denn Angebote in unseren Kliniken können nur vorgehalten werden, wenn genügend Patient*innen diese nachfragen. Dies gilt für stationäre, aber auch ambulante Angebote, unseren drei MVZs, den Medizinischen Versorgungs-Zentren.

Das Positionspapier als PDF

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