
07.04.26 –
Der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschulkinder wurde 2021 von Bundestag und Bundesrat beschlossen, umgesetzt werden soll er ab dem Schuljahr 2026/27. Leider ist die Stadt Ansbach fast noch nicht vorangekommen. Das hat für Kinder und ihre Eltern große Auswirkungen, denn natürlich wollen sie, dass sich die Kinder wohlfühlen und gut auf ihre Zukunft vorbereitet werden.
Auf dem Stadtgebiet Ansbach gibt es 8 Schulen, die "Startchancen-Schule" sind, d. h. es gibt dort viele Kinder, die nicht so privilegiert sind. Das ist ein Auftrag für die Stadt Ansbach, sich besonders gut um die Bildung dieser Kinder zu kümmern. Das würde sich in vielerlei Hinsicht positiv auswirken:
Die Kommune könnte die Fördermittel des Ganztages und der Startchancen-Schulen nutzen und die Schulen für die Kinder pädagogisch und baulich voranbringen. Jugendliche, die für sich eine Perspektive in ihrem Leben sehen, engagieren sich für die eigene Zukunft und einen Beruf. Sie werden weniger leicht straffällig. Menschen mit guter Bildung erhalten in der Regel bessere Jobs und geben diese Investition vielfach zurück.
Im letzten Schul- und Kulturausschuss hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen erneut nach dem Fortschritt des Ganztags gefragt.
Dadurch wurde endlich ein kleiner Bericht zum Fortschritt des Ganztags in der Weinberg- und Karolinenschule und zu den aktuellen Unstimmigkeiten in der Güllschule gegeben. Über die Luitpoldschule wurde leider nicht berichtet.
Bei der Weinbergschule blieb unklar, ob der vorhandene Hort beim Konzept berücksichtigt wurde. Baumaßnahmen sind noch nicht begonnen.
Für die Karolinenschule wurde ein Konzept vorgestellt, das die Bedürfnisse der Kinder außer acht lässt und nicht gelingen kann. Gerade in dieser Schule, einer Startchancen-Schule, fehlt Raum zum Spielen und Bewegen. Hausaufgaben, die eigentlich an Schultischen gemacht werden könnten, sollten im Angletsaal an Tischen gemacht werden, die auch für die Stadtratssitzungen verwendet werden. (Müssen die Erstklässler an den großen Tischen oder die Räte an den Erstklasstischen arbeiten)? Es ist nicht verständlich, dass Kinder, die Hausaufgaben machen und Unterstützung und Ruhe dafür brauchen, im gleichen Raum sein sollen wie Kinder, die damit fertig sind und spielen wollen. Den Kindern ihre Chancen auf Bildung zu ermöglichen, bedeutet gerade sie individuell zu unterstützen – am Vormittag, aber auch bei den Hausaufgaben. An Startchancen-Schulen können viele Eltern den Kindern diese wichtige Unterstützung nicht geben.
In der Güllschule gab es bis jetzt den einzigen gebundenen Ganztag der Stadt. Viele Eltern haben ihre Kinder gerne dort angemeldet, da Kinder den ganzen Tag in ihrer eigenen Lerngruppe bleiben. Sie waren dort pädagogisch gut aufgehoben, die Gruppe war überschaubar und bot den Kindern eine klare Struktur. Für manche Kinder war dieses Modell sehr wichtig. Nun wird dieses gut laufende Konzept von einem auf den anderen Tag abgeschafft und auch der Stadtrat lediglich davon in Kenntnis gesetzt. Die Eltern sind vor den Kopf gestoßen.
Das Schulamt der Stadt Ansbach teilte mit, dass in den anderen Schulen das Konzept der Mittagsbetreuung erstmal bestehen bleibe. Ursprünglich war dieses Konzept nicht für den Ganztag vorgesehen, da der pädagogische Anspruch zu gering war. Man hatte sich vorgenommen, Kindern am Nachmittag mit dem Ganztagskonzept gute Bildungsmöglichkeiten zu bieten.
Mittlerweile scheint in Bayern auch die Mittagsbetreuung bis 16 Uhr grundsätzlich zur Erfüllung des Ganztagsanspruchs zu reichen: weniger Personal, weniger oder gar keine Qualifizierung und schlechtere Ausstattung. Eine Hausaufgabenbetreuung muss in der einfachen Mittagsbetreuung nicht angeboten werden. Auch die verlängerte Mittagsbetreuung ist allenfalls ein Schmalspurprogramm.
Die Frage ist, wie wir in Ansbach damit umgehen. Wollen wir Kinder gut unterstützen und ihnen Zukunft mit Bildung bieten, was Ansbachs Zukunft positiv prägt? Es scheint, als hätten gerade Kinder in vielen Grundschulen keine Lobby. Wir sehen es als großes Versäumnis an, den Kindern keine Chance auf gute Bildung für ihre Zukunft zu bieten, obwohl der Ganztagsanspruch seit 2021 bekannt ist und entsprechende Fördermittel vorhanden wären.
Wir freuen uns, dass wir endlich nicht mehr alleine für die Kinder und die Familien in Ansbach sprechen, sondern dass auch die Eltern für Ansbach (EfA) und der DGB in der Presse vertreten waren.
Setzen Sie sich mit uns dafür ein, dass Kinder und Familien in Ansbach eine unüberhörbare Stimme haben und wir die von Bund und Land bereitgestellten Gelder für sie nutzen.
Meike Erbguth-Feldner,
Stadträtin und Fraktionssprecherin
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