Informationsbesuch beim BN -
Claudia Stamm informierte sich beim Bund Naturschutz
(Ansbach, 21.12.2011)
Über die Situation des Naturschutzes im Landkreis informierte sich die Landratskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen,
MdL Claudia Stamm zusammen mit ihrer Ansbacher Kollegin Renate Ackermann beim Bund Naturschutz.
Im Mittelpunkt standen dabei Arten- und Biotopschutz, Waldbau, Energie, Verkehr und regionale Wirtschaftsentwicklung.
Bei der Energiepolitik stellte Kreisvorsitzender Bernd Horbaschek als wichtigsten Schritt das Einsparen von Energie
heraus. Nur bei einem deutlich reduzierten Energieverbrauch könne die Wende hin zur Versorgung mit 100 % „Regenerativen“
gelingen. Deshalb haben Gebäudesanierungen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich bis hin zum Passivhausstandard
erste Priorität. Mit etwa 70 % regenerativ erzeugtem Strom liege der Landkreis schon sehr gut. Man dürfe aber auch bei 100 %
nicht stehen bleiben, weil das Land zu einem hohen Anteil auch die Ballungsräume mitversorgen müsse. Kritisch fügte er an,
dass für diese erfreuliche Zahl zu einem beträchtlichen Anteil die fast 180 Biogasanlagen im Landkreis verantwortlich sind.
Durch ständigen Energie-Input, Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion, geringe Reststoffnutzung, schlechten
Wirkungsgrad, meist völlig unzureichende Wärmenutzung etc. sei deren Ökobilanz im Vergleich zu anderen „Regenerativen“ schlecht.
Bei Biogas habe man im Landkreis das Ende der Fahnenstange schon überschritten.
Dagegen herrsche bei der deutlich effizienteren Windkraft großer Nachholbedarf, auch wenn sich in den letzten Monaten einiges
bewegt hat. Claudia Stamm sprach sich für eine deutliche Steigerung des Windstromanteils in Form von Bürger-Windkraftanlagen aus
und kann sich dabei auch eine aktivere Rolle des Landkreises vorstellen: „Die Bürger müssen mit ins Boot, die Wertschöpfung der
Energieerzeugung soll weitestgehend die Region stärken und sie ein Stück unabhängiger machen.“
Kreisgeschäftsführer Helmut Altreuther informierte über die schlechte Situation bei der hoheitlichen Unterschutzstellung von Flächen:
Im Landkreis seien weniger als 0,3 % der Flächen als „Naturschutzgebiet“ oder „Landschaftsbestandteil“ behördlich geschützt, bayernweit
seien es 3 %.
Dagegen stehe der Landkreis dank engagierter Arbeit der zuständigen Mitarbeiter im Landratsamt beim Vertragsnaturschutz mit etwa
3.500 Hektar Vertragsfläche in Bayern an der Spitze. Dabei erhalten Landwirte für freiwillige Vertragsabschlüsse Prämien für extensive
Bewirtschaftung ökologisch wertvoller Flächen. Dies sei allerdings gefährdet, weil derzeit für Neuabschlüsse aufgrund der zu geringen
Mittelbereitstellung der Staatsregierung kein Geld da sei. Auch müssten die Prämien höher sein, um für einen Landwirt gegenüber
Intensivbewirtschaftung eine attraktive Alternative zu sein. „Ich finde es sehr schön, dass beim Vertragsnaturschutz so viel
passiert ist und ich sehe dies als positives Beispiel dafür, dass der Landkreis im gesamten Naturschutz mehr erreichen kann und
ich werde mich dafür einsetzen, dass der Landkreis in Zukunft eine aktivere Rolle spielen wird“, so Claudia Stamm.
Einigkeit herrschte auch bei der Frage nach der Aktivierung der Bahnlinie Dombühl-Nördlingen.
Claudia Stamm: „Für mich liegt in der reaktivierten Bahnlinie viel Potential für die Region, nicht nur bei der Verbesserung des
öffentlichen Personennahverkehrs und der erheblichen Verkürzung von Fahrzeiten, sondern auch Perspektiven, dass mehr Güter auf den
Gleisen statt über die Straßen laufen könnten.“ Eine Vielzahl positiver Impulse sind zu erwarten, die sich in Verbindung mit
dem bevorstehenden Stundentakt in Dombühl verstärken: Der Tourismus wird profitieren, da die Erreichbarkeit eines Ortes mit dem Zug für
viele Menschen (z. B. Kulturtourismus Dinkelsbühl/Feuchtwangen, Rad- und Wandertouristen, Senioren) ein entscheidendes Kriterium
bei der Wahl des Zieles sei. Profitieren werden auch viele Berufspendler einschließlich Azubis, wo für viele ein zuverlässiger
Schienen-Stundentakt ein Grund sein kann, vom PKW auf den Zug umzusteigen. Und nicht zuletzt erwartet der BN auch, dass unter
solchen Voraussetzungen viele Produktionsbetriebe dem ermutigenden Beispiel einiger namhafter Betriebe folgen und einen Teil ihres
Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene verlagern. Damit werde der Landkreis auch rasch aus seiner mittelfränkischen
Schlusslichtrolle beim derzeitigen Anteil des öffentlichen Personen-Nahverkehrs von lediglich 3 % herauskommen.
Helmut Altreuther
(Geschäftsführer des Bund Naturschutzes Kreisgruppe Ansbach)
Claudia Stamm (Landratskandidatin, MdL)
 Bild: Bernd Horbaschek, Helmut Altreuther, Renate Ackermann, Claudia Stamm (von links nach rechts)
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