Grüne in Rothenburg

Unsere Vision von Rothenburg im Jahr 2020

Stadtentwicklung: Wo stehen wir, wo wollen wir 2020 stehen? ·

Rothenburg ob der Tauber erlebte von den 80er Jahren bis zum Jahr 2000 einen rauschenden Massentourismus mit sprudelnden Einnahmen. Der Besuch der Stadt gehörte zum Pflichtprogramm auf dem Trip: "Europa in 3 Tagen". Ganze Stadtviertel wurden zu Fremdenzimmern umgebaut. (Beispiel: Victoria-Kino) Leider wurde teilweise die Qualität im Fremdenverkehr nicht im erforderlichen Maß weiterentwickelt. Masse statt Klasse! · Als nach den furchtbaren Anschlägen vom 11. September 2001 plötzlich viele Besucher ausblieben, mussten wir feststellen, dass wir uns wohl zu stark auf die Gäste aus Übersee konzentriert hatten. Die Europäer nahmen uns bis dahin nur als vom Massentourismus überlaufene Stadt wahr und zeigten nur vereinzelt Interesse an einem Besuch und so kam es zu einem gravierenden Rückgang der Besucherzahlen. ·

Das wenig attraktive Gewerbegebiet am Igelsbach wurde fast ausschließlich als Ausweichfläche für Betriebe aus dem Stadtzentrum genutzt. Außer Firma Lechner siedelten sich kaum neue Betriebe an, d.h. es entstanden kaum neue Arbeitsplätze und etliche Rothenburger suchten sich deshalb einen neuen Lebensmittelpunkt, was wiederum Abwanderung von Einwohnern zur Folge hatte. ·

Der Einbruch bei den Übernachtungszahlen und im Einzelhandel, sowie die rückläufige Einwohnerzahl lösten nun einen Stadtentwicklungsprozess aus, den andere Städte längst in Gang gesetzt hatten. Die eilig ins Leben gerufenen Arbeitskreise waren fleißig und brachten viele neue Ideen. · Wir ließen Gutachten zum aktuellen Zustand der Stadt anfertigen und solche für mögliche Weiterentwicklungen. Dann kam der Prozess langsam ins Stocken: Zur Umsetzung der Ideen wurde nämlich Geld benötigt und das war ja nicht mehr da. Außerdem bemerkten einige Interessengruppen, dass nicht alle Vorschläge zu ihren Gunsten ausfielen. · In dieser Starre fiel Rothenburg im Wettbewerb der Städte weiter zurück und erst in den letzten Jahren wird die Stadtentwicklung wieder konsequenter vorangetrieben. Wie stellen wir uns Rothenburg im Jahr 2020 vor?

Dem städtischen Wirtschaftsförderer ist es gelungen, im neuen Gewerbegebiet entlang der Ansbacher Straße einige interessante Dienstleistungsunternehmen anzusiedeln. Die Grundstücke am Philosophenweg waren schnell verkauft und mit energiesparender Architektur bebaut. Der Katzenbuckel steht vor der abschließenden Gestaltung der öffentlichen Räume. Im alten Heckenacker ist der Generationswechsel weiter vorangeschritten, was auch in Form von energiesparenden Sanierungen an den alten Siedlungshäusern sichtbar wird. In der Altstadt konnten einige brachliegenden Grundstücke einer altstadtgerechten Bebauung zugeführt werden. Durch konsequente Fortbildung hat sich der Einzelhandel in die Lage versetzt, sein Angebot und dessen Präsentation erheblich zu verbessern und der flächendeckend eingeführte verkehrsberuhigte Bereich hat wesentlich zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Altstadt beigetragen, so dass endlich auch die Einwohner aus dem Umland zum Einkaufen und Verweilen nach Rothenburg kommen.

Der regelmäßig verkehrende kleine Stadtbus sorgt für bequemes Pendeln zwischen Altstadt und Neustadt. Für den Antrieb werden selbstverständlich regenerative Energien eingesetzt. Die Kreisverkehre am Finanzamt und vor der ARAL-Tankstelle ermöglichen einen reibungslosen Verkehrsfluss außerhalb der Altstadt. Die Bahn hat ihre Fahrzeiten ausgedehnt, so dass man auch als Besucher aus Ansbach, Würzburg oder Nürnberg abends noch nach Hause kommt. Außergewöhnliche Gästeführungen z.B. zum Thema: "Fenster und Türen aus verschiedenen Jahrhunderten" oder "Fische in der Stadt" und Ausflüge in das nähere und weitere Umland, wie z.B. nach Weikersheim, laden zur Verlängerung des Aufenthalts in Rothenburg ein. Die Museen locken mit aufeinander abgestimmten Aktionen. Durch ausgefeilte Beleuchtungskonzepte wird Rothenburg bei Nacht zum Erlebnis. An die abends hochgeklappten Gehsteige um die Jahrtausendwende mag sich niemand mehr erinnern. Die mit dem Bus anreisenden Übernachtungsgäste werden von den Bushaltestellen im Norden und Süden der Altstadt von freundlichen Gästeführern zu ihrem Hotel geführt. Auf dem Weg werden ihnen die Highlights der Altstadt schmackhaft gemacht, während das Gepäck auf von Pferden gezogenen Planwagen zum Hotel transportiert wird. Rothenburg konnte sich als Festspiel- und Theaterstadt einen Namen machen. Die historischen Vereine haben sich arrangiert und bereichern ihre Programme durch auswärtige Gruppen.

Das Kongresshotel vor dem Klingentor steht kurz vor dem Baubeginn. Auch die Gastronomie hat jetzt erkannt, dass ein hochklassiges Tagungshotel eine Bereicherung für die Stadt und keine Konkurrenz zu den bestehenden Betrieben darstellt. Einige Betriebe denken bereits über Konzepte nach, um die Tagungsgäste nachts zu verwöhnen. Die durchschnittliche Verweildauer unserer Übernachtungsgäste hat die 2,0 Nächte längst überschritten. Tendenz: steigend!

Im ehemaligen Schlachthof entwickelte sich neben verschiedenen sozialen Einrichtungen ein Jugendkulturzentrum, das weit über die Stadt hinaus ausstrahlt. In neu geschaffenen Musikübungsräumen probt der Szene- Nachwuchs für seine zahlreichen Auftritte. Ein neues Kino mit mehreren Sälen und modernster Satellitentechnik am Rande des Stadtzentrums lockt jeden Abend viele Besucher aus Rothenburg und Umgebung.

Zu den modernisierten Sportstätten hat sich die neue Mehrzweckhalle gesellt, in der auch schon einige Großveranstaltungen abgehalten wurden. Die naturnah gestalteten Kinderspielplätze sind thematisch angelegt und fördern die Kreativität der Kinder. Das Alten- und Pflegeheim in der Altstadt ist gut belegt. Im Spitalhof wurde ein Senioren-Aktivplatz mit Boule Spielfeld und einem Kinderspielplatz kombiniert. Die Kommunikation unter den Generationen kam schnell in Gang.

Teile der Stadtverwaltung sind in das Spitalgebäude umgezogen, wo auch ein ansprechendes Bürgerbüro untergebracht ist. Der Klinikverbund des Landkreises sorgt für ideale Ergänzung statt vernichtender Konkurrenz im Versorgungsangebot der Krankenhäuser. Unter der Federführung der Städtischen Werke wurde ein zukunftsweisendes Energieversorgungskonzept für die Altstadt und darüber hinaus erstellt: Weil die energetische Sanierung der Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, nur bedingt möglich ist, soll die Altstadt über Nah- und Fernwärmenetze von energieeffizienten Heizkraftwerken entlang der Stadtmauer versorgt werden. Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des Hackschnitzel-Heizwerks und des Nahwärmenetzes für das Spitalviertel ist die weitere Umsetzung des Energieversorgungskonzeptes in vollem Gange. Das Biomasse-Heizkraftwerk in Leuzenbronn verarbeitet die Gülle der landwirtschaftlichen Betriebe und die Grünabfälle aus der Stadt in Strom und Wärme und versorgt damit das gesamte Dorf. Die meisten Dächer der öffentlichen Gebäude außerhalb der Altstadt sind mit Photvoltaik-Anlagen bestückt. Sie wurden vornehmlich Altstadtbewohnern angeboten, die auf ihrem Grundstück keine Möglichkeit der Installation hatten.

Der kommunale Fuhrpark ist natürlich längst auf Erdgasbetrieb umgestellt. Schlussbemerkung: Wenn wir es in Rothenburg ob der Tauber endlich einmal schaffen, nicht nur die persönlichen Befindlichkeiten zu pflegen, sondern die Weiterentwicklung der gesamten Stadt in den Vordergrund zu stellen, sind die vorher gemachten Ausführungen keine Vision, sondern realisierbare Stadtentwicklung. Dieter Seiferlein</pre>

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