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1. Klima und Umwelt

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Die Klimakrise und ihre Folgen sind bei uns in Bayern längst angekommen. Dürre, Hitze, Starkregen und Extremwetterereignisse nehmen zu. Das wirkt sich auf unser Leben, unsere Gesundheit, unsere Natur und unsere Wirtschaft aus. Und auch hier gilt: Klimaschutz fängt in der Kommune an, sie ist „Verbraucherin und Vorbild“, „Planerin und Reguliererin“, „Versorgerin und Anbieterin“ und „Beraterin und Promoterin“. Klimaschutz hat für uns GRÜNE deshalb absolute Priorität bei unserer Arbeit im Stadtrat.

Unser übergeordnetes Ziel für Dinkelsbühls ist Klimaneutralität in der gesamten Stadt 2030 und die Erarbeitung eines flächendeckenden Klimaschutzkonzeptes, das alle Einzelmaßnahmen bündelt und koordiniert.

Dieses Konzept soll gemeinsam mit Bürger*innen aus der Landwirtschaft, Vereinen und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen erarbeitet und von einem neu zu gründenden Ausschuss für Umwelt und Klima sowie einem einzustellenden Klimaschutzmanger*in begleitet werden, die auch die Einhaltung und Umsetzung kontrollieren sollen.

Die Stadtwerke sind die entscheidenden Motoren für die Umsetzung der Energiewende – wir wollen ihren Umstieg  auf dezentrale, erneuerbare Stromerzeugung- und versorgung unterstützen.Wir wollen mehr Energie in Bürger*innenhand – Stromerzeugung aus Wind und Sonne, die von Bürgerenergiegenossenschaften betrieben wird. Außerdem möchten wir die Bürger*innen zum Wechsel auf erneuerbare Energien motivieren, indem die Stadt Dinkelsbühl die Anbringung von Photovoltaikanlagen auf Hausdächern subventioniert und, in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen und dem Landkreis, eine Energieberatung anbietet. 

Große Verbesserungen können wir beim effizienten Einsatz von Energie erzielen: Wir fordern die Reduktion des gesamten Stromverbrauchs im klassischen Stromverbrauch im Stadtgebiet um 20% bis 2025. Hier hat insbesondere die Kommune selbst eine Vorbildfunktion. Wir GRÜNE setzen auf eine energieeffiziente Verwaltung, die Anbringung von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Liegenschaften und die energetische Ertüchtigung der öffentlichen Gebäude.

Mehr als ein Drittel der Endenergie wird in Bayern für Heizung und Warmwasser in Gebäuden eingesetzt. Hier sind die Einspar-Potenziale im Energiebereich besonders hoch. Durch den Ausbau kommunaler Wärmenetzeintegrierte Heizungskonzepte und Kraft-Wärme-Kopplung wollen wir die Wärmewende in die Kommune bringen. Die Stadt Dinkelsbühl hat darüber hinaus über die Bauleitplanung maßgeblichen Einfluss auf die Energieeffizienz neuer Siedlungsgebiete. Deshalb ist es wichtig, schon im Vorfeld von Bauleitplanungen Richtlinien für nachhaltiges Bauen festzulegen, die z.B. Dämmung, Baumaterial und Wärmeversorgung integrieren. Außerdem fordern wir eine städtische Unterstützung von energetischer Gebäudesanierung.

Hierfür gibt es bereits viele Programme von Bund, Land und Landkreis, die für viele allerdings nur schwer zu durchblicken sind und daher häufig nicht in Anspruch genommen werden. Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll, ein niederschwelliges Beratungs-Angebot für Energie-und Wärmefragen im Rathaus zu schaffen.

Bereits heute haben einige Regionen Bayerns mit anhaltender Dürre zu kämpfen. Die Böden sind vielerorts deutlich zu trocken. Wassermangel in der Landwirtschaft wird zu einem Problem und auch die Grundwasserneubildung ist besorgniserregend. Um der Erderwärmung standzuhalten, braucht es in der Landwirtschaft neue Ideen und nachhaltige Konzepte zur Klimaanpassung. In den Städten belastet die Hitze die Menschen zunehmend.

Deshalb wollen wir alles daran setzen, die Temperaturextreme in den Siedlungsgebieten abzumildern und die Siedlungs- und Infrastrukturpolitik unter einen klaren Klimavorbehalt stellen. Wir schaffen mehr innerstädtische Grünflächen, Kaltluftschneisen und regionale Grünvernetzungen und wir brauchen Stadtbäume, Fassaden- und Dachbegrünungen und wollen den Versiegelungsgrad verringern.

Unsere heimischen Tier- und Pflanzenarten brauchen intakte Lebensräume. Doch unser Artenreichtum ist bedroht. Intensive Landwirtschaft, der Verlust von Lebensräumen und die zunehmende Betonierung unserer Landschaft sind Ursache für das Artensterben – auch in Bayern. Mit dem historischen Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ ist ein Bündel an Maßnahmen für mehr Artenschutz in Bayern auf den Weg gebracht. Wir GRÜNE wollen die Artenvielfalt auch in Dinkelsbühl erhalten.

Wir wollen den Flächenverbrauch begrenzenNatur- und Landschaftsschutzgebiete weiterentwickeln und Biotope besser vernetzen, um damit die Lebensräume von lokalen Tier- und Pflanzenarten schützen.

Grünflächen und Bäume sind wichtige Lebens–und Erholungsräume. Sie liefern Sauerstoff, spenden Schatten, binden CO2 und verbessern das Mikroklima. Es gilt, alte Bäume zu erhalten und neue zu pflanzen. Dafür soll Dinkelsbühl eine Baumschutzverordnung verabschieden. Ein entsprechender Antrag ist im Frühjahr von uns im Stadtrat eingebracht worden, der allerdings abgelehnt wurde.

Der Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat auf allen landwirtschaftlichen Flächen im Stadtgebiet muss unterbunden werden, um Bienen, andere Insekten sowie unser aller Gesundheit zu schützen. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Dinkelsbühl zur pestizidfreien Kommunen wird.

Kommunale Flächen, Wälder und Gewässer sollen umweltverträglich und nachhaltig bewirtschaftet werden und auf Bio-Bewirtschaftung umgestellt werden. Wir GRÜNE wollen gute Perspektiven für die bäuerliche Landwirtschaft und die Steigerung ökologischer Erzeugung. Wir setzen uns für gutes Essen, möglichst biologisch und regional und gegen die Verschwendung von Lebensmitteln ein. Daher fordern wir, dass in den Kantinen der Stadt sowie auf städtischen Veranstaltungen hauptsächlich regionale Lebensmittel, bestenfalls in Bio-Qualität angeboten werden.

Neben der Förderung privater Aufforstungsprojekte im Stadtgebiet, die die Artenvielfalt stärken, CO2 binden und Lebensqualität schaffen, soll die Stadt Dinkelsbühl auch Teile bestehende Stadtwälder zu Naturwäldern ohne intensive Bewirtschaftung bzw. mit naturnaher Bewirtschaftung erklären. Naturnahe Wälder binden 2-5 Mal mehr CO2 als junge Wälder, sie sind Klimaveränderungen gegenüber resistenter, speichern besonders viel Regenwasser und haben eine besonders große Biodiversität.

Wir wollen mehr Lebensraum für Insekten, Vögel und andere heimische Arten und fordern mehr kommunales Engagement der Stadt im Artenschutz, das in einer umfassenden Initiative gebündelt werden soll. Dazu gehören die Erstellung eines Flächenplans und die anschließende Saat von BlühwiesenBegrünung an WegrändernSteigerung des Blütenangebots, Ausweitung von Naturschutzgebieten und Kooperation mit Schulen und Hochschulen zur Pflege, Forschung und Weiterentwicklung des Programms und vieles mehr. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass keine neuen Steingärten mehr in Dinkelsbühl eingerichtet werden dürfen.  

Für Insekten werden Straßenlaternen oft zur tödlichen Falle. Deshalb wollen wir GRÜNE in Dinkelsbühl die Straßen- und Wegebeleuchtung zügig auf LED warmweiß-Licht umstellen, dem Leuchtmittel mit der geringsten Anziehungskraft für Insekten und weiter daran arbeiten, Lichtverschmutzung, die Mensch und Tier beeinträchtigt, zu verhindern bzw. zu begrenzen.

Im Bereich des Klima- und Umweltschutzes kommt der Stadt Dinkelsbühl eine entscheidende Rolle im Weitertragen und Verinnerlichen von „Nachhaltigkeit“ als Wert zu. Wir fordern daher, dass es in städtischen Schulen vermehrt Projekte zur Umweltbildung geben soll, die Stadt Dinkelsbühl einen Umweltpreis an besonders vorbildliche Initiativen und Unternehmen vergibt und die Stadt dem Thema Umwelt und Klima eine eigene Sektion im Blickpunkt und der Website widmet.

Wasser, das Lebensmittel Nummer 1, muss sauber, bezahlbar und aus kommunaler Hand bleiben. Mit der Landwirtschaft arbeiten wir gemeinsam daran, Nitrate und Pestizide in Gewässern zu reduzieren. Gleichzeitig fordern wir die Modernisierung unserer Kläranlagen, um den Eintrag von Mikroschadstoffen, Arzneimitteln oder multiresistenten Keimen zu senken.

Zusätzlich brauchen wir kommunale Strategien zur Plastikvermeidung. Wir unterstützen Initiativen, die den Verpackungsmüll reduzieren und werden auch darauf achten, dass die Kommune selbst verpackungsarm einkauft.

Die Ansiedlung von neuem Gewerbe soll künftig auch unter einem Nachhaltigkeitsaspekt beleuchtet werden: Arbeitet das Unternehmen eindeutig nicht umweltfreundlich, hat es in Dinkelsbühl keinen Platz.

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