Zu wenig Schutz, zu viel Nitrat

Reege Diskussion bei Wasser-Veranstaltung

10. Feb. 2017 –

Windsbach. Der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen lud am 10.02. zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema "Unser Wasser - unsere Verantwortung" in den Landgasthof Dorschner ein. Als Referenten für dieses für alle Bürger wichtige Thema konnten Martin Stümpfig (Mitglied des Landtags Bündnis 90/Die Grünen - Sprecher für Energie und Klima) sowie Hermann Löhner (alleiniger Werkleiter der Fernwasser Franken) gewonnen werden.

Schwerpunkt der Veranstaltung war es die Gesamtsituation unseres Wassers darzustellen - von der Trinkwassergewinnung über die Trinkwasseraufbereitung, sowie auch die Situation unserer Gewässer. Bayern hat hier eine gewisse (negative) Sonderrolle, da wir im Vergleich zu unseren benachbarten Bundesländern nur einen sehr geringen Anteil der Gesamtfläche als Wasserschutzgebiete ausgewiesen haben. Dieser eingeschränkte Schutz führt zu akzeptablen Nitratwerten innerhalb der engen Schutzzonen - allerdings zu klaren Überschreitungen außerhalb. Mangelnde Flexibilität bezüglich freiwilliger Anreizsysteme zum intensivierten Gewässerschutz verhindert eine Verbesserung der Wassersituation in der Fläche. So wären die Wasserversorger durchaus daran interessiert Anreizsysteme zu schaffen - sie dürfen aber nicht.

Neben der vorhandenen Nitratbelastung unseres Trinkwassers wurden auch die ökonomischen Zusammenhänge erläutert. Die nachträgliche Nitratentfernung ist ein wesentlicher Kostentreiber - besser ist es die Nitratbelastung schon im Vorfeld zu verhindern. Die Landwirtschaft hat leider einen maßgeblichen Anteil an der Nitratbelastung - allerdings geht es nicht darum die Bauern an den Pranger zu stellen, sondern Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Landwirten erlauben profitabel zu wirtschaften. Eine fortgesetzte Fokussierung auf hochintensive Landwirtschaft mit industriellen Zügen ist definitiv nicht die Lösung. 

Neben Nitrat finden sich durch den demographischen Wandel bedingt auch immer mehr Medikamentenrückstände in unseren Gewässern - eine Entwicklung, die schleichend zu einem echten Problem wird. Hier der Hinweis sämtliche Medikamente ordnungsgemäß (Sondermüll, Hausmüll) zu entsorgen, um den Eintrag in das Wasser zu minimieren.

Es gab im Anschluss an die Veranstaltung eine rege Diskussion und viele konkrete Fragen wie "Welche Kontrollen gibt es für auf die Felder aufgebrachte Düngemittel?", "Welche Rolle spielt das Salz im Winter, das durch Regen schnell von den Straßen gewaschen wird?", "Welche Rollen können unsere lokalen Brunnen in der Wasserversorgung spielen?" wurden von den Besuchern gestellt.

Peter Huber, Sprecher Ortsverband

« Zurück | Nachrichten »

Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von Bündnis 90/Die Grünen
TYPO3 und sein Logo sind Marken der TYPO3 Association.