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Zu wenig Betreuungsplätze in Ansbach

Pressemitteilung des Ortsverbandes: Grüne fordern größeres Engagement der Stadt

30. Nov. 2017 –

„Ein Krippenplatz? Da hätten Sie sich schon vor der Geburt auf die Warteliste setzen lassen müssen!“ Solche oder ähnliche Sätze haben viele Eltern bei der Suche nach einem Krippenplatz in Ansbach gehört. Das Kind mit 3 Jahren für den Kindergarten anzumelden ist noch schwieriger, denn viele der freiwerdenden Plätze werden schon für aufrückende Krippen- und nachrückende Geschwister-Kinder benötigt.

Die Stadt Ansbach hat bei der Zahl der Betreuungsplätze in den vergangenen Jahren einiges erreicht, aber es scheint doch noch großer Handlungsbedarf zu bestehen. Ein Blick auf die verfügbaren Daten (z. B. Kinderbetreuungsstudie 2015/2016 der Stadt Ansbach, Antwort vom 12.10.2016 im Jugendhilfeausschuss auf eine Anfrage der SPD-Fraktion) verdeutlicht dies: Die Kinderbetreuungsstudie ergab, dass 72,3% der Eltern angaben, ihre Kinder gerne betreuen lassen zu wollen, aber nur 58,0% einen Betreuungsplatz hatten. „Das ist für eine Stadt, die sich Kinderfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat, eigentlich kein befriedigender Zustand“ meint Dr. Bernhard Schmid, Sprecher des Ansbacher Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen.

Die Ansbacher Grünen haben sich in mehreren Sitzungen mit der Kinderbetreuung auseinandergesetzt und dabei erfahren, dass viele Eltern mit der aktuellen Situation unzufrieden sind.

„Der momentane Versorgungsgrad von 45% mag gegenüber den letzten Jahren ein Fortschritt sein (2013 lag er bei 31%) und über den bundespolitischen Minimalzielen liegen. Er bedeutet aber auch, dass nach wie vor in der Mehrheit der Fälle Eltern nicht ohne weiteres wieder in den Beruf einsteigen können, weil die Stadt keine verlässliche Betreuung ihres Nachwuchses anbieten kann. Dies trifft alleinerziehende Mütter besonders hart“, meint die grüne Co-Sprecherin Eva Schmid, selbst berufstätige Mutter eines Kindergartenkindes. Bei über 65% der Befragten der Studie sind übrigens beide Elternteile berufstätig und wünschen sich eine Betreuung der Kinder bereits vor deren 3. Lebensjahr. 

Zwischen den Zahlen der Kinderbetreuungsstudie und den offiziellen Wartelisten klafft eine Lücke, die sich damit erklären ließe, dass Eltern, die bei der Kita-Lotterie leer ausgehen, andere Lösungen suchen und notgedrungen finden. Deshalb tauchen diese Kinder in den Wartelisten nicht mehr auf.
Dr. Schmid schlägt vor, nicht nur alle 3 Jahre die aufgrund des Bayerischen Kinderbetreuungsgesetzes notwendige Studie durchzuführen, sondern jährlich im Sommer die auf den Wartelisten verzeichneten Eltern anzuschreiben oder anzurufen. So ließe sich am besten herausfinden, wie und wo ihre Kinder nach der Platzvergabe voraussichtlich betreut werden und wie zufrieden sie mit der Situation sind. „Die Problematik wäre dann noch präsent, und das würde die Rücklaufquote der Fragebögen deutlich verbessern.“
Bis dahin sollten seiner Meinung nach betroffene Eltern doch von sich aus dem Jugendamt der Stadt Ansbach Rückmeldungen zu ihrer Situation geben und gegebenenfalls Betreuungsbedarf dort auch noch einmal anmelden.

Die Ansbacher Grünen fordern von der Stadt Ansbach über die bisherigen Planungen hinaus mehr Betreuungsplätze anzubieten – vor allem mehr eigene, städtische Betreuungsplätze.
Denn es fehlten nicht nur Plätze an sich, sondern in besonderem Maße auch integrative Plätzen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf – „ein Bereich, der in der allgemeinen Wahrnehmung und den Diskussionen im Stadtrat leider nur am Rande auftaucht“, so Eva Schmid. In ihren eigenen Einrichtungen könne die Stadt stärker auf das Angebot der sogenannten „inklusiven“ Kinderbetreuung eingehen und dieses fördern.

Man müsse auch an die Kinder der Flüchtlinge denken, deren Integration nur gelingen kann, wenn sie frühzeitig Betreuungsplätze erhalten. Diese Kinder tauchen nur in der Statistik auf, wenn ihre Eltern oder Betreuer auch Plätze beantragen.

Damit ist nicht nur die Stadt in der Pflicht. Auch das Land Bayern könne zur Verbesserung der Situation beitragen, wenn es der CSU gelänge, auf das aus Grüner Sicht völlig falsche Steuerungsmittel Betreuungsgeld, die sogenannte „Herdpämie“ zu verzichten und die frei werdenden Mittel für Kinderbetreuung einzusetzen. Schließlich sei die frühkindliche Bildung und Förderung aller Kinder die wichtigste Investition in unsere Zukunft. 

Eva Schmid,
Dr. Bernhard Schmid
SprecherInnen Ortsverband Ansbach, 30.11.2017 

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