Workshop „Female Fake im Internet"

Strategien gegen Abwertung und Falschdarstellung

13.12.21 –

Längst nicht alles, was wir über Politiker:innen im Internet zu lesen ist, ist wahr. Aber wie erkennt man Fake-News? Was steckt dahinter und wie kann man wirkungsvoll gegen Ab­wertung und Falschdarstellung im Netz vorgehen?

Am 07.12.2021 informierte der Arbeitskreis Frauen des Kreisverbandes Mitglieder und Interessierte zu diesem Themenbereich.

Zu einer digitalen Diskussionsrunde war auch die Medien- und Kommunikationswissen­schaftlerin Una Titz von der Amadeu-Antonio-Stiftung eingeladen und hielt als Expertin einen interaktiven Workshop zum Thema. Sie beleuchtete unter anderem die Rolle rechts­alternativer Akteur:innen und deren strategische Versuche, die Meinungshoheit im Internet zu bekommen. Vielfalt und persönliche Freiheit in der liberalen Demokratie verunsichert Rechtsextreme, weshalb sie auf Gleichschaltung und Repression in einem völkischen Führerstaat hinarbeiten. Auch die Entstehung und die Methoden des Antifeminismus im Internet erklärte sie anhand von aktuellen Beispielen im Vorfeld der Bundestagswahl.

Im interaktiven Teil des Online-Seminars zeigte sie an Beispielen klassische Internet-An­griffsmuster vom „Themenhopping“ über „Whataboutismus“ bis zu gezielter Desinformation auf und zeigte eine Reihe von Lösungs- und Umgangsstrategien auf.

Beim Themen-Hopping springt das Gegenüber von einem Thema zum nächsten, ohne dass ein Thema genauer ausgeführt wird. Eine sorgfältige, begründete, dabei ergebnisoffene Diskussion wird dadurch unmöglich. Themen-Hopping ist eine unfaire Gesprächsstrategie. Wer sie einsetzt, entzieht sich der Aufgabe, getroffene Aussagen und angebliche Zusammenhänge begründen zu müssen. Sobald Begründungen verlangt werden, wechselt die Person das Themenfeld. Damit entzieht sie sich auch der Möglichkeit, widerlegt zu werden.

Whataboutismus ist die Technik oder Praxis, auf eine Anschuldigung oder eine schwierige Frage mit einer Gegenfrage zu antworten oder ein anderes Thema aufzugreifen.

Die Veranstalterinnen betonten die Relevanz des Themas und zeigten sich zufrieden über die Nachfrage und die rege Beteiligung an der Veranstaltung.

Lisa Renz-Hübner und Katharina Sparrer als Vertreterinnen des Arbeitskreises hierzu: „Hass und Hetze im Netz stellen eine eklatante Bedrohung für die Demokratie dar.

Es ist auffällig, dass hierbei besonders Politikerinnen Hauptangriffsziel von Einzelpersonen und Organisa­tionen werden, die politisch aktive Frauen mit gezielten Angriffen einschüchtern wollen. Genau deswegen sind solche Seminare wichtig, um ein Bewusstsein für das strukturelle Problem zu schaffen und die Aktiven entsprechend zu schulen.“

Lisa bietet an, auf Wunsch solche Schulungen auch für einzelne Ortsverbände zu halten.

 

 

 

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