Windkraft in Stadt und Landkreis Ansbach

Wie Repowering und Ausbau Geld in die Region und den Klimaschutzbeitrag voranbringen

25.06.22

Im Rahmen der kommunalen Klimaschutzaktion "Stadtradeln", hat das „Team Sonnenblume“ der Ansbacher Grünen, geführt von Michael Priebe und Stadtrat Oliver Rühl, das Windrad in Tiefenthal besucht.

Vor Ort berichteten zwei Windkraftpioniere, die die Turbine errichteten und seit 2001 betreiben, über die Entstehungsgeschichte, den Betreiberalltag und die Perspektiven des Windrads.

Das Windrad in Tiefenthal ist eines der ersten in der Region und liefert seit über 20 Jahren zuverlässig Energie. Dennoch sind die Betreiber nicht sicher, ob an diesem Standort dauerhaft Strom erzeugt werden kann. Denn der Windenergienutzung in Bayern wird es nicht leicht gemacht, und das gilt nicht nur für neue Windräder, sondern auch für den Ersatz in die Jahre gekommener Anlagen.

Stadtrat Oliver Rühl beklagte, es gäbe viele Ankündigungen, doch es fehle an belastbaren Aussagen der Bayerischen Staatsregierung, vor allem der Überarbeitung des Bayerischen Windkrafterlasses.
So sei trotz mehrfacher Ankündigungen ungeklärt, wo Repowering möglich ist. Auch sei offen, unter welchen Voraussetzungen in die Jahre gekommene Anlagen bei Erneuerungen jeglicher Art als genehmigungsfähig gelten. Es gäbe schlichtweg keine Planungssicherheit.

Ein großes Problem sei außerdem die Einspeisung ins Stromnetz. Wie viele andere Erneuerbaren Energien im Landkreis würde auch das Windrad in Tiefenthal seit vielen Monaten regelmäßig von 10 bis 16 Uhr abgeregelt, denn es könne den produzierten Strom nicht ins Netz einspeisen. Das Netz in unserer Region ist häufig überlastet, vor allem weil seit Jahren zu wenig in Erneuerung und Ausbau investiert wurde.

Statt das Verteilernetz auszubauen, Umspannwerke zu verstärken und zusätzliche Netzanbindungen an das Höchstspannungsnetz zu bauen, wurde nach dem Motto "Augen zu und durch" über Jahre auf einen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke oder irgendeine andere Lösung der Strukturprobleme spekuliert.

Dabei steht jetzt die Erneuerung der älteren Anlagen an, die mit modernen Turbinen bis zum zehnfachen der Leistung (hier 10 statt 1,5 Millionen kWh) bringen könnten. Wenn die CSU irgendwann den ideologischen Ballast 10H abwirft, wird der gesamte Flurschaden sichtbar werden, den diese populistische Grenze angerichtet hat: Nicht nur müssen dann hastig neue Windräder geplant werden, sondern es muss gleichzeitig ein Großteil des Stromnetzes überarbeitet werden, weil dessen Betreiber ohne Planungssicherheit nicht investieren konnten.

Angesichts der aktuellen Verknappung der Rohstoffe wird deutschlandweit die Region, die jetzt schnell Repowering und Ausbau vorantreibt, die Nase vorn haben. Mit einer transparenten Einbindung der betroffenen Bürger und mehrstufigen Angeboten zur Beteiligung an den Anlagen kann Mittelfranken mit dabei sein.

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