Stadtradelbilanz 2022

Erfolgreiches Team Sonnenblume - Rückschritte bei der Fahrradinfrastruktur

28.07.22 –

Ansbach/Ortsverband. Das Stadtradeln 2022 ist zu Ende, die Preise sind verteilt. Wie danken der Stadtverwaltung, insbesondere Herrn Wickerath für die Organisation dieses sportlichen Ereignisses, dass mit Spaß, Ehrgeiz und Umweltbewusstsein jedes Jahr mehr Ansbacherinnen und Ansbacher auf die Räder bringt!

Die Bilanz für das Team Sonnenblume ist sehr postiv: Mit 70 Mitgliedern waren wir nicht nur das größte Team, sondern auch so groß wie noch nie. Bei den Kilometern haben wir hinter der RSG den für ein Familienteam sehr respektablen 2. Platz belegt. Die Fraktionssprecherin Meike Erbguth-Feldner und Stadträtin Sabine Stein-Hoberg sind zudem erfolgreich als Stadtradelstars angetreten. 

Da gab es bei der Siegerehrung auf dem Martin-Luther-Platz und anschließend im Gasthaus Mohren was zu Feiern und einige Preise zu verteilen!

Was die Fahrradinfrastruktur in Ansbach angeht, sind 2022 aber eher Rückschritte zu beklagen, die bei dieser Gelegenheit auch offen angesprochen werden sollen:

Herr Oberbürgermeister Deffner hat die Pfarrstraße im Bereich des "Durchgangsschulhauses" für Radelnde sperren lassen und möchte erklärtermaßen erreichen, dass diese auch im Bereich der Riviera und der beiden Brücken absteigen und schieben. Dabei ist Ansbach stolz darauf, dass mehrere Fernradwege über diesen Platz Gäste in die Altstadt führen (siehe Grafik). Ein "Willkommen in Ansbach!" für die Radtouristen wäre das nicht.
Auch für das was das Stadtradeln für uns ausmacht, also die täglichen Radstrecken, ist diese Stelle eine wichtige Verbindung im Ansbacher Wegenetz. Fällt sie weg, sind die überdachten Fahrradständer am Brückencenter kaum noch attraktiv, und auch den Geschäften in der Altstadt wird damit ein Bärendienst erwiesen.
Bevor man über solche Sperrungen nachdenkt, sollte man erst einmal Schilder anbringen, die zum rücksichtsvollen Fahren auffordert oder die Kräfte des Ordnungsamtes einsetzen.

So schnell Herr Deffner hier aufgrund eigener schlechter Erfahrungen gehandelt hat, so bitter stößt die Handlungsunfähigkeit am Windmühlenberg auf. Dort ist erst kürzlich eine Radlerin beim Queren der B14 zu Tode gekommen.
An dieser wichtigen Verbindung zwischen Kammerforst und Pfaffengreuth wird aber nicht mit gleichem Nachdruck eine Geschwindigkeitsbeschränkung angeordnet oder schnell eine provisorische Ampel aufgestellt, sondern es wird einfach die Querung untersagt. Die dadurch entstehenden Umwege sind für Fußgängern und Radfahrern aber unzumutbar weit. Eine sichere Lösung soll es an der Windmühlenquerung für sie erst geben, wenn damit der Autoverkehr verbessert wird!
Dabei hat der Abzweig zum Soldatenweiher einen halben Kilometer weiter gezeigt, dass schnelle Provisorien und dauerhafte Lösungen an gefährlichen Stellen durchaus möglich sind (siehe Luftbild).

Ein weiteres Beispiel für Rückschritt in Ansbach ist die geplante Streichung eines Radwegabschnitts an der Öchslerstraße: Dort wird die Radwegführung nun im Bereich der Tankstellenzufahrt auf ca. 100 Meter unterbrochen. Radelnde von der Schaft-Kreuzung sollen sich ohne sichere Ableitung in den fließenden Verkehr der Bundesstraße 13 einfädeln. Dreißig Meter weiter können sie dann einen neuen kurzen Vorbeifahrstreifen zur Ampel Richtung Unterführung nutzen oder nach rechts zum bestehenden Radstreifen in der Bahnhofstraße abbiegen.
Da wo üblicherweise ein Radweg (oder besser ein Radstreifen) eine Abbiegespur queren würde, wird der Fußweg extra mit Pfosten und Ketten abgesperrt (siehe modifiziertes Luftbild)!
Der vollwertige Radweg um die Kurve entfällt. Dafür wird extra das rote Pflaster entfernt und durch graues ersetzt. Die Radverbindung wird zerrissen statt erweitert.

Das ist ein teurer und gefährlicher Schildbürgerstreich, der ohne Rücksprache mit den Verkehrsverbänden in den Sommerferien vorangetrieben wird.

Neben diesen Rückschritten gibt es eine Vielzahl an unbearbeiteten Meldungen, die über die Funktion RADar! der Stadtradel-App oder die Internetseite ganzjährig gemeldet werden können. Das nützt natürlich nur dann etwas wenn sie auch gelesen, bearbeitet und möglichst im Sinne der Radelnden abgeschlossen werden.

Wenn jenseits der Stadtradelzeit Ansbach umwelt- und klimafreundlich mobil machen soll, dann muss die Stadt mehr mit den Radelnden zusammenarbeiten. Außerdem ist es ratsam, sich Anregungen aus anderen Städten zu holen, die schon weiter sind. Eine Mitgliedschaft in der AGFK wäre dazu ein wichtiger Schritt.

Andererseits darf die Stadt mit dieser Aufgabe vom Land nicht alleine gelassen werden. Für mehr finanzielle Unterstützung wäre ein erfolgreicher 'Radentscheid Bayern' eine große Hilfe.

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