Schwieriger Schulstart

Stadtratsfraktion kritisiert fehlende Lüftungsanlagen

15.09.21 –

Ansbach/Stadtratsfraktion. Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig der Kita- und Schulbesuch unserer Kinder und Jugendlichen ist. Zu Beginn des neuen Schuljahres bestehen bei Schulen und Eltern, aber auch bei den Jugendlichen selbst, leider große Unsicherheiten, aber auch Unmut. Das hat vielfältige Gründe.

Das jahrelange Vor-sich-Hinschieben von Baumaßnahmen in den Schulen, wirkt sich jetzt negativ aus. Bei vielen Räumen, die Probleme mit der Lüftung haben, war dies schon lange bekannt.

Das pädagogische Personal der Schulen soll sich nun innerhalb kurzer Zeit um Luftfilteranlagen und das Knowhow dazu kümmern. Das ist durchaus irritierend, handelt es sich doch nicht um pädagogische Fragestellungen, sondern vorrangig um den Bereich der Schulausstattung, welcher der Stadt obliegt.

Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen kritisiert, dass die Stadt Ansbach als Sachaufwandsträger nicht versucht hat und es auch weiterhin nicht versucht, stationäre Lüftungsanlagen einzubauen, obwohl auch dies seit einigen Monaten, je nach Förderrichtlinie 50% bis zu 80% Förderung bezuschusst wird. Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen, jetzt üblicherweise als stationäre Lüftungsanlagen bezeichnet, haben erhebliche Vorteile für die Nutzung der Gebäude: Sie schaffen eine bessere Raumhygiene (Aerosole, Luftfeuchte, Raumluftgüte) und senken den Energiebedarf, gegenüber reinen Fensterlüftungen um den Frischluftbedarf zu gewährleisten, auch außerhalb der Corona-Pandemie.

Gegenüber den mobilen Luftreinigungsgeräten ergeben sich nicht nur aus unserer Sicht weitere Vorteile. Stationäre Lüftungsgeräte sind leiser, nachhaltiger bzw. effizienter, sie tragen nicht zur Temperaturerhöhung bei und garantieren eine definierte Luftströmungsverteilung und vor allem Frischluftzufuhr im Raum.

Uns ist bewusst, dass der Einbau stationärer Anlagen mehr Planungsvorlauf und Einbauzeit bedeutet als das bloße „Hinstellen“ einfacher mobiler Lüftungsgeräte. Doch neben der geringeren Qualität gegenüber den stationären Anlagen, birgt die augenblickliche hohe Nachfrage die Gefahr, dass mobile Lüftungsgeräte für alle Klassenzimmer, hohe Geldsummen von Kommune und Land binden, aber - ähnlich wie die digitalen Schüler-Leihgeräte in Ansbach - viel zu spät eintreffen und so ihren Zweck nicht erfüllen können.

Weitere Schwierigkeiten und Unsicherheiten entstehen dadurch, dass viele Vorgaben des Landes Bayern sehr spät kommen. Gleichzeitig bestehen unterschiedliche Empfehlungen in der Ausstattung der Klassenzimmer mit Lüftungsanlagen. Das Umweltbundesamt empfiehlt nur Räume der Kategorie 2 auszustatten, die Staatsregierung empfiehlt dagegen seit wenigen Wochen alle benutzten Räume auszustatten. Seit dem letzten Kabinettsbeschluss, 2 Wochen vor Schulbeginn, soll eine ggf. anzuordnende Quarantäne vom Vorhandensein einer Lüftungsanlage abhängig werden. Es ist sehr ärgerlich, dass sich die Kommunen und Schulen nicht auf feste Vorgaben einstellen konnten.

Die Pandemie begleitet uns bereits lange, umso unverständlicher ist es, warum wir für Herbst und Winter nicht besser vorbereitet sind. Wir stehen in der Verantwortung für unsere Kinder und Jugendlichen, aber auch das Personal in den Schulen. Gerade unsere Jüngsten, die noch nicht durch Impfungen zu schützen sind, dürfen nicht vergessen werden.

 

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