Petersaurach: Martin Stümpfig spricht vor vollem Haus

Energiekosten anpacken - in der Politik und bei Dir zu Hause

10.07.22

Fast 40 Menschen hatten den Weg nach Petersaurach ins Gasthaus "Zur Krone" zur Veranstaltung "Energiekosten anpacken - in der Politik und bei Dir zuhause" gefunden.

Mit unserem Abgeordneten Martin Stümpfig bestritt den ersten Teil des Abends ein Referent, der in den letzten Jahren im Landtag vergeblich ein ums andere Mal von den Regierungsparteien mehr Engagement beim Ausbau der Erneuerbaren angemahnt und genau so oft auf taube Ohren gestoßen war. Das galt ganz besonders für die sog. "10H-Regelung", die den Ausbau der Windkraft in Bayern zum Erliegen gebracht hatte.

Daher musste Martin Stümpfig auch eine ernüchternde Ausgangslage schildern: durch das Nichthandeln der Regierung versorgt sich Bayern zu einem viel zu geringen Teil aus erneuerbaren Energien  - und das bei eigentlich gutem Potential. Dieses Versäumnis rächt sich in der gegenwärtigen Situation. Nach wie vor muss Bayern 1/3 seiner Energie importieren. Im Winter 2022/2023 werden es sogar 75% sein, weil Bayern viel zu wenig Windenergie produziert. Die Versäumnisse der bürgerlichen Regierungen der 2010er Jahre in Bund und Land kommen uns nun teuer zu stehen: der Preis für Erdgas hat sich zuletzt etwa versechsfacht und steigt weiter.

Zwar hatte Martin Stümpfig auch eine gute Nachricht im Gepäck: auf Bundesebene hat die Ampel-Koalition just am selben Tag das "Wind-an-Land-Gesetz" geändert, welches jetzt überall in der Bundesrepublik die Ausweisung von 1,8% der Landesfläche als Vorranggebiet für Windkraft vorschreibt. Damit ist "10H" faktisch Geschichte. Allerdings wird der nun wieder mögliche Windkraftausbau aufgrund der in Bayern über Jahre heruntergefahrenen Windenergie-Wirtschaft und der Genehmigungsverfahren wohl erst in 3 Jahren sich entfalten.

Vor diesem Hintergrund blieb Martin Stümpfig nur, alle Bürger:innen eindrücklich zum Energiesparen und zur Verhaltensänderung aufzurufen. Er empfahl gerade Eigenheimbesitzer:innen, mit Hilfe einer Energieberatung Einsparungen - zum Beispiel durch bessere Isolierung von Heizungsrohren, Kellerdecken und Außenwänden - zu erzielen.

Auf Kommunaler Ebene wünschte sich Martin mehr kommunale Wäremplanung, die Errichtung von Nahwärmenetzen und eine verstärkte Nutzung von Tiefengeothermie. Vor allem durch Erdwärme könne bis zu 75 % des Wämebedarfs gedeckt werden.

Für Petersaurach hatte Martin einen Vorschlag im Gepäck, wie die Gemeinde über alle Jahreszeiten auch bei zukünftig vierfachem Strombedarf (für E-Autos und Wärmepumpen) autark sein könnte: Der Zubau von 3 Windkraftanlagen, 300 Dächern mit 50 kWp Photovoltaik und PV-auf 15 ha Freifläche könnten diesen Energiebedarf decken. 

Den zweiten Teil  des Abends bestritt Carsten Aschoff, grüner Gemeinderat und Klimaschutzbeauftragter der Gemeinde Petersaurach. Carsten stellte ebenso konkret wie unterhaltsam dar, wie wir
- sowohl durch Verhaltensänderung (Lüften, Raumtemperatur, Geräteeinstellungen)
- aber auch durch Investitionen (Dämmung, PV, Heizungssystem, Solarkollektoren für Warmwasser)
unseren Energieverbrauch spürbar drosseln können. Wichtig sei hierbei stets zu Beginn eine Energieberatung vor Ort, damit die einzelnen Investitionen auch aufeinander abgestimmt werden. Abgerundet wurde der Abend mit Beispielen und Fragen aus der Zuhörerschaft.

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