"Perspektiven für die Mittelschule"

05. Mai. 2018 –

Pressemitteilung / Windsbach. Rund 50 Windsbacher und Interessenten aus umliegenden Orten wie Neuendettelsau und Heilsbronn nahmen an der Veranstaltung teil.
Peter Huber (Ortsverband Windsbach, Bündnis 90/Die Grünen) führte als Grund für die Durchführung der Veranstaltung an, dass eine intakte Schullandschaft mit Wahlmöglichkeiten ein wesentlicher Faktor für die Attraktivität einer Stadt als Wohnort sei. Große Investitionen, wie sie in Neuendettelsau angedacht seien, um den nötigen Raum für die Schülerzahlen zu bieten, sollten sehr gut überlegt werden, wenn zur gleichen Zeit in Windsbach entsprechend gut sanierte Schulflächen brach lägen. Ziel sei es - eingebettet in die größere bildungspolitische Situation in Bayern - konkrete Handlungsperspek- tiven für die Windsbacher Mittelschule aufzuzeigen.

Martin Stümpfig ging vor allem auf die Problematik des ländlichen Raumes ein. Die besonderen Belange des ländlichen Raumes gingen viel zu häufig unter und es bedürfe viel Engagement und Überzeugungsarbeit, um die Herausforderungen der kleineren Orte in der Fläche im Landtag adressieren zu können.

Thomas Gering stellt die Situation in Windsbach in den größeren, bildungspolitischen Kontext. So besuchten früher ca. 60% der Schüler diese damals noch als "Hauptschu- le" bezeichnete Schulform - heute sind es lediglich rund 30%. Diese sinkenden Schülerzahlen erschweren den kleineren Schulen das Überleben und führten im Lauf der Jahre bereits zum Sterben sehr vieler Schulen. Zusätzlich führe die Einrichtung der sogenannten Schulverbünde, die eine Delegation von Entscheidungen zu Standorten und Schulprofilen auf die kommunale Ebene darstelle, zu einer schwierigen Situation, die zum einen Kommunen den "schwarzen Peter" bei Entscheidungen zur Schließung eines Schulstandortes zuschiebe und zum anderen durch die häufig anzutreffende Realität von gelebter "Kirchturmpolitik" zu suboptimalen Lösungen führe. Am Ende sehe man jetzt die konkreten Probleme als langfristige Folgen einer überholten Bildungspolitik.

Reinhold Meier ging dann auf die Situation in Windsbach ein und führte Versäumnisse der Vergangenheit als Gründe an. So wurde sich um die Jahrtausendwende nicht um attraktive Angebote wie den M-Zweig oder Ganztagsschule bemüht. Besondere Buslinien - auch auf Kosten der Kommune, wie sie teilweise in anderen Orten umgesetzt würden - wurden nicht eingerichtet. Dies hätte ein wichtiger Faktor für Schüler aus Lichtenau sein können, die heute stattdessen in Wolframs-Eschenbach beschult würden. Reinhold Meier verwies auf die Schwächen des bayerischen Schulsystems und beschrieb den Trend zum Schulbesuch im Nachbarland (z.B. Hessen, Baden-Württemberg), um dem Druck der frühen und für Schüler und Eltern belastenden Übertrittsproblematik in der 4. Klasse zu entgehen. In die Gegenrichtung fände dieser Austausch nicht statt - was nicht für unser Schulsystem spräche.

Als konkrete Handlungsoptionen stünden der Mittelschule in Windsbach die Schärfung des Profils durch die Einrichtung entsprechender Spezialangebote offen, so z.B. Praxisklassen für Schüler, die mit dem klassischen Unterricht weniger gut zurecht kommen und daher Schwerpunkte in der praktischen Ausbildung erhielten und "inklusive Schule" - ein Profil, dass darauf abzielt Kinder mit Behinderungen zu integrieren. Weiterführende Änderungen, wie beispielsweise ein eigener M-Zweig in Windsbach, seien nur durch entsprechende Satzungsänderungen im Schulverbund umsetzbar.

Im Anschluss an die Vorträge ergab sich eine rege Diskussion und auch nach der offenen Diskussion blieben viele Besucher noch lange sitzen, um gemeinsam weiter zu diskutieren.

Veranstaltung: "Perspektiven für die Mittelschule - Allgemein und auch bei uns in Windsbach" am Freitag, 04. Mai 2018 : 19:30 Uhr - Landgasthof Dorschner in Windsbach Referenten:

• Thomas Gering

Bildungspolitischer Sprecher, Mitglied des Bayerischen Landtags, Bündnis 90/Die Grünen

• Reinhold Meier

Kreisvorsitzender des Bayerischen Lehrerinnen und Lehrerverbands (BLLV), Stellv. Vorsitzender BLLV Mittelfranken

• Martin Stümpfig

Mitglied des Bayerischen Landtags, Bündnis 90/Die Grünen

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