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Klimawandel in Franken: Notwendige Maßnahmen gegen Baumsterben und Überschwemmungen

Pressemitteilung des OV Herrieden-Bechhofen

06. Mär. 2020 –

Die Folgen der Klimaerwärmung sind längst auch bei uns in Franken spürbar. Auf Einladung des GRÜNEN Ortsverbands Herrieden-Bechhofen referierte Landtagsabgeordneter Martin Stümpfig am 3. März über den rasant voranschreitenden Klimawandel und seine Auswirkungen auf Mittelfranken. Er stellte vor, welche wirksamen Klimaschutzmaßnahmen in Herrieden durch die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien in den Bereichen Wärme, Verkehr und Strom sowie durch Umweltschutz umsetzbar wären.

Martin Stümpfig, Umweltingenieur und Sprecher für Energie und Klimaschutz der GRÜNEN Fraktion im Bayerischen Landtag, sprach vor rund 60 Gästen im Landgasthof Bergwirt über die drastischen Folgen der Klimaerwärmung in Franken. Wie die letzten 20 Jahre beweisen, belaufen sich Temperaturrekorde und Niederschlagsmangel bereits auf stärkere Werte als von der Wissenschaft vorhergesagt. Allein in Nürnberg wurden im Sommer 2019 an 25 Tagen Temperaturen über 30 Grad gemessen. Der Grundwasserstand ist nach geringen Niederschlagsmengen an der Messstelle Roth/Herrieden zurückgegangen, obwohl Starkregen und Überschwemmungen zunehmen. Die Folgen für Wälder und Landwirtschaft sind verheerend und führen zu Baumsterben bei Birken und Buchen, Borkenkäferbefall der Fichte, verfrühter Apfelblüte und Wassermangel im Getreideanbau. Philipp Hörber, Landratskandidat von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, bekräftigte die Dringlichkeit der Lage: „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern fünf nach zwölf!“

Stümpfig, früherer Klimaschutzbeauftragter der Stadt Ansbach, erläuterte anschließend, wie dringend notwendig die Reduzierung der CO2-Emmissionen in den Bereichen Wärme, Verkehr, Strom und Landwirtschaft ist und wie wirksame Klimaschutzmaßnahmen in Herrieden aussehen könnten. Der Landkreis Ansbach als bayernweiter Spitzenreiter des motorisierten Individualverkehrs muss dringend den öffentlichen Nahverkehr ausbauen und auf verlässliche häufig verkehrende und besser vernetzte Verbindungen setzen. Weiterhin gilt es, die Umstellung auf Elektromobilität zu begünstigen und den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern,
anstatt weitere Straßen und somit den LKW-Verkehr und den Flächenverbrauch zu fördern.

Zur klimafreundlichen Stromversorgung muss dringend die Windkraft ausgebaut werden, zumal 2019 nur sechs neue Windräder in Bayern aufgestellt wurden. „Es müssten aber bayernweit 150 pro Jahr sein, das wären etwa zwei bis drei pro Landkreis und Jahr“, so der Klimaexperte. Gemeinsam mit Photovoltaik-Anlagen stellt die Windkraft eine gute Kombination dar, die bedarfsweise durch Biogasanlagen ergänzt werden kann. So kann die Stromversorgung direkt vor Ort sichergestellt werden. „Bis 2026 wären in Herrieden 100 Prozent aus erneuerbaren Energien machbar.“ Derzeit liegt der Anteil bei nur 34 Prozent.  

Auch im Bereich der Wärmeversorgung könnte Herrieden seinen Bedarf bis 2026 zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien decken, etwa durch Nahwärmenetze, die Nutzung von Abwärme aus Industrieanlagen und ein Förderprogramm zur energetischen Gebäudesanierung. Franziska Wurzinger, Sprecherin des GRÜNEN Ortsverbands Herrieden-Bechhofen, sprach sich für ökologisches und energieeffizientes Bauen und Sanieren aus, das durch die Kommune mit einer kostenlosen Erstberatung und einem Förderprogramm unterstützt werden sollte. Als Vorbilder seien Feuchtwangen und Ansbach zu nennen, die den Austausch der Fenster, die Dämmung von Wohnhäusern oder den Austausch der Heizungs-Umwälzpumpen finanziell bezuschussen.  

Martin Stümpfig ergänzte, dass das Klimaschutzkonzept Herriedens dringend fortgeschrieben werden müsse und ein Klimaschutzmanager eingestellt werden sollte. Zudem ist der Naturschutz, etwa der Erhalt großkroniger Bäume und die Aufwertung von Ausgleichsflächen, ein wichtiger Bestandteil des wirksamen kommunalen Klimaschutzes. „Jede Kommune steht jetzt in der Pflicht, wertvolle und umfangreiche Maßnahmen zu ergreifen“, schloss Stümpfig die Veranstaltung. 

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