Gutes Klima – ohne Klimaanlage!

Klimatipp der Woche

16.08.21 –

Ansbach/Ortsverband. 

In Deutschland wird es immer wärmer, weshalb auch immer mehr Menschen ihre Umgebung in den heißen Tagen per Knopfdruck kühlen wollen. Und das hat Folgen: Der Wunsch, der Hitze zu entfliehen, heizt die Erderwärmung weiter an. Denn die Kühlgeräte verbrau­chen eine Menge Energie, die in Deutschland leider noch immer zu fast 50 % aus fossilen Rohstof­fen stammt. Hoher Stromverbrauch und viel CO2 als Preis für einen kühlen Kopf?

Laut der Internationalen Energieagentur [IEA] fließen bereits heute 10% des weltweit verbrauch­ten Stroms in Klimaanlagen und Ventilatoren. Durch den Betrieb von Kühlgeräten werde sich der Stromverbrauch bis 2050 noch einmal verdreifachen, so die Prognose.
Und außerdem belasten Klimaanlagen, welche nach dem Kompressionsprinzip funktionieren, auch noch mit Kältemittelemissionen das Klima.

Klimaanlagen haben neben Emissionen, Anschaffungs- und Betriebskosten zudem auch gesund­heitliche Risiken und unangenehme Begleiterscheinungen:

Sie erzeugen oft störende Geräusche, einige Menschen fühlen den Luftzug sehr stark, manche be­kommen einen steifen Nacken, rote Augen, Erkältungen oder Kratzen im Hals. Wenn Klimageräte nicht regelmäßig gewartet werden und das Kondenswasser nicht entleert wird, kann es zur Verbrei­tung von Viren und Bakterien kommen, die krank machen.

Vor allem für Schlafräume gibt es jedoch im Sommer einen Kühlbedarf. Dabei ist laut Schlafexper­ten vor allem das Einschlafen ein Problem.
Was kann ich also tun, ohne das Klima mit einer Klimaanlage weiter zu belasten?

  • Richtig lüften: Es den Südeuropäern nachmachen und nur frühmorgens 15 Min. mit Durchzug lüften, dann alle Türen und Fenster verschließen; ggf. spätabends wiederholen.

  • Glasflächen verschatten: Das funktioniert am besten mit Rollladen, die sich an der Außenseite der Fenster befinden. Aber auch Vorhänge, Fensterfolien und Verdunklungs- bzw. Thermo-Rollos, die von Innen angebracht werden, sorgen für ein entspannteres Schlafklima. Extra-Spar-Tipp: Einen ähnlichen Effekt wie Rollladen hat auch Alufolie, wenn sie von Außen auf die Fensterscheiben bzw. auf ein Stück Pappe passender Größe geklebt wird (die Alu-Seite zur Glasscheibe hin). So prallen die Sonnenstrahlen ab und können das Zimmer nicht aufheizen.
    Im Winter sind die Pappen einfach und platzsparend zu verstauen.

  • Die richtigen Schlafutensilien benutzen: Eine gute Matratze verwenden (Kaltschaum spei­chert die Körperwärme, Taschenfederkern sorgt für eine optimale Luftzirkulation), ggf. auf Sommerseite drehen. Eine leichte Sommerdecke statt des Federbettes verwenden (oder auch nur ein Baumwoll-Laken). Kühlende Bettwäsche benutzen, z. B. aus Satin, Percal, Leinen oder Baumwoll-Seersucker.

  • Verdunstungskälte nutzen: Bei trockener Wärme vor dem Schlafengehen feuchte Hand- oder Betttücher aufhängen oder Schüsseln voll kaltem Wasser aufstellen. Sollte es draußen schwül-warm und damit bereits feucht sein, jedoch lieber darauf verzichten. Bei zusätzlicher Verwen­dung eines Ventilators sinkt die (gefühlte) Raumtemperatur noch weiter!

  • Vor dem Schlafen den erhitzten Körper kühlen: Viel trinken (Zimmertemperatur, nicht kalt!), lauwarm (nicht kalt!) duschen, evt. feuchte Wickel machen. Alter Hausfrauen Tipp: Pyjama/Nachthemd in einer Kunststofftüte für einige Stunden ins Eisfach legen und erst kurz vor dem Schlafengehen anziehen.
    Wenn's ganz schlimm ist, hilft die „Eiswanne“: Ein Wännchen knöchelhoch mit Wasser füllen, Eiswürfel hinzu fügen und die Füße reinstellen - eine herrliche Erfrischung!

  • Kühlflasche“ mit ins Bett nehmen: Eine Wärmflasche mit kaltem Wasser füllen und etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen in den Kühlschrank legen, ggf. in ein dünnes Laken wickeln. Zusammen mit einer lauwarmen Dusche vor dem Schlafengehen entfaltet die kalte Wärm­flasche einen besonders lang anhaltenden Frische-Effekt.

  • Elektrogeräte ausschalten: Computer, TV-Gerät usw. geben viel Wärme ab, auch im Stand-By-Modus. Ideal ist es, wenn sie an einer Steckdose mit Schalter hängen und so der Strom direkt ganz abgeschaltet werden kann. Auch manche Leuchtmittel strahlen viel Wärme ab. Am besten auf LEDs umrüsten, da diese die geringste Wärmeentwicklung haben.

  • Aufräumen und freie Flächen schaffen: Einrichtung und Gegenstände im Zimmer speichern die Wärme. Je mehr freie Flächen sich im Zimmer befinden, desto besser kann die Luft zirkulieren und umso kühler kommt es einem vor.

  • Teppiche verbannen: Parkett- oder Fliesenböden helfen dabei, einen Raum besser kühl zu halten.

  • Die Farbe macht’s!Helle Wandfarben nehmen die Hitze nicht so schnell auf, sie reflektieren das Licht nach außen und helfen daher den Raum kälter zu halten. Auch die Farbe der Außen­fassade des Hauses zählt darunter, sowie die Farben der Rollos, Gardinen und Jalousien.

  • Hilfe von Pflanzen: Wer ein eigenes Haus hat, kann einen Baum vors Schlafzimmer pflanzen, der bei entsprechender Größe eine Menge Schatten für das dahinter liegende Zimmer spendet und für Verdunstungskühle sorgt. Auch Kletterpflanzen an der Außenfassade können eine gute Abkühlung bewirken.

Quellen:

https://www.luftking.de/schlafzimmer-kuehlen/

https://www.moebel-schaumann.de/magazin/zimmer-kuehlen/

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/fluorierte-treibhausgase-fckw/anwendungsbereiche-emissionsminderung/gebaeudeklimatisierung

https://strom-report.de/stromverbrauch-klimaanlage/

https://klimaanlagen-ratgeber.de/klimaanlagen-infos/wieviel-strom-verbraucht-eine-klimaanlage/

 

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ (Erich Kästner)

Daher veröffentlichen wir jetzt jede Woche neue Tipps, wie wir zum Klima- und Naturschutz beitragen können, um jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten.

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