Gutes Klima - Müll vermeiden

Klimatipp der Woche

27.09.21 –

Ortsverband Ansbach - Müll ist mittlerweile zu einem der größten Probleme unserer heutigen Gesellschaft geworden. Praktisch jeder produziert ihn, aber keiner will ihn haben. Jährlich fallen in deutschen Haushalten etwa 37 Millionen Tonnen Abfälle an, das sind 450 Kilogramm pro Einwoh­ner und Jahr, jeweils ein Vielfaches des eigenen Gewichtes.

Abfallvermeidung und -verwertung ist Klima- und Ressourcenschutz - der beste Abfall ist der, der überhaupt nicht entsteht. Das gelingt umso besser, je länger die Lebensdauer von Produkten ist und je reparaturfreundlicher sie sind. Nachhaltigkeit und Wegwerf-Mentalität passen nicht zusammen! Das Vermeiden von Müll muss das oberste Ziel einer ökologischen Abfallwirtschaft sein, denn jede Form von Sortierung, Behandlung, Verwertung und vor allem Beseitigung ist mit dem Verbrauch oder Verlust von Rohstoffen und Energie verbunden.

Wo Abfall nicht vermieden werden kann, sollte so viele Produktanteile wie möglich wiederverwert­bar sein. Rund 55 % der Abfälle gelangen in die Verwertung. Stoffliches Recycling funktioniert gut bei Glas, Metallen und Papier/Karton, fast allen Bioabfällen und knapp der Hälfte der Kunststoffab­fälle. Die Recyclingquote für Glas liegt über 80 %; die erneute Nutzung spart große Mengen Ener­gie. Auch die Rücklaufquote für Papier lag 2009 über 80 %. Bei der Herstellung von Recycling­papieren werden im Vergleich zu Frischfaserpapier jeweils rund 60 % (!) Energie und Wasser eingespart.

Zahlreiche Elektrokleingeräte, Elektronikartikel, Rechner und Zubehörteile landen dagegen im Hausmüll. Damit ist nicht nur eine Energieverschwendung verbunden, auch viele wertvolle Materialien – wie seltene und auf dem Weltmarkt knapp werdende Metalle – gelangen bei der Verbrennung in die Schlacke und Filterstäube und sind damit verloren.

Der BUND fordert von der Politik, höhere Recyclingquoten und stärkere Anreize zur Vermeidung festzuschreiben: Für das Recycling von Siedlungsabfällen sollte es eine gesetzliche Vorgabe von insgesamt 80 Gewichtsprozent geben. Für die Abfallfraktionen Papier, Metall und Glas wären 85, für Elektro- und Elektronikschrott 90 Gewichtsprozent machbar. Unabhängig von der Umsetzung politischer Forderungen kann jede:r Einzelne von uns beitragen, das Problem zu entschärfen!
 

Was kann ich als Verbraucher:in tun?

  • Müll vermeiden: beim Lebensmitteleinkauf Plastik oder Müll aus Verbundstoffen
    a) Im „Unverpackt-Laden“ in Ansbach einkaufen - passende Gefäße mitnehmen und Getreide(flocken), Nudeln, Reis, Gewürze, Waschmittel und viele andere Produkte des täglichen Bedarfs dort erwerben.
    b) Obst und Gemüse auf lokalen Märkten oder direkt beim Bauern kaufen und alles in eine mitgebrachte Tasche packen - soweit man es nicht selbst anbaut. Damit ersparen wir der Umwelt nicht nur endlos lange Transportwege, wir unterstützen auch die heimischen Produzenten.
    c) Milch, Quark, Joghurt u. a. Milchprodukte in Flaschen/Gläsern kaufen – sie können zurückgegeben, anderweitig verwendet oder recycelt werden.
    d) Fleisch, Wurst und Käse beim Metzger, ersatzweise an der Frischetheke im Supermarkt erwerben - vielfach können mitgebrachte Behälter verwendet werden.
    e) Weitere Möglichkeiten: Nachfüllpacks verwenden, Wachstücher oder Behälter mit Deckel statt Frischhalte- oder Alufolie. Besonders Aluminium verschlingt bereits in der Produktion Unmengen an Energie und landet oft schon nach einmaligem Gebrauch im Müll.

  • Werbemüll vermeiden: ungewollte Werbung abbestellen! Tag für Tag verstopft Werbung die Briefkästen – im Durchschnitt kommen jährlich 33 Kilogramm Werbewurfsendungen pro Briefkasten zusammen. Der Großteil davon landet ungelesen im Papierkorb. Dafür werden in Deutschland jedes Jahr 2,7 Millionen Bäume gefällt und 460.000 Tonnen CO2 produziert.
    Es ist ohnehin sinnvoller nach Plan einzukaufen und die Angebotsprospekte liegen auch im Supermarkt der Wahl zum Durchblättern aus. Daher hilft ein Aufkleber am Briefkasten gegen den Prospekt-Wahnsinn: „Werbung - nein danke“. Wer neben Handzetteln auch kostenlose Wochenzeitungen verbannen möchte, wählt einen Aufkleber mit der Aufschrift „Keine Werbung und keine kostenlosen Zeitungen“.
    Bei Eintrag in die "Robinsonliste" (kostenlos möglich, Link unten) werden unerwünschte Post, aber auch ungewollte Werbemails oder Anrufe blockiert. Das hilft leider nur bei den seriösen Anbietern, aber zum Glück gibt es von denen doch noch viele.

  • Müll vermeiden: Akkus statt Batterien - Beide sind keine Helden in Sachen Umweltfreundlich­keit. Trotzdem schlägt der Akku, der mehrere hundert Male bis hin zu 1000mal wieder aufge­laden werden kann, die Batterie in Sachen Umweltfreundlichkeit ganz klar (und ist auf Dauer auch deutlich billiger), insbesondere wenn wir auf Nickel-Metall-Hydrid-Akkus (NiMH) oder Litium-Ionen-Akkus setzen, anstatt auf die viel schädlicheren Nickel-Cadmium-Akkus.

  • Müll vermeiden: reparieren statt wegwerfen – Es ist nicht immer ganz einfach, aber oftmals lassen sich ein defektes Gerät oder andere Dinge, die scheinbar kaputt sind, nochmal reparieren. Insbesondere kleine Schäden oder Löcher an Kleidern lassen sich meist flicken. Hilfe gibt’s z. B. beim Reparaturstübchen am Donnerstag, 16.30 – 18.30 Uhr, und beim Fahrrad-Repara­turstübchen (unregelmäßig an Samstagen, nach Absprache) in Ansbach, Kronenstr. 2; Näheres unter https://ansbach-umgedacht.de/

  • Müll vermeiden: verkaufen oder verschenken statt wegwerfen - Für manche ist es nur noch nutzloser Ballast, für andere genau das, was sie schon lange suchen. Warum gleich etwas wegwerfen, was noch in Ordnung ist? Lieber auf Flohmärkten oder auf einer der zahlreichen Plattformen im Internet verkaufen (und eventuell noch etwas Geld verdienen) oder verschenken! Selbst Dinge, von denen man es nie erwarten würde, finden jemanden, die/der Freude oder Nutzen daran hat. App-Tipp: eBay Kleinanzeigen | Kostenlos. Einfach. Lokal. Anzeigen gratis inserieren mit eBay Kleinanzeigen

  • Müll vermeiden: öffentliches Bücherregal nutzen - Wie in vielen Städten und Gemeinden gibt es auch in Ansbach ein öffentliches Bücherregal (Karl-Burghardt-Platz). Hier kann jede:r Bücher abstellen, die ausgelesen sind, und im Gegenzug auch beliebig wieder Bücher kostenlos mitnehmen.

  • Ressourcenverbrauch beschränken: Leihen statt kaufen – Viele Geräte benötigen wir nur von Fall zu Fall. Es ist umweltfreundlicher (und billiger), wenn wir Geräte von Freunden, Nachbarn, Bekannten oder Baumärkten (z. B. bei BGU oder OBI, Stichwort „Mietgeräte“) ausleihen, statt sie selbst anzuschaffen. Umgekehrt freuen sich unsere Nachbarn natürlich genauso, wenn sie bei Bedarf etwas ausgeliehen bekommen.

  • Ressourcenverbrauch beschränken: Carsharing statt eigenes Auto – Wer weniger als 15.000 km im Jahr fährt, also nur gelegentlich ein Auto braucht, das in der Regel 95 % der Zeit ungenutzt herumsteht, und Stellplatzsuche bzw. -miete vermeiden will: nähere Info unter http://carina-ev.de/carsharing/

  • Müll trennen
    Je sorgfältiger die verschiedenen Wertstoffe getrennt und in die richtigen Tonnen bzw. in den Wertstoffhof verbracht werden, umso besser kann die Verwertungsquote sein!
    a) Papier: Pappe und Papier kann mit am besten recycelt werden - unbedingt trennen und in der Papiertonne entsorgen. In diese gehören auch Pappverpackungen wie von Tiefkühlkost oder anderen Lebensmitteln. Wichtig: Falls Plastik in einer Verpackung ist (z. B. ein Sichtfenster), sollte es vorher entfernt und getrennt entsorgt werden.
    Gläser und Flaschen: Sie können ohne Qualitätsverlust zu 100% recycelt werden - hier lohnt sich die Mülltrennung also besonders. Wichtig: Glas konsequent nach Farben trennen, Deckel in den Metallcontainer. Ausnahmen: Kaputte Fenstergläser, Glasgeschirr oder Trinkgläser gehören auf den Wertstoffhof, da diese oft Zusätze enthalten, die für das Glas-Recycling nicht geeignet sind.
    c) Verpackungsmaterialien: Sie sollten möglichst locker im Gelben Sack eingelegt sein und nicht ineinander gestapelt und gedrückt. Die verschiedenen Kunststoffabfälle haben verschiedene Verwertungswege und müssen nach dem Einsammeln noch sortiert werden.

 

Quellen zum Nach- und Weiterlesen:

https://www.bund.net/ressourcen-technik/abfall-und-rohstoffe/?wc=20577

https://www.oekoside.de/oeko/oekotipps/muell_vermeiden.php

https://www.oekoside.de/oeko/recycling.php

https://www.robinsonliste.de/

https://static.leipzig.de/fileadmin/mediendatenbank/leipzig-de/Stadt/02.3_Dez3_Umwelt_Ordnung_Sport/36_Amt_fuer_Umweltschutz/Energie_und_Klima/Klimaschutz/Klimasparbuch-Leipzig.pdf

„Jeden Tag die Welt retten“ von Julia F. Allmann, Gräfe und Unzer-Verlag 2020

 

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ (Erich Kästner)

Daher veröffentlichen wir jetzt jede Woche neue Tipps, wie wir zum Klima- und Naturschutz beitragen können, um jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten.

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