Gutes Klima – mit Spritsparen

Klimatipp der Woche

11.10.21 –

Ortsverband Ansbach – Mehr Verkehr sollte es allenfalls im zwischenmenschlichen Bereich geben – die Treibhausgasemissionen im Mobilitätssektor in Deutschland liegen derzeit jährlich bei über 160 Mio. t CO2-Äquivalenten und müssen unbedingt gesenkt werden, um die Klimaziele einzu­halten. Eine umfassende Strategie im Bereich Verkehr umfasst vier Felder:

  1. Verkehr vermeiden (das heißt vor allem Verkehrswege durch veränderte Siedlungs- und Produktionsstrukturen zu verkürzen und die Auslastung der Fahrzeuge zu erhöhen)

  2. bzw. auf umweltverträglichere Verkehrsträger – wie z. B. Schiene oder Schiff – verlagern,

  3. Energieeffizienz erhöhen sowie

  4. nicht-fossile, treibhausgasneutrale Kraftstoffe und Strom nutzen.

In den nächsten Jahren wird es bei uns in Deutschland jedoch weiterhin Verbrennerautos geben – nur in Norwegen werden sich Neuzulassungen bereits ab 2022 erledigt haben. Die skandinavischen Länder sind mit der E-Mobilität schon weiter als das übrige Europa.

Doch selbst mit Autos, die mit fossilen Brennstoffen betankt werden, kann etwas fürs Klima getan werden:
Rund 80% der Treibhausgasemissionen eines Autos hängen direkt mit seinem Spritverbrauch zusammen. Der Spritverbrauch wiederum hängt in hohem Maße vom Fahrstil ab. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums könnten allein durch sparsameres Fahren jährlich rund 5.000.000 Tonnen CO2 in Deutschland vermieden werden. Notwendig wären dafür Schulungen von BerufsfahrerInnen, eine verbesserte Fahrausbildung und mehr Informationen über energie­sparendes Fahren für alle.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat diese Angabe auf die Zahl der in Deutschland zugelas­senen Kraftfahrzeuge umgelegt und ausgerechnet, dass jede/r Autofahrer:in auf 100 Kilometer gerade einmal 0,33 Liter einsparen müsste, um ihren/seinen Anteil an der Einsparung zu bringen – das ist doch machbar!
Außerdem tut das Spritsparen auch unserem Geldbeutel gut: Die Einsparungen durch einen spar­samen Fahrstil können mehrere hundert Euro pro Jahr betragen.

Wie kann ich mit meinem Benziner- oder Diesel-Fahrzeug CO2 einsparen?

Aus verschiedenen Quellen sind hier zehn Spritspartipps zusammengestellt. Wenn alle Hinweise beachten werden, kann der Kraftstoffverbrauch um bis zu 30% reduziert werden.

1. Kein Ballast im Auto

Spritsparen beginnt vor dem Losfahren. Jedes Kilogramm Gewicht erhöht den Verbrauch des Autos. Faustregel: 100 kg Mehrgewicht kosten einen halben Liter mehr auf 100 Kilometern. Dachgepäck lastet besonders schwer auf dem Tank; drei Fahrräder z. B. bedeuten bei Tempo 100 einen Mehr­verbrauch von 4 Litern auf 100 km, selbst ein unbeladener Skihalter macht etwa einen Liter aus.

2. Reifen mit geringem Rollwiderstand

Erstens Energy- bzw. Leichtlauf-Reifen verwenden und zweitens immer mindestens mit dem Reifendruck fahren, den der Hersteller für das vollbeladene Fahrzeug bei Höchstgeschwindigkeit empfiehlt (meist auf der Innenseite der Tankklappe oder innen an der Fahrertür zu finden). Dem etwas geringeren Fahrkomfort stehen ein deutlich geringerer Verbrauch, weniger Schadstoffe, mehr Bremssicherheit und weniger Reifenverschleiß gegenüber. Daran denken, dass sich die Reifen­druck-Werte immer an kalten Reifen orientieren und den Druck vor der Autobahnfahrt einstellen. Übrigens: Breitreifen erhöhen den Verbrauch!

3. Kurzstrecken und Verschleiß vermeiden

Laut VW braucht ein Mittelklassewagen direkt nach dem Start rund 30 bis 40 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Nach einem Kilometer sinkt der Verbrauch auf etwa 20 Liter. Erst nach vier Kilometern ist der Motor betriebswarm und der Verbrauch hat sich normalisiert.
50% aller Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Das heißt in vielen Fällen: Wenn der Motor die normale Betriebstemperatur erreicht hat, steht das Auto schon wieder in der Garage. Man fährt also die meiste Zeit mit überdurchschnittlichem Verbrauch. Daher gilt: kurze Strecken lieber zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen.
Beim Ölwechsel synthetische Leichtlauföle einfüllen lassen: Sie bewirken einen geringeren Reibungswiderstand im Motor und verteilen sich insbesondere beim Kaltstart besser und schneller. Das schützt vor Verschleiß und senkt den Verbrauch.

4. Niedrigtourig fahren

Niedrigtouriges Fahren ist das A und O einer umweltverträglichen Fahrweise. Leider hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, ein Motor liefe am sparsamsten und schonendsten im mittleren Drehzahlbereich. Doch für alle Autos, die in den letzten dreißig Jahren gebaut wurden gilt: je niedrigtouriger und je gleichmäßiger, desto besser. Mit einer geringeren Drehzahl zu fahren spart Kraftstoff und schont den Motor. 2000 Umdrehungen pro Minute (U/min) reichen im Stadtverkehr aus.
Motor nicht warm laufen lassen im Stand! Das ist nicht nur verboten, sondern auch schädlich für Umwelt und Motor. Am schonendsten erreicht er seine Betriebstemperatur, wenn es sofort nach dem Starten losgeht und spritsparend gefahren wird.

5. Schaltgetriebe schnell hochschalten

Schon nach einer Wagenlänge in den zweiten Gang schalten, spätestens bei 2000 U/min in den nächsten Gang und dabei kräftig Gas geben: Wer mit viel Gas bei niedriger Motorumdrehungszahl beschleunigt, erreicht eine vollständigere, verbrauchsgünstigere und schadstoffärmere Verbrennung. Anschließend gleichmäßig in hohen Gängen bei niedrigen Drehzahlen fahren: Im höchstmöglichen Gang zu fahren, auch bergauf, schadet heutigen Motoren nicht und ist Grundbedingung fürs Sprit­sparen. Es macht ca. 20% aus, schont zudem den Motor und ist hörbar leiser. Unglaublich, aber wahr: Ein Auto mit 50 km/h im 2. Gang wird als genauso laut empfunden wie 20 Autos, die bei gleicher Geschwindigkeit im 4. Gang fahren.
Faustregel für den Stadtverkehr: Tempo 30 im dritten Gang, Tempo 40 im vierten Gang und Tempo 50 schon im fünften Gang.
Bei Automatikgetriebe die Ökotaste wählen bzw. auf das Sportprogramm verzichten.

6. Überlandverkehr

2000 U/min reichen auf Fernstraßen nicht aus. Auch gelten die oben genannten Schaltpunkte nicht für die Beschleunigungsstreifen der Autobahn und für Überholvorgänge auf Landstraßen. Generell gilt für Landstraße und Autobahn: je niedriger die Drehzahl und damit das Tempo, desto niedriger der Verbrauch. Laut Ford ist der Verbrauch bei Höchstgeschwindigkeit etwa doppelt so hoch wie bei drei Vierteln der Höchstgeschwindigkeit.
Insbesondere in Bereichen über 100 Stundenkilometern steigt der Spritverbrauch überproportional zur Geschwindigkeit. Dieser Anstieg schlägt umso stärker zu Buche, je weniger aerodynamisch das Auto konstruiert ist - also insbesondere bei Vans und kastenförmigen Fahrzeugen.

7. Vorausschauend gleiten

Voraussetzung für ein gleichmäßig niedertouriges Fahren ist eine vorausschauende Fahrweise, die - ohne häufige Abbrems- und Beschleunigungsvorgänge - ein "Mitschwimmen" im Verkehr erlaubt. Genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und Ausnutzen des Fahrzeugschwung mit frühzeitigem Einlegen des Leerlaufs vor Ampeln und erkennbaren Hindernissen gehören dazu.

8. Bremsen

Dass es notwendig wäre, den Motor zum Mitbremsen einzusetzen, ist ein Mythos aus den Zeiten der Trommelbremse. Bei älteren Fahrzeugen mit Vergasermotor ist der Ausstoß von krebserzeugen­den Kohlenwasserstoffen bei der Nutzung der „Motorbremse” bis zu zehnmal so hoch wie bei normaler Fahrt. Zurückschalten, um das Fahrzeug abzubremsen, ist nur bei starkem Gefälle ange­bracht.

9. Stromfresser ausschalten

Je stärker die Lichtmaschine durch elektrische Verbraucher belastet wird, desto höher ist der Kraftstoffverbrauch. Größte Stromfresser sind die Klimaanlage (10 - 30% Mehrverbrauch) und die Heckscheibenheizung (Mehrverbrauch bis 0,4 Liter pro 100 Kilometer).

10. Motor aus im Stillstand

Wenn sich absehen lässt, dass man z. B. an einer roten Ampel mehr als 10 Sekunden steht, sollte der Motor abgestellt werden. Beim anschließenden Motorstart auf keinen Fall Gas geben.

 

Quellen zum Nach- und Weiterlesen:

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/verkehr/strassenverkehr/kraftstoffe/01248.html

https://www.vcd.org/artikel/schont-geldbeutel-und-umwelt/

https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachhaltige-mobilitaet

 

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ (Erich Kästner)

Daher veröffentlichen wir jetzt jede Woche neue Tipps, wie wir zum Klima- und Naturschutz beitragen können, um jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten.

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