Gutes Klima – Karpfen und andere Fische

Klimatipp der Woche

20.09.21 –

Ortsverband Ansbach - Wenn wir Fisch essen wollen, kommt es uns in erster Linie darauf an, dass er uns schmeckt, was er kostet, dass er frisch ist. Was wissen wir über die ökologischen Zusammen­hänge? In der Regel nicht viel bis nix. Das sollte sich ändern, wenn wir Fisch als wertvolles Nah­rungsmittel auch für die Zukunft sichern möchten!

Problembeschreibung:
Die Ozeane sind die Basis der Lebensmittelproduktion in Fischerei und Aquakultur. Der bereits ein­getretene Klimawandel verstärkt bestehende Gefahren für die Ozeane weiter. Zu den Treibern dieser Veränderungen gehören steigende Wassertemperaturen, eine vermehrte Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre sowie Sauerstoffmangel, der durch Verschmutzung und übermäßige Algen­bildung entsteht.

Die Fischereibranche versorgt weltweit drei Milliarden Menschen mit rund 20 % ihrer durchschnitt­lich konsumierten Menge an tierischen Eiweißen. Etwa 400 Millionen Menschen sind für ihre Er­nährung auf Fisch angewiesen.Wahrscheinlich wird die Nachfrage mit dem Wachstum der Weltbe­völkerung und deren zunehmendem Wohlstand noch steigen. Die erwarteten Folgen des Klima­wandels auf Fischerei und Aquakultur sind weltweit gesehen negativ, in vielen Regionen schwer­wiegend:
Steigt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre, nehmen die Weltmeere mehr CO2 auf. In der Folge sinkt der pH-Wert des Meerwassers, dieOzeane versauern. Dies stellt eine Gefahr dar für zweischalige Weichtiere wie Muscheln und Austern, aber auch für Korallen und schalenbildendes Plankton, denn die Bildung von Schutzhüllen oder auch Innenskeletten aus Calciumcarbonat (Kalk) wird durch saureres Wasser erschwert; z. B. verschlechtert sich der Zustand der Ökosysteme von Korallenriffen rasant. Die Versauerung gefährdet wirtschaftlich bedeutsame Fische und Schalentiere und in der Folge könnte mancherorts der Zusammenbruch der Küstenfischerei drohen: Insgesamt 25% aller Meereslebewesen sind in Korallenriffen beheimatet und mehr als ein Viertel der Fischer auf der Welt auf sie als Existenzgrundlage  angewiesen.

Der durchschnittliche pH-Wert der Meere ist im Vergleich zum vorindustriellen Niveau bereits um 0,1 gefallen, was einem Anstieg des Säuregrades um etwa 30 % entspricht. Besonders stark betrof­fen ist der Nordatlantik. Steigen die Treibhausgasemissionen weiter im gegenwärtigen Tempo, wird bis 2100 ein weiterer Rückgang des pH-Werts um 0,3 erwartet - so niedrig lag der pH-Wert des Meerwassers seit mindestens 50 Millionen Jahren nicht mehr! Bereits heute haben die raschen Veränderungen der chemischen und physikalischen Bedingungen in den Ozeanen merkliche Folgen für die Verteilung und Größe der Bestände von Meeresorganismen und die marinen Ökosysteme.

Durch die globale Fischerei werden etwa 520 Millionen Menschen beschäftigt, was 8 % der Weltbe­völkerung entspricht. Vor allem in maritimen Niedriglohnländern ist die Arbeit in der Fischerei von großer Bedeutung, da sie die Ärmsten der Welt mit einem Einkommen und Nahrung versorgt.

Der Umfang des CO2-Ausstoßes und der Schutz bestimmter Meeres-Ökosysteme wird Ge­schwindigkeit und Ausmaß des Klimawandels und daraus resultierend auch Migrationsbewegun­gen von Meereslebewesen wie Menschen an den Küsten direkt beeinflussen. Aktuell sind über zwei Drittel der Entwicklungsländer in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika von ihrer hei­mischen Seefischerei als Proteinquelle abhängig. Für manche Länder wird bis 2050 eine Reduktion um 50% der jährlichen Fangmengen erwartet.

Doch nicht nur am Äquator kann die Versauerung die Nahrungsketten einbrechen lassen und sich bis zu unseren Speisetellern bemerkbar machen. Auch in Süßwassersystemen können ähnliche Effekte wie in den Meeren beobachtet werden. Durch die Klimaerwärmung steigen auch im Süß­wasser die Wassertemperaturen und mit den steigenden Wassertemperaturen sinkt die Sauerstoff­löslichkeit. Gleichzeitig steigt die Schädlichkeit von Giftstoffen (z.B. Schwermetalle) für Fische.

Fazit:

Viele Probleme der Fischereiwirtschaft ergeben sich aus den hohen CO2-Emissionen an Land und brauchen vorrangig politische Lösungen. Doch auch die informierten Verbraucher:innen können durch ihr Verhalten etwas zum Guten bewirken:

Nachhaltiger Fischkonsum - was kann ich tun?

  • Fisch als nicht-alltägliche Delikatesse genießen, das heißt seltener. Würde jede:r Deutsche nur einmal pro Woche Fisch verzehren, sänke der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch um fast die Hälfte.

  • Vorrangig heimische Fische essenideal ist der Karpfen, eine besondere Spezialität unserer Region und ein reines Naturprodukt, das überwiegend direkt in der Region verzehrt wird. Er ist weltweit der einzige Fisch, der von Umweltverbänden als ökologisch unproblematisch ein­gestuft wird! Die Teichbewirtschaftung ist extensiv und naturnah, seine Nahrung ist natürlich und nicht mit CO2-Emissionen erzeugt, alle Transportwege sind kurz – die Ökobilanz ist aus­gezeichnet.

  • Auf Bio- und Umweltsiegel achten:
    a) Für Fisch aus Zuchten sind dies die Siegel von Bioland und Naturland sowie vom ASC (Aquaculture Stewardship Council) bei Verwendung gentechnikfreier Futtermittel.
    b) Für Wildfisch ist das MSC-Siegel derzeit noch die umfassendste Orientierungshilfe.

  • Den WWF-Fischratgeber beachten – trägt der Fisch kein Siegel, hilft der WWF-Fischratgeber mit den Ampelfarben. Mit Hilfe dieses Einkaufsratgebers kann ich mich für Fischprodukte aus der Kategorie "Gute Wahl" entscheiden und mithelfen, die Meere und Fischbestände zu scho­nen. Neben der empfohlenen Kategorie "Gute Wahl" sind im Fischratgeber auch die Kategorien "Zweite Wahl" und "Lieber nicht" zu finden, von denen wir besser die Finger lassen sollten.
    https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/vernuenftig-einkaufen/wwf-einkaufsratgeber-fische-meeresfruechte

 

Weitere Quellen zum Nachlesen:

https://www.klimafakten.de/branchenbericht/was-der-klimawandel-fuer-die-fischereiwirtschaft-bedeutet

https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/fischerei/fischerei-und-klimawandel/

https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Fischerei

„Jeden Tag die Welt retten“ von Julia F. Allmann, Gräfe und Unzer-Verlag 2020

 

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ (Erich Kästner)

Daher veröffentlichen wir jetzt jede Woche neue Tipps, wie wir zum Klima- und Naturschutz beitragen können, um jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten.

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