Gutes Klima - Gesundheit und die Fleischproduktion

Klimatipp der Woche

31.05.21 –

Ansbach/Ortsverband. 75 Prozent der Landoberfläche der Erde sind durch menschliche Aktivitäten beeinflusst. Die Landwirtschaft ist der wichtigste Grund für Waldrodungen. Schon jetzt bedecken Äcker, Weiden oder Wiesen mehr als ein Drittel der Landfläche der Erde. Und dieser Anteil wächst rasant, die CO2-Speicher Moor und Wald schwin­den jedes Jahr mehr. Dabei werden fast die Hälfte der durch Ernährung verursachten Treibhausgas-Emissio­nen durch die Fleischproduktion verursacht.

Auch wenn nur rund ein Sechstel des Kalorienbedarfs der Menschheit durch tierische Produkte gedeckt wird, sind dafür 77% des global verfügbaren Agrarlandes nötig.

Nicht nur, aber vor allem die Rindfleischproduktion trägt zur Klimaveränderung bei: Methan, das im Ver­dauungstrakt von Rindern entsteht, wirkt noch um ein Vielfaches stärker als CO2. Dazu kommen die Produk­tionsbedingungen: ca. 13 kg CO2 werden dabei für 1 kg Rindfleisch freigesetzt.

Für eine Beschränkung des Fleischkonsums sprechen auch gesundheitliche Gründe: 60 Prozent aller beim Menschen existierenden Infektionskrankheiten werden von Tieren auf Menschen übertragen. Durch intensive Landwirtschaft, Massentierhaltung und den massiven Einsatz von Antibiotika wird sich dieser Anteil noch erhöhen - wenn wir nicht umsteuern. Die Corona-Pandemie ist eine Folge davon, dass die Lebensräume von Wildtieren zerstört werden und uns dadurch ihre Viren und Bakterien näher rücken. Dazu kommt, dass wegen der industriellen Massentierhaltung bei den Tieren, die wir essen, etwa doppelt so viel Antibiotika eingesetzt wird wie bei den Menschen selbst. Durch Mutationen entwickeln sich immer mehr resistente Keime, gegen die unsere Medikamente wirkungslos sind.

Einige Lösungsmöglichkeiten: Klasse statt Masse!

  • Reduzierung des Fleischkonsums auf 300 bis max. 500 g pro Person und Woche, sofern nicht ganz darauf verzichtet werden kann – dann kann man sich auch artgerechte Haltung leisten.

  • Einkauf bei regionalen Erzeugern, wo die Haltungsbedingungen überprüft werden können – wenn z. B. Rinder ganzjährig auf der Weide stehen, wird der Ausstoß von Methan teilweise ausgeglichen durch Düngen und Verdichten der Weide, die dadurch mehr CO2 speichern kann.

  • Fleisch von Wildtieren verzehren, wenn es aus nachhaltiger und regulierter Jagd in der EU stammt – eine vernünftige Nutzung natürlicher Ressourcen ohne negative ökologische Auswirkungen.

  • Geflügel aus biologischer Erzeugung wird mit heimischen Erbsen oder Rapsschrot statt mit Soja aus klimaschädlichen Monokulturen in Südamerika gefüttert.

  • Beim Grillen mit Gemüse experimentieren - statt Fleischpflanzerl (ein Widerspruch an sich!) solche aus Möhren, Sellerie und Lauch, durch Ei und Semmelbrösel gebunden, oder Paprikaviertel, Zucchini- und Auberginenscheiben usw.

Quellen:
„Zu viel, zu groß, zu eng - Fleischproduktion und globale Gesundheit“, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
„Jeden Tag die Welt retten“ von Julia F. Allmann, Gräfe und Unzer-Verlag 2020

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ (Erich Kästner)

Daher veröffentlichen wir jetzt jede Woche neue Tipps, wie wir zum Klima- und Naturschutz beitragen können, um jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten.

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