Gutes Klima - beim Sport

Klimatipp der Woche

19.07.21 –

19.07.21 – Ansbach/Ortsverband - Wo Menschen zusammen Sport treiben, werden Wasser und Energie verbraucht, fällt Müll an und das Treibhausgas CO2 wird freigesetzt. Es wird immer augenfälliger, dass wir alle mehr für den Klimaschutz tun müssen: Wetterextreme werden häufiger und heftiger. Wegen der Erderwärmung ist die Luft nun auch auf unserem Kontinent und darum herum wärmer und kann damit mehr Wasserdampf aufnehmen. Das Klima wird tropischer, sagen die Meteorologen. Aktuell zu erleben: Es fällt über einem Ort mehr Regen, die Winde nehmen in der Höhe ab und Gewitter und Regenwolken bleiben dadurch länger über einem Ort.

Die Klimakrise wird auch die meisten Sportarten einschränken, wenn sie nicht gebremst wird, wie eine Studie der britischen Denkfabrik Rapid Transition Alliance aufzeigt. Schon jetzt werden laut der Studie viele Sportereignisse durch extremes Wetter gestört, was noch häufiger oder stärker werden dürfte: Zum Beispiel leidet der Wintersport zunehmend unter Schneearmut, Stadien werden geflutet und sind wochenlang nicht bespielbar, Dürre und Hitze be- oder verhindern Sportveranstaltungen.

Wer also das Klima schon nicht um der Natur, der Gesundheit und der Gerechtigkeit willen retten will, der möge es dem Sport zuliebe tun.

Kann nun der Sport selbst und der/die einzelne Sportler*in etwas zur Verbesserung der Lage tun? Ja, unbedingt!!!

Jede*r einzelne:

  • Möglichst Aktivitäten oder Sportarten bevorzugen, die kaum Mobilität und Material benötigen bzw. keinen negativen ökologischen Einfluss haben, z. B. Joggen oder Spazierengehen statt aufs Laufband im Fitnessstudio – macht genauso fit und verbraucht genauso Kalorien, aber sehr viel weniger Energie als ein hell erleuchtetes und beheiztes Fitnessstudio.

  • Alltagssport“ betreiben: Treppe statt Aufzug, zu Fuß oder mit Rad zum Bäcker statt schnell mit dem Auto, Handarbeit im Garten statt Benutzung elektrischer Geräte usw.

  • Für den Weg zum Sport gilt auch der Spruch: Der Weg ist das Ziel! Sportlich ist, das Auto stehen zu lassen und sich bei der Fahrt mit dem Rad schon mal warm zu machen.

  • Kleidung und Schuhe auftragen statt stets die neuesten Modelle zu kaufen und noch Gutes wegzuwerfen - Produkte herzustellen und zu transportieren verschlingt Energie und Rohstoffe.

  • Neue Sportarten erstmal mit geliehenen Sportgeräten ausprobieren und nicht gleich eine volle Ausrüstung erwerben; erstmal schauen, ob die Begeisterung anhaltend ist ...

  • Als Vereinsmitglied andere Mitglieder und Vorstände für das Thema sensibilisieren und auf einen Öko-Check bzw. Beratung durch eine Energieagentur hinwirken. Beispielhaft sind Initiativen zur Energieeffizienz durch Verhaltensänderung, für den Vereinssport, Anwendung erneuerbarer Energien im Vereinsheim, LED-Beleuchtung, Ausrichtung klimafreundlicher Sportevents sowie einzelne Maßnahmen zur Regenwassernutzung und Begrünung oder auch Reduzierung von Abfällen.

  • Beitritt zum „Sports for Future“: Das ist ein 2019 gegründeter Verein, der sich dem Klima- und Umweltschutz aus Perspektive des Sports verschrieben hat. Er möchte „die verbindende Kraft des Sports dafür einsetzen, um gemeinsam den Herausforderungen der Klimakrise zu begegnen.“ Dabei unterstützt er die Forderungen der „Fridays-for-Future“-Bewegung.

Nachfolgend Informationen und Zahlen, die das Einsparpotenzial im Sport verdeutlichen (gute Energie- und Umweltkonzepte ersparen im Übrigen auch den Vereinen Geld):

Bereich Mobilität

Die Fahrt zum Sportverein oder zu Wettkämpfen, die Anreise von Zuschauern zu Veranstaltungen oder von Funktionsträger*innen zu Gremiensitzungen: Rund 9 Millionen Tonnen an Klimagasen trägt Mobilität zum ökologischen Rucksack des Sports hierzulande bei. Bevorzugtes Verkehrsmittel im Sport ist das Auto.
Im Vereinssport lässt sich das Fahren der Mannschaften zu Spielen nicht umgehen. Um den ökologischen Fußabdruck ihrer Mannschaften zu verringern, könnten die Vereine neben der Bildung von Fahrgemeinschaften ihre Eintrittspreise für die Spiele um einen Euro erhöhen und aus diesen zusätzlichen Einnahmen zur Kompensation Bäume pflanzen. Eine Buche z. B. bindet pro Jahr 12,5 Kilogramm CO2. Dieses Konzept wäre sehr einfach anzuwenden und gerade der Fußball könnte mit seinen hohen Zuschauerzahlen enorm viel seiner CO2-Emissionen verringern bzw. kompensieren.
(Idee aus der Facharbeit von Peter Kowalski am Gymnasium Lohne zur Nachhaltigkeit im Sport)

Bereich Sportstätten

Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und mangelnde Isolierung in deutschen Sportanlagen verursachen jährlich rund 7,5 Millionen Tonnen CO2. Dies entspricht dem jährlichen Verbrauch von sechs Großstädten. Alleine bei den Sporthallen, die zwischen 1950 und 1965 gebaut wurden, lässt sich der Energieverbrauch um mehr als 60 Prozent senken, das sind eine Million Tonnen CO2 pro Jahr. CO2-Reduktion und Umweltschutz– die Liste der Möglichkeiten ist lang: z. B. effiziente Lüftungssysteme, Präsenzmelder in Hallen- und Sanitäranlagen, Solarthermie, LED-Flutlichtanlage, Kork statt Granulat auf den Fußballplätzen, Regenwasserzisternen auf dem Außengelände u. v. m.
Die Mehrzahl der Sportvereine verfügen nicht über eigene Sportanlagen, sondern nutzen zumeist kommunale Einrichtungen. Nach Schätzungen des Deutschen Olympischen Sportbundes sind sogar rund zwei Drittel aller Sportstätten in kommunaler Hand. Energiekonzepte müssen also in den Stadträten und –verwaltungen beschlossen werden.

Bereich Energiemanagement bei Sportereignissen

Im Jahr 2005 stießen die 154 größten Sportveranstaltungen in Deutschland etwa 300.000 Tonnen CO2 aus. Das entspricht den Mengen, die bei der jährlichen Stromerzeugung für 140.000 Haushalte entstehen. Mit einem klimafreundlichen Energiemanagement lässt sich hier jedoch eine ganze Menge einsparen.

Bereich Ein- und Verkauf bei Sportereignissen

Mehrweg statt Einweg, Bio-Produkte, Fairtrade und regionale Produkte statt Billigverpflegung - nicht nur beim Catering, auch bei der Beschaffung von Fanartikeln und Trikots muss gelten: Klimaschutz geht vor.

Bereich Sportunterricht

Für die Nachhaltigkeitsbildung im Sportunterricht brauchen Sportlehrkräfte spezifische fachliche und methodische Kompetenzen. Deshalb ist es nötig, hierfür neue didaktische Konzepte zu entwickeln und zu verbreiten.
"Klima bewegt!" ist ein Projekt der Sport- und Gesundheitsdidaktik der Technischen Universität München für Sportlehrkräfte und ihre Schüler*innen. Mit videobasierten Kurzfortbildungen werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie Klimaschutzthemen im Sportunterricht integriert werden können.

 

Quellenzum Nach- und Weiterlesen:

https://www.deutschlandfunk.de/serie-endspiel-ums-klima-5-energiefresser-breitensport.1346.de.html?dram:article_id=439442

https://www.klimaschutz.de/projekte/klima-bewegt-%E2%80%93-klimabewusstes-verhalten-im-und-durch-sport

https://taz.de/Folgen-des-Klimawandels/!5701072/

https://sportsforfuture.de/

 

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ (Erich Kästner)

Daher veröffentlichen wir jetzt jede Woche neue Tipps, wie wir zum Klima- und Naturschutz beitragen können, um jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten.

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