Gutes Klima – beim Heizen

Klimatipp der Woche

13.09.21 –

Ortsverband Ansbach - Es war schon mal kurz recht ungemütlich, vereinzelt haben manche bereits die Heizung eingeschaltet. Das Heizen verursacht beträchtliche CO2-Emissionen. Doch eine klima­freundliche Heizung und das richtige Verhalten beim Heizen helfen, die CO2-Emissionen zu reduzieren und die globale Erwärmung nicht übermäßig anzufeuern.

Das Umweltbundesamts hatte 2018 die durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbräuche natürlicher Ressourcen untersucht und veröffentlicht, an welcher Stelle der Einfluss für uns Verbraucher:innen am größten ist. Von den CO2-Emissionen, die zuhause anfallen (immerhin 52% vom Gesamtauf­kommen!) entfallen auf die Heizung mehr als ein Viertel, nämlich 28%! Da lohnt es, einmal genauer hinzusehen.

80% der Heizungen in Deutschland sind falsch eingestellt und die meisten technisch veraltet. Aktuell heizen die Deutschen immer noch vor allem mit fossilen Energieträgern: Rund drei Viertel aller Wohnungen werden mit Erdgas (48%) oder Öl (26%) geheizt. Ölheizungen emittieren am meisten CO2 und sollten deshalb kurzfristig ganz verschwinden, auch Gasheizungen bieten nur eine mittelfristige Perspektive.
Nachtspeicherheizungen und andere Stromheizungen verschwenden Strom: Sie verwandeln eine Kilowattstunde Strom in nur eine Kilowattstunde Wärme. Stromheizungen sind die teuerste und ineffektivste Art zu heizen und sollten so schnell wie möglich ersetzt werden. (Eine gute Wärme­pumpe erzeugt viermal so viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom.) Um die CO2-Emissionen im Haushalt zu senken, muss die Energie- und Wärmeversorgung baldmöglichst aus erneuer­baren Energien gespeist werden.
Solarthermie nutzt die Sonnenstrahlung, um zum Beheizen der Wohnräume oder der Trinkwasser­erwärmung beizutragen. Holz sollte möglichst effizient und emissionsarm eingesetzt werden und vorzugsweise aus Reststoffen der Holzverarbeitung stammen (z. B. Holzpellets oder -briketts). Das größte Potenzial hat die Erdwärmepumpe, deren Antriebsstrom immer mehr aus erneuerbaren Energien stammen wird – dann sind Wärmepumpen das umwelt- und klimafreundlichste Heiz­system.
Wer auf rein erneuerbare Energien umstellt, den belohnt die staatliche Förderbank mit Sonderboni für die erzielte CO2-Ersparnis. Möglichkeiten gibt es genug: Heizungen mit Sonnenkraft, Holz und Erdwärme sind auch problemlos miteinander kombinierbar.

Was kann ich als Hauseigentümer:in tun?

a) Erneuerung der Heizung prüfen: Wer einen neuen Wärmeerzeuger einbauen möchte, kann auf Wärmepumpen, Holzheizungen oder Brennstoffzellenheizungen setzen. Im Altbau kommen auch Hybridheizungen infrage. Für einen geringen Betrag kann seit Jahresanfang eine produktoffene Energieberatung der Verbraucherzentrale erbeten werden, die ins Haus kommt und alle relevanten Heiztechniken und Wünsche der Eigentümer einbezieht.

b) Auch ohne einen Heizungstausch können wir klimafreundlicher heizen, u. a. mit der richtigen Dämmung der Rohre oder einem Austausch der Umwälzpumpe (Hocheffizienzpumpen verbrau­chen deutlich weniger Strom) - oder einfach mit der Wahl der richtigen Raumtemperatur.

c) Heizung als Gesamtsystem: Damit eine Heizung möglichst effizient funktioniert, muss das ganze System optimal eingestellt und aufeinander abgestimmt sein: Wärmeerzeuger, Heizflächen, Ther­mostatventile, Pumpen- und Reglereinstellungen. Eine solche Heizungsoptimierung lohnt sich auch bei bestehenden Heizkesseln. Nur unter dieser Voraussetzung arbeiten Brennwertkessel auch tatsächlich im Brennwertbetrieb (d. h. der Wasserdampf im Abgas wird abgekühlt und fällt als Kon­densat an). Auch bei Wärmepumpen und Solaranlagen ist ein effizienter Betrieb kein Selbstläufer. Deshalb sollte bei einem Heizungstausch eine Heizungsoptimierung beauftragt werden, damit sich die erwartete Energieeinsparung auch tatsächlich einstellt.

d) Nachtabsenkung – bei einem gut gedämmten Haus kann die Heizung nachts sogar ganz abge­schaltet werden. Auch die Warmwasserbereitung ist nachts abzusenken.

e) Hydraulischer Abgleich - Laufen einige Heizkörper auf Hochtouren, während andere kaum in die Gänge kommen? Ein hydraulischer Abgleich löst das Problem: Jeder Heizkörper wird indivi­duell eingestellt. Das senkt die Heizkosten um 5 bis 15% – bei Investitionskosten von einem bis sechs Euro pro Quadratmeter. Ein hydraulischer Abgleich in einem Einfamilienhaus mit Gasheizung z. B. spart im Jahr bis zu 290 kg CO2 = 90 €.

f) Heizung entlüften

g) Heizungsunterstützung durch Sonnenkollektoren auf dem Dach. Etwa 90% Prozent des Energieverbrauchs entfallen nämlich nur auf die Erhitzung von Wasser.

Was kann ich als Mieter:in tun?

a) Richtig Lüften - zwei bis drei Mal täglich fünf Minuten lang alle Fenster weit aufmachen (bei Querlüftung reicht die Hälfte der Zeit) und in dieser Zeit die Heizkörper herunter drehen. So halten wir die Heizkosten niedrig, beugen Schimmel an der Wand vor und haben es zu Hause bei frischer Luft angenehm warm, denn bei kurzem Lüften erwärmt sie sich schnell wieder.

b) Ausprobieren, ob auch mit einem, zwei oder drei Grad weniger Raumtemperatur und einem Pullover mehr gemütlich zu wohnen ist – jedes Grad weniger macht etwa 6% Energieeinsparung aus. Für Wohnräume und Arbeitszimmer ist i. d. R. eine Temperatur von circa 20 °C optimal, für Schlafzimmer sind 15 °C ausreichend.
Vor allem, wer tagsüber länger nicht zuhause ist, sollte zurückdrehen, die Räume jedoch auch nicht zu stark auskühlen lassen (etwa drei Grad weniger sind richtig). Für alle Technik-Fans gibt’s Unter­stützung durch elektronische Thermostatventile: Sie senken die Raumtemperatur automatisch, wenn niemand zu Hause ist und lassen sie pünktlich zum Eintreffen in der Wohnung wieder ansteigen.

c) Heizung entlüften - Heizungen müssen regelmäßig entlüftet werden, damit sie richtig arbeiten können. Am besten, bevor die Heizperiode beginnt. Einfach das Lüftungsventil vorsichtig mit einem Heizungsschlüssel (oder Schraubendreher) aufdrehen, einen alten Lappen oder ein Gefäß darunter halten und die eingeschlossene Luft entweichen lassen, bis Wasser tröpfelt; dann wieder zudrehen.

d) Rollläden nachts herunter lassen – je nach Fensterart 35 bis 80% weniger Wärmeverlust!

e) Heizkörper freihalten und nicht mit Gegenständen zustellen, damit sich die Wärme ungehindert ausbreiten kann. Eine dicke Gardine oder ein Bücherstapel auf dem Heizkörper verhindern das.

f) Hydraulischer Abgleich (siehe oben bei Eigentümer:in)
 

Quellen zum Nach- und Weiterlesen:

https://www.tuebingen.de/tuebingen-macht-blau/15897.html

https://www.mein-klimaschutz.de/ueber-uns/mein-klimaschutz-ziele-zahlen-fakten/#c104191

https://www.umweltbundesamt.de/themen/mehr-klimaschutz-einer-neuen-heizung

https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/heizungstausch/

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Infografiken/Energie/effizienzklassen-rechner.html

https://www.heizsparer.de/spartipps/heizkosten/die-20-besten-tipps-zum-heizkosten-sparen

BDEW "Wie heizt Deutschland?" 2019

„Jeden Tag die Welt retten“ von Julia F. Allmann, Gräfe und Unzer-Verlag 2020

 

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ (Erich Kästner)

Daher veröffentlichen wir jetzt jede Woche neue Tipps, wie wir zum Klima- und Naturschutz beitragen können, um jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten.

 

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