Gutes Klima - auch beim Grillen

Klimatipp der Woche

28.06.21 –

Ansbach/Ortsverband. 

Jetzt raucht der Grill wieder! Wer's mit gutem Gewissen genießen und dabei möglichst viel CO2 vermeiden will, sollte ein paar Dinge beachten:

Durchschnittlich grillt ein deutscher Haushalt 13 Mal pro Jahr. Wer klimafreundlich grillen möchte, denkt meist als erstes an die Holzkohle. Rund 95 % der CO2-Emissionen beim Grillen entfallen jedoch auf das Grillgut. Wer Gemüse statt Fleisch grillt, kann pro Jahr fast 75 kg CO2 vermeiden. (Um diese Menge CO2 zu kompensieren, sind 6 Bäume nötig.)

Wie groß die Unterschiede sind, zeigt das Beispiel für eine vierköpfige Familie mit Zahlen des CO2-Rechners des ifeu (Institut für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg). So viel CO2verursacht Grillgut durchschnittlich in einem Jahr:

Grillen mit Fleisch

ca. 90 kg CO2

klimafreundlich grillen mit Käse und Gemüse (vegetarisch)

ca. 50 kg CO2

besonders klimafreundlich grillen mit Gemüse (vegan)

ca. 16 kg CO2

Wer klimafreundlich grillen will, sollte daher weniger Fleisch (vor allem Rind) und Käse auf den Grillrost legen. Bis ein Tier als Steak oder Wurst auf unseren Tellern liegt, wurden enorme Massen an Ressourcen wie Land, Wasser, Energie und Getreide verbraucht. Ein Viertel der Erde dient heute allein als Weideland für Nutztiere. Dazu zählen riesige Gebiete im Amazonaswald, unter anderem eine große Bedrohung für die Artenvielfalt.

Ob eingelegte Auberginen oder Tofu-Tomaten-Spieße - viele bunte Gerichte sind klimafreundlicher als Nackensteak und Rostbratwurst, sorgen für Abwechslung auf dem Rost und können gerade im Sommer aus der Region bezogen oder vor der Haustür geerntet werden.

Für den Grill eignen sich folgende Gemüsesorten besonders gut: Paprika, Zucchini, Aubergine, (Süß-)Kartoffeln, Maiskolben, Kürbisscheiben, Champignons, Möhren. Einige Stunden vorher marinieren mit Öl und frischen Kräutern, auch mit Knoblauch, verleiht dem Grillgemüse einen mediterranen Geschmack. Mit Salz sollten Sie das Gemüse hingegen erst ganz zum Schluss würzen, da es z. B. Zucchini, Aubergine und Co. das Wasser entzieht und sie so ihre Knackigkeit verlieren.

Am besten verwenden Sie für Gemüsespieße für den Grill sogenannte raffinierte Öle, wie etwa Sonnenblumen- oder Rapsöl. Diese wurden von unerwünschten Begleitstoffen gereinigt und ihnen machen die hohen Temperaturen von etwa 200 Grad auf dem Grill nichts aus.

Alternativen gibt es wie beim Fleisch auch für Kohle, Anzünder und Grillgeräte:

Brennstoff: Umweltfreundlicher sind Solar-, Gas- oder Elektrogrills, Grillen mit Holzkohle ist je­doch mit Abstand am beliebtesten. Sie wird von 16 Millionen Haushalten verwendet. Leider ahnen die meisten nicht, dass mit Holzkohle auch viel Tropenholz verfeuert wird, rd. 64 % der Holz­kohle stammen aus Tropenwäldern. Dafür wird jährlich eine Fläche von rund 2.000 Fußballfeldern abge­holzt. Wenn wir uns an Produkte mit FSC oder Naturland-Siegel halten, wird bei der Herstellung auf eine nachhaltige Forstwirtschaft und die Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien geach­tet. Eigene Siegel der Hersteller gewährleisten das nicht unbedingt.

Wenn es doch Kohle sein soll, lässt sich die Rauchentwicklung mit einem Anzündkamin (eine Art Metallzylinder, der das Anzünden beschleunigt) und guter Luftzufuhr geringer halten. Davon profi­tiert nicht nur die Atmosphäre, sondern auch die Atemwege der Grillfest-Teilnehmer und Nachbarn. Neben dem Qualm ist der Funkenflug nicht zu unterschätzen. Deshalb: Nicht unter Bäumen oder auf trockenen Wiesen grillen.

Das Grillen mit Holzkohle führt zu hohen Emissionen. Der Grund: Im Qualm stecken Feinstaub und andere krebserzeugende Substanzen. Jeden Tag mit Kohle grillen wäre deswegen enorm ungesund. Global gesehen ist der beim Brutzeln anfallende Rauch aber nicht das Hauptproblem. Der TÜV Rheinland hat schon 2011 eine Öko-Bilanz für einen typischen Grillabend von zwei Familien mit insgesamt acht Personen erstellt. Es entstanden zwischen 17,5 und 18 Kilogramm klimaschädliche Treibhausgase an Emissionen. Das entspricht immerhin einer Autofahrt von rund 120 Kilometern in einem Mittelklassewagen.

Die gute Nachricht: Zur herkömmlichen Grillkohle mit Tropenholz gibt es inzwischen jede Menge Alternativen; aus Mais- oder Olivenabfällen z. B., natürlichen Abfallprodukten, oder auch Kokos-Briketts und Kohle aus Bambus.

Anzünder: Auf Spiritus und chemische Grillanzünder können wir verzichten. Leicht brennbare, ökologische Materialien - etwa kleine Äste und Stöckchen, Karton oder ein Anzündkamin - tun es genauso. Gut eignet sich dafür z. B. Wellpappe in Pyramidenform. Das ist nicht nur umweltfreund­licher, sondern funktioniert auch noch mit dem Kamineffekt: Die Flammen verteilen sich gleich­mäßig mühsames Fächeln bleibt erspart. Es eignen sich auch Maisspindeln oder Holzfasern mit FSC-Zertifikat (wie Holzwolle mit Wachs) sowie flüssige Grillanzünder auf pflanzlicher Basis.

Um Müll zu vermeiden, ist es wichtig, auf Wegwerf-Grills und nur einmal benutzbares Plastik- oder Papp-Geschirr zu verzichten, da sie für den geringen Nutzen zu viel Energie und Ressourcen verbrauchen. Von Mehrweg-Geschirr schmeckt es meistens auch besser!

Falls Sie einen neuen Grill kaufen, sollten Sie zu einem Solar-, Gas- oder Elektrogrill greifen, um die Luft weniger zu belasten (Empfehlung des Umweltbundesamtes). Denn damit können Sie neben CO2 jede Menge weitere Schadstoffe vermeiden, die mit Holzkohle entstehen. Bei einem Elektro­grill senken Sie mit echtem Ökostrom die Emissionen weiter. Noch besser: Teilen Sie sich ein Grillgerät mit Ihren Nachbarn.
 

Kurz und gut – wie kann ich klimafreundlich grillen?

1. Beim Fleischsparen- je mehr Gemüse und je weniger tierische Produkte auf den Grill kommen, desto besser ist die Umweltbilanz! Wenn es Fleisch sein soll: Bio-Fleisch ist bei der Erzeugung klimafreundlicher; Schweinefleisch und Geflügel sind weniger klimaschädlich als Rindfleisch und Grillkäse. Würstchen in Bio-Qualität haben noch den gesundheitlichen Vorteil, dass sie frei von Phosphat sind.

2. Fisch sorgsam auswählen und möglichst ungefährdete Fischarten grillen: Dazu zählen z. B. Karpfen oder Bio-Forelle aus heimischer Zucht sowie Wildlachs aus Alaska mit dem Label des Marine Stewardship Council (MSC).

3. Gesund grillen - auf Einweggrills verzichten und Grillgut nicht in Alufolie verpacken

4. Kohlegrill: nachhaltigen Brennstoff verwenden – für den Kohlegrill am besten Holzkohle mit dem Forest Stewardship Council (FSC)-Siegel nutzen – und richtig anzünden: ohne Spiritus und ohne chemische Grillanzünder

5. Beim Auswärts-Grillen: Müll mit nach Hause nehmen, dort richtig trennen und entsorgen. Nach Möglichkeit auf Einweggeschirr und Einwegbesteck verzichten.

6. Bei Geräte-Neukauf klimafreundlicheren Grill wählen: Solar-, Gas- oder Elektrogrill

Quellen:

https://www.mein-klimaschutz.de/beim-einkauf/a/essen/wie-kann-ich-klimafreundlich-grillen/

https://www.oekotest.de/essen-trinken/Nachhaltig-grillen-So-schonen-Sie-Klima-Umwelt-und-Tierwohl-beim-Grillen_11307_1.html

https://www.oekotest.de/essen-trinken/Vegetarisch-grillen-So-gelingen-Gemuese-Seitan-Co-auf-dem-Rost_10838_1.html

https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-besser-grillen-100.html

„Jeden Tag die Welt retten“ von Julia F. Allmann, Gräfe und Unzer-Verlag 2020

 

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ (Erich Kästner)

Daher veröffentlichen wir jetzt jede Woche neue Tipps, wie wir zum Klima- und Naturschutz beitragen können, um jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten.

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