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Für eine Fußgängerzone mit Radfahrern

CSU hat im Wahlkampf die Radfahrer als Feindbild entdeckt

01. Okt. 2018 –

Endlich hatte der Stadtrat sich zu einer Öffnung der Fußgängerzone durchgerungen.
Im nördlichen Teil mit seinem Nadelöhr „Durchgangsschulhaus“ hat das Miteinander der „schwachen“ Verkehrsteilnehmer Radfahrer und Fußgänger ja auch jahrelang
problemlos funktioniert.

Warum sollte nun, was in der Pfarrgasse und auf dem Martin-Luther-Platz so gut funktioniert, dass dort ein touristischer Radfernweg verläuft, nicht auch in der Neustadt und in der Uzstraße gehen?
Zumal in diesem Teil der Altstadt eine Vielzahl von Läden die Radfahrer als zusätzliche Kunden bitter nötig haben und in der Mehrzahl freudig begrüßen!

Weil man in Ansbach sehr vorsichtig ist, hat die Stadtratsmehrheit jenseits der CSU diese Freigabe auf ein Jahr begrenzt, um danach noch mal auszuwerten und ganz
sicher zu gehen, dass die Fußgänger nicht unter die Räder kommen.
Und die Stadtverwaltung engagiert sich über die reine Umsetzung hinaus mit einer ausgefeilten Kampagne für Rücksichtnahme und gegenseitiges Verständnis.
Was macht die sonst so mobilitätsfreundliche CSU, deren Stadträte sich vor nicht allzu langer Zeit, mit Verweis auf die Bedürfnisse der Händler, den Auto- und Busverkehr in der Altstadt zurückgewünscht haben?
Sie hat, mitten im Landtagswahlkampf, eine neue Minderheit entdeckt, die man mit Verboten in die Schranken weisen könnte: Die Radfahrer.

Da ist es ziemlich unwichtig, dass

- es bisher zwar viele Emotionen, aber keine ernsthaften Verletzungen in der Fußgängerzone gab

- die Verletzungsgefahr für einen stürzenden Radler viel größer als für einen angefahrenen Fußgänger ist

- Radler deshalb schon aus Selbstschutz sehr vorausschauend unterwegs sind

- man viel Steuergeld sparen würde, wenn vor einem Bürgerbegehren der Verlauf des Probejahrs abgewartet würde

- der Schilderwald der Fußgängerzone so viel übersichtlicher ist

- viele Bürger sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad in die Altstadt kommen

- die Händler und Dienstleister in der Altstadt diese zusätzlichen Kunden dringend brauchen

- Radfahrer mit Fahrradtaschen in den Läden fast soviel umsetzen wie Autofahrer

- diese Transportfähigkeit und die Reichweite mit der Zahl der E-Bikes weiter steigen wird und

- das Verbot auch noch familienfeindlich ist, weil es Radler*innen mit Kindersitzen besonders hart trifft, die ihre Kinder dann für wenige Meter aussteigen lassen oder das schwere Rad schieben müssen.


Das Thema könnte eigentlich sachlich nach Faktenlage diskutiert werden.
Es weckt bei den Bürgern jedoch schnell Emotionen; ein diffuses Gefühl der Bedrohung; Angst vor Nachteilen.
Ein Gefühl, das sich mit den Fakten nicht deckt.

Die CSU nutzt diese Angst aus durchschaubar wahltaktischen Motiven aus. Der Nachbarsjunge auf dem Weg zur Schule, die Mutter mit dem Kindersitz und der Senior auf dem E-Bike mutieren zu gefährlichen „Kampfradlern“ mit Handgranate als Kopf.

Das ist aus unserer Sicht nicht Politik, sondern der bekannte „wir-gegen-die-anderen“ Populismus der CSU.

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