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  • Quelle Simon Mayr

Begrünte Schutzstreifen gegen Starkregen

Grüne für Flächenerwerb durch die öffentliche Hand

16. Mai. 2018 –

Ansbach. Durch die Regenperiode und erneute Schlammfluten in der letzten Woche ist Erosionsschutz wieder ein aktuelles Thema in Ansbach.
Für die Grünen steht es als eine der Folgen des weltweiten Klimawandels schon länger auf der Agenda.
 
Wir haben unsere Vorstellungen zum besseren Schutz der Ansbacher Bürger und Infrastruktur in der folgenden Stellungnahme zusammengefasst:
 
"Die Starkregen-Ereignisse der letzten Tage haben gezeigt, dass offene Ackerflächen auf der Hochfläche für direkte Anlieger und sogar weit hangabwärts liegende Gebäude in Ansbach ein gravierendes Problem darstellen können.
 
Wir Ansbacher Grüne haben Verständnis dafür, dass Landwirte ihre Flächen bei Extremereignissen nicht immer gegen Bodenabtragung z.B. durch Wind oder Regen sichern können. Maßnahmen wie Fruchtfolge, Gründüngung und die Bewirtschaftung quer zum Gefälle sind bekannt und werden praktiziert. Vor allem beim Maisanbau gibt es jedoch längere Zeiträume, in denen der Boden offen liegt.
Treffen diese Zeiten mit Starkregen-Ereignissen zusammen, wird oft wertvoller Boden weggespült.
 
Dort wo Ackerflächen direkt oberhalb an bebaute Gebiete angrenzen, führen Starkregen-Ereignisse oft zu hohen Schäden an Gebäuden und Straßen.
Diese „Jahrhundertregen“ treten zukünftig infolge des Klimawandels aber wohl mehrmals pro Jahrzehnt auf. Deshalb ist einerseits die Landwirtschaft gefordert noch weitreichendere Maßnahmen zu ergreifen, z.B. mit stärkerer Bodenbedeckung durch Mulchsaat, eine Verringerung der Schlaggröße und damit der Hanglänge, durch Anlage von Altgrasstreifen, Feldrainen oder Wechsel in der Feldfrucht.
 
Andererseits muss die öffentliche Hand handeln:
Schon die Anlage kleinerer Retentionsflächen und Rückhaltungen kann den Oberflächenabfluss reduzieren.
Je nach den örtlichen Gegebenheiten (Einzugsfläche, Hangneigung, Stabilität der Kante) können aber – ähnlich der Lawinenschutzflächen in den Alpen - bewachsene Pufferstreifen an den sensiblen Übergängen zwischen Acker und Bebauung notwendig sein. Auf diesen mindestens 5 Meter breiten Streifen sind mehrjährigen Blühflächen, Streuobstwiesen, Varianten von Gehölz- und Heckenstrukturen bis hin zur flächigen Aufforstung denkbar. Wichtig ist eine dauerhafte, aufnahmefähige Bodenbedeckung zur Rückhaltung des Wasserabflusses und der mitgeführten Schlammfracht.
 
Diese Schutzstreifen würden, neben einem positiven Effekt auf die biologische Vielfalt, die Siedlungsränder weiter begrünen sowie die weithin sichtbaren Hangkanten (und damit das gesamte Landschaftsbild) optisch aufwerten.
 
Die dafür zu erwerbenden Flächen könnten von der Stadt als Ausgleichsmaßnahmen oder zum Ansparen eines „Ökokontos“ eingesetzt werden, was die effektiven Kosten reduzieren würde.
 
Es kann nicht den betroffenen Landwirten alleine überlassen werden, die öffentlichen und privaten Flächen in ihrem Umkreis vor dem Risiko von unberechenbaren Starkregen-Ereignissen zu schützen. Wir halten es deshalb für eine wichtige Aufgabe der Stadt, die entsprechenden Risikoflächen zu kaufen (oder dauerhaft zu pachten) und entsprechend umzustrukturieren.
 
Dazu gibt es sogar eine aktuelle „Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppe Erosionsschutz“ vom Januar 2017 der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL):
https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/iab/dateien/handlungsempfehlungen_ag_erosionsschutz_abgabe_19-01-2017_.pdf

Diese österreichische Leitlinie beschäftigt sich über den Erosionsschutz hinaus mit der Verhinderung des Eintrags von Pflanuzenschutzmitteln in Gewässer:
http://igpflanzenschutz.at/dateien/dwkq4.pdf
 
Wir fordern die Stadt Ansbach auf, die besonders problematischen Flächen im Stadtgebiet möglichst bald gezielt zu ermitteln. Denn auch bisher völlig unauffällige, weil derzeit bewachsene landwirtschaftliche Flächen können unter anderen Umständen
ein Risiko darstellen.
 
Nur durch ein eng mit den Bewirtschaftern und Fachbehörden abgestimmtes Maßnahmenpaket ist ein besserer Rückhalt von Regenwasser in der Fläche zu erreichen, damit dem Verlust wertvollen Bodens und der Überflutung von Wohngebieten Einhalt geboten werden kann.
Jetzt ist konkretes Handeln angesagt - der nächste Starkregen kommt gewiss!"

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