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Bündnis 90/Die Grünen

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Attraktiver öffentlicher Nahverkehr

- für den Landkreis Ansbach

16. Feb. 2020 –

Kreistag. Ein klimafreundliches und bedarfsgerechtes Mobilitätsangebot erhöht die Lebensqualität gerade in unserem Flächenlandkreis. Dafür stärken wir den öffentlichen Nahverkehr. Die Schiene ist das Rückgrat: Die Reaktivierungen der beiden Bahnstrecken Dombühl – Nördlingen und Nördlingen – Gunzenhausen sind erste Schritte. Dazu muss der Landkreis selbst aktiv werden. Hier braucht es Mut und direktes Engagement.

Das System des Nahverkehres im Landkreis Ansbach basiert auf zwei Säulen – dem schienengebundenen Personennahverkehr (SPNV), sprich der Bahn und dem allgemeinen Öffentlichen Personennahverkehr, dem ÖPNV, also Bussen und Bedarfsverkehren im System des VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg).

Der Landkreis Ansbach ist als Träger der zweiten Säule, des Nahverkehrs mit Bussen und Bedarfsverkehren, eingebettet in den Verkehrsverbund Nürnberg (VGN) und damit in der Pflicht, die Bevölkerung in allen Gegenden des Landkreises gleichmäßig mit Nahverkehr zu versorgen. Bisher passiert dies hauptsächlich in Form von Schülerverkehren - die Verbindungen in Ferien und am Wochenende sind ausgedünnt. Der Modal-Split liegt bei etwa 6 %, d.h. von 100 Fahrten werden gerade einmal sechs mit dem ÖPNV zurückgelegt.

Der ÖPNV spielt für viele Kreisbürger auch deshalb keine große Rolle, weil es an zuverlässigen Angeboten mangelt. Es ist in großen Teilen nicht möglich, auf das Auto zu verzichten. Die Zulassungszahlen sprechen hier eine klare Sprache, wir haben mehr zugelassene Fahrzeuge als Einwohner im Landkreis.

Selbst im östlichen Teil des Landkreises, wo es zumindest Bahnanbindungen gibt, besteht durchaus Luft nach oben, wenn es um Nutzerfreundlichkeit und Anbindung der letzten Kilometer geht.

Deshalb haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Busverkehre attraktiver zu gestalten, Bedarfsverkehre den Gegebenheiten anzupassen und den ökonomischen und ökologischen Nutzen auszubalancieren. Es bringt niemandem etwas, wenn Busse leer durch die Gegend fahren. Es sollte aber gleichzeitig jeder Bürger bei Bedarf von seinem Ortsteil zu einem Bahnhofshalt oder Ärztebesuch transportiert werden können. Mobilität im Bereich Gemeinde - Stadt, also zwischen Ortsteilen und Hauptort, sind eigentlich Aufgabe der Kommune und müssen von dieser auch finanziell mit unterstützt werden. Dafür können zukünftig Bürgerbusse und Bedarfsverkehre dienen. Und es ist sinnvoll, wenn diese von Kommunen oder Fördervereinen selbständig und teils auf eigene Kosten betrieben werden. Wir möchten aber auch, dass der Landkreis die Linien mit unterstützt, die den bestehenden ÖPNV zwischen den Gemeinden ergänzen.

Und wir wollen mehr- die Linienbedarfsfahrten sollen in reguläre Linien umgewandelt werden, sobald ständiger Bedarf erkennbar ist – das ist für die Nutzern ungemein hilfreich. Wir wünschen uns eine einheitliche „Bestellpraxis“ für den kompletten Landkreis, damit beispielsweise überall „Rufbusse“ spätestens eine Stunde vor Fahrtbeginn zu bestellen sind - bei einer landkreisweiten Telefon- Nummer.

Das „Rückgrat Schienenverkehr“ ist momentan auf den östlichen und nördlichen Bereich des Landkreises begrenzt, sodass im Westen und Süden des Landkreises eine vergleichbar schlechtere Anbindung stattfindet. Wir fordern eine möglichst zeitnahe Verlängerung der S-Bahn-Strecke Ansbach – Crailsheim. Hier stehen wir mit allen Politikebenen in einer Reihe und wir möchten, dass eine zügige Umsetzung angestrebt wird.

Im aktuellen Nahverkehrsplan wurde versucht, die Randzeiten mit Rufbussen und Anrufsammeltaxis auszufüllen. Wo das funktioniert, sollte nichts geändert werden. Wo allerdings die Bürger deutliche Nutzungshemmungen haben, sollte man diesen entgegenkommen. Wir fordern gezielte Beratung, damit mehr Menschen den ÖPNV nutzen, wir fordern mehr Werbung und Marketing, damit die Bürger hellhörig werden und den ÖPNV in Betracht ziehen. Was man nicht kennt, nimmt man nicht an. Deshalb ist es nötig, neue Nutzer zu werben. Genauso ist es auch wichtig, die vorhandenen Nutzer zu befragen, welche Verbesserungsvorschläge sie haben.

Und ganz wichtig - Wir unterstützen die Reaktivierungen der beiden Bahnstrecken Dombühl - Nördlingen und Nördlingen – Gunzenhausen! Aufgabe für den Landkreis muss es sein, eine möglichst gute Taktung von Busverkehren an die vorhandenen und entstehenden Schienennetze zu installieren. Doch zunächst müssen die Linien reaktiviert werden. Wir fordern deshalb endlich eine unkonventionelle, professionelle Herangehensweise an diese Reaktivierungen. Es darf nicht sein, dass sie an einer 1000-Personenkilometer- Grenze scheitern, die sich bei anderer Taktung und Wohlwollen so gar nicht ergibt. Wir fordern Mut und auch direktes Engagement des Landkreises.

Eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird für den Hochschulstandort Triesdorf schon lange von uns gefordert. Es ist überfällig, dass eine stündliche Anbindung des Bahnhofes an den Hochschulstandort umgesetzt wird. In Randzeiten kann dies mit einem Rufbus erfolgen.

Wir fordern also eine echte Verkehrswende, die in heutigen digitalen Zeiten möglich erscheint – vom kleinen Ortsteil zum Hauptort – vom Hauptort zum Bahnhof – mit Ticket auf Handy oder ausgedruckt - von Dombühl und Wassertrüdingen nach München und Stuttgart und weiter – das wünschen wir uns im Mobilitätsbereich für die Bürger unseres Landkreises.

Wir wollen eine kreiseigene Mobilitätsberatung aufbauen, um damit die Nutzung des klimafreundlichen öffentlichen Personennahverkehrs zu steigern.

Straßen

Die Erhaltung unseres 600 Kilometer langen Kreisstraßennetzes ist eine der wichtigsten Aufgaben und Herausforderungen. Gleichzeitig ist es aber im Sinne des Klimaschutzes notwendig, die Weichen für eine Verkehrswende zu stellen. D. h. für uns, dass es keinen sechsspurigen Ausbau der A6 geben kann. Ebenso gilt es, ungezügelten Forderungen nach Umgehungsstraßen einen Riegel vorzuschieben. Ausgebaut werden muss das Fahrradwegenetz – nicht nur für den Tourismus, sondern vor allem für die Radfahrer, die in Zukunft auf diese Weise zur Arbeit gelangen (Park & Ride für Fahrräder, bessere und mehr Ladestationen für E-Bikes). Die Arbeitgeber sollten bei Planungen zum Umstieg aufs Rad unterstützt werden. Ziel ist eine deutliche Entlastung des Regionalverkehrs. In diesem Zusammenhang fordern wir die Reaktivierung von Bahnstrecken (siehe Dombühl-Nördlingen) zügig durchzuziehen.

 

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