Unser Programm für den Landkreis Ansbach bis 2026

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Unser Kreistagsflyer als PDF-Dokument zum Download hier, dort finden Sie unsere wichtigsten Forderungen und Wahlziele, sowie alle Kandidat*innen die wir zur Kommunalwahl aufgestellt hatten und für uns Richtschnur unserer Politik bis 2026 darstellt.

Jetzt für die Zukunft

Unsere Kommunalpolitik blickt nicht nur auf das Hier und Jetzt, sondern ermöglicht eine gute Zukunft für alle. Wir brauchen starke GRÜNE Politiker*innen, die im Bewusstsein unserer globalen Verantwortung lokal gute Entscheidungen auf den Weg bringen. Mit Engagement, Mut und Kreativität stehen wir für eine ökologische, weltoffene und sozial gerechte Politik.

Haushaltsrede 2021 für die Grüne Kreistagsfraktion Landkreis Ansbach

00:29 min.: Einführung, Einordnung 01:15 min.: Dank an Kreiskämmerin 02:10 min.: Wille zur Gestaltung fehlt 03:19 min.: Scheitern an den Vorgaben des bayrischen Klimagesetzes 04:01 min.: Biodiversität und Artenlandkreis Ansbach 06:30 min.: Ökologische Themen und verfehlte Anreize, politischer Skandal Autobahnausfahrt 08:20 min.: Müllvermeidung 09:13 min.: Erhalt unserer Krankenhäuser 10:58 min.: kreiseigene Pflegeheime 12:10 min.: Straße und Verkehr 14:00 min.: JobCenter, Sozialverwaltung 16:30 min.: Unsere Schulen 17:29 min.: Schlussbemerkung

Kreistagsseite


„Runter vom Gas“ im Stall und auf dem Acker!

10.02.21 –

Kreistagsfraktion.

Ein Plädoyer für eine zukunftsfähige Landwirtschaft -

Die Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte ist in einem immer schnelleren Tempo gewachsen und produziert mehr Lebensmittel und Energie als je zuvor. Tierzahl, Milchleistung und Erträge auf dem Acker kennen nur den Weg nach oben. Ein hohes Maß an Technik ist im Einsatz; Technik, die viel Geld kostet. Auch in Beton und Stahl ist viel Geld geflossen, angeheizt durch immer neue Förderprogramme und Anreizsysteme. Soja aus Übersee ermöglicht Schweine-und Geflügelmast in deutschen Ställen im großen Stil. Die konventionelle Landwirtschaft produziert Masse für globale Märkte, um wirtschaftlich zu sein.

Doch diese Märkte sind empfindlich und anfällig für Krisen (z.B. Corona) und Marktstörungen (z.B. Schweinepest oder Vogelgrippe), die sich massiv auf die Erzeugerpreise auswirken. Der Landwirt als Rohstofflieferant hat keinerlei Einfluss auf die Preisfindung und trägt so das wirtschaftliche Risiko allein. Die Verheißungen von Leuchtturmmolkereien und Global Playern im Schlachtsektor erwiesen sich für viele Betriebe als ruinös. Diese finanziellen Schwierigkeiten, Arbeitsüberlastung und fehlende Hofnachfolge lassen viele Betriebe ihre Tore für immer schließen. Großbetriebe erstarken zunächst, bis auch sie die Kleinen sind und die wachstumsorientierte Landwirtschaft Landwirt um Landwirt verliert.

Investoren steigen vermehrt in Bodenkäufe ein. In Ostdeutschland haben die Aldi Erben im vergangenen Jahr 3500 Hektar Land gekauft. Das Grundstücksverkehrsgesetz ist hier kein Hindernis und es fällt für sie weitestgehend nicht einmal Grunderwerbssteuer an. Gleichzeitig suchen innovative junge Leute, die nicht aus der Landwirtschaft stammen, aber einen Hof gründen wollen, verzweifelt nach Land. Sie haben, nicht nur in Ostdeutschland, kaum eine Chance gegen die landhungrigen Investoren. 

Weil die Prämien flächenbasiert gezahlt werden, wandert das Geld des EU-Agrarhaushalts seit Jahrzehnten von den kleinstrukturierten und um Regionalität bemühten bäuerlichen Betrieben hin zu den Großgrundbesitzern, nach dem Motto wer viel Fläche hat, bekommt viel staatliches Geld.

Nachdenkliche Bauern, die diese Vollgasfahrt nicht mehr mitmachen wollten, gründeten in den 90er-Jahren, als die EU beschloss die Bauern weltmarktfähig zu machen, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), so Isabella Hirsch, Vorsitzende der AbL Franken und Kreisrätin der Fraktion Bündnis90 Grüne in Ansbach. „Unsere Bauern hielten den Weltmarkt nie für zielführend. Allein die Tatsache, dass man Tiere mit Soja aus Südamerika füttert um Überschüsse zu produzieren, die irgendwie billig abgesetzt werden müssen, ist weder hinsichtlich Klimaschutz noch hinsichtlich regionaler Wirtschaftskreisläufe sinnvoll. Wir Bäuerinnen und Bauern wollen weder immer mehr finanzielle Verbindlichkeiten, noch wollen wir unsere Familien einem auf Dauer unmenschlichen Arbeitspensum und Risiko aussetzen. Wir wollen Mensch bleiben bei unserer Arbeit und dabei Natur und Nutztiere wertschätzend behandeln. Unsere Landwirte haben sich in vielen Bereichen Nischen gesucht – aber auch sie können nicht aus einem bestehenden System aussteigen.“

Isabella Hirsch betont, dass die Bauern nicht alleine die Schuld an den Missständen trifft. Die Landwirtschaft sei durch Verbraucher, Verpächter, Beratung, Ämter, Schulen und allen voran die Politik zu dem gemacht worden, was sie heute ist. Das Gute an der Sache sei, dass jeder Bereich Möglichkeiten hat, den dringend notwendigen Wandel mitzugestalten - aus Verantwortung für den Planeten und die uns nachfolgenden Generationen. Sauberes Wasser, gesunde Lebensmittel, weniger Fleischkonsum, regionale Kreisläufe, Vermeidung von Lebensmittelmüll, soziale Gerechtigkeit, Förderung der Artenvielfalt und ein Ende des völlig überdimensionierten Flächenverbrauchs seien die wichtigsten Ansatzpunkte. Vielfach spüre man ja schon ein Umdenken, doch sollte der Wandel schneller vorangehen, wenn es nicht zu spät sein soll um Natur und Landwirtschaft zu retten.

„Deshalb unser Aufruf an Politik und Bauern: Runter vom Gas, damit die bäuerliche, regional orientierte, ressourcenschonende Landwirtschaft der Zukunft Fahrt aufnehmen kann!“

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