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An den Bürgermeister Herrn Hans-Werner Landshuter und den Gemeinderat von 91564 Neuendettelsau Sehr geehrter Herr Landshuter, sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates, am 05.10.1999 stellten wir den Antrag gemeindliche Flächen nur an solche Landwirte zu verpachten die auf den Anbau gentechnisch veränder Pflanzen verzichten. Dieser Antrag wurde wegen des damals bestehenden Moratoriums (Anbau und Zuchtverbot) abgelehnt. Leider ist man auf EG Ebene dabei dieses Moratorium noch in diesem Jahr aufzuheben. Deshalb stellen wir heute folgenden Antrag: Der Gemeinderat möge dem Vorbild Münchens folgen und beschließen: Bei der Neuverpachtung gemeindeeigener landwirtschaftlicher Flächen und bei Verlängerung bestehender Pachtverträge werden die Pächter vertraglich verpflichtet, auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu verzichten. Begründung: Eine deutliche Mehrheit der bundesdeutschen VerbraucherInnen lehnt den Einsatz der Gentechnik im Bereich der Nahrungsmittelproduktion nach wie vor ab. Dessen ungeachtet werden zahlreiche Nutzpflanzenarten gentechnisch verändert, und immer mehr gentechnisch veränderte Sorten erreichen den Markt. Bisher wurden in Deutschland zahlreiche Freisetzungen auf kleinen Flächen zu Forschungszwecken bzw. zur Sortenprüfung durchgeführt. In den nächsten Jahren droht nun ein großflächiger Anbau vor allem von transgenem Raps, Mais und Zuckerrüben. Das, obwohl der Einsatz transgener Pflanzen in der Landwirtschaft vielfältige Risiken für die menschliche Gesundheit birgt: z.B. die Entstehung neuer Allergien, die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen bei Krankheitserregern und das Auftreten unerwünschter Inhaltsstoffe. Der damit verbundene vermehrte Einsatz von Totalherbiziden ist mit unvorhersehbaren ökologischen Risiken verbunden. So werden beispielsweise Bodenorganismen, Pflanzen und Tiere (z.B. Nützlinge wie Marienkäfer) nachweislich geschädigt. Die neuen Eigenschaften der Nutzpflanzen werden erwiesenermaßen durch Auskreuzung und Übertragung auf andere Organismen weiterverbreitet. So gibt es heute schon totalherbiziedresistent Wildkräuter (landläufig Unkräuter genannt). Anderen europäische Länder werden dem Beispiel Österreichs folgen, und sich dem Einfuhrbzw. Anbauverbote von transgener Pflanzen anschließen. Weiterhin sind Gefährdungen des konventionellen und ökologischen Landbaus zu befürchten, da eine gentechnikfreie Lebensmittelproduktion immer schwieriger zu garantieren ist und den Bauern, die ohne Gentechnik produzieren wollen die Basis entzogen wird. Aus Gründen des vorsorgenden Verbraucher- und Umweltschutzes ist der Anbau transgener Pflanzen daher abzulehnen. Eine nachhaltige, umweltschonende Alternative zur Erzeugung hochwertiger, gesundheitlich unbedenklicher Nahrungsmittel sollte oberstes Ziel sein. Die Gemeinde sollte daher auf ihren Flächen nur noch gentechnikfreie Landwirtschaft zulassen und auf die Risiken des Einsatzes der Gentechnik hinweisen. Mit freundlichen Grüßen Rainer Keilwerth
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