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Sehr geehrter Herr Schwemmbauer!
Die Bürgerinnen und Bürger von Neuendettelsau sind nicht nur durch die sog. „Giftäcker“ belastet. Seit über 2 Jahrzehnten gibt es massive Beschwerden gegen einen
Industriebetrieb (Firma Sellner), dessen Emissionen die Menschen nachhaltig belasten.
Diese Beschwerden sind dem Landratsamt bekannt!
Ich beziehe mich vor allem auf einen Schadstoff, der seit über 10 Jahren eine unzumutbare Geruchsbelästigung darstellt und auch im Verdacht steht, schwerwiegende Erkrankungen auszulösen oder zu verstärken. Es handelt sich um Monostyrol – ein Lösemittel, welches in immensen Mengen (der Unternehmer räumte die Menge von 65 kg arbeitstäglich ein!) über Neuendettelsau in der Luft verteilt wird.
Nachdem nichtöffentliche Absprachen mit der Firmenleitung in den letzten 10 Jahren zu keiner Verbesserung der z.T. katastrophalen Luftqualität geführt habe ich folgende Fragen:
Die Firma Sellner, bzw. Teile der in Neuendettelsau ansässigen Firmengruppe emittiert über einen Abluftkamin nach eigenen Angaben 65 Kilo Monostyrol arbeitstäglich.
- Ist diese Mengenangabe nachprüfbar korrekt?
- Wenn Nein, welche Menge entspricht in etwa der Realität?
- Ab welchen Mengen müsste die Firma, nach aktueller Rechtslage, eine Abluftbehandlungsanlage installieren?
- Ist es richtig, dass die unter Verwendung von Styrol produzierten Fahrzeugteile in Wagen für den amerikanischen Markt – aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht eingebaut werden?
- Werden die den Emissionen ausgesetzten Mitarbeiter regelmäßig ärztlich untersucht?
Derzeit findet in der Firma Sellner eine Untersuchung durch die LGA Nürnberg statt, um zu prüfen, ob es sich bei der kritisierten Technik um eine immisionsschutzrecht-lich genehmigungspflichtige Anlage handelt. – Ist es richtig, dass die Firma selbst die LGA beauftragt hat?
- Und ist es weiter richtig, dass derzeit etwa die Hälfte der Belegschaft im Urlaub ist?
- Können unter diesen Bedingungen überhaupt realistische Messungen durchgeführt werden, die zu korrekten Ergebnissen führen?
Sehr geehrter Herr Landrat, wenn in den letzten 10 Jahren (hochgerechnet von den eingeräumten 65 kg Styrol arbeitstäglich) zirka 130 Tonnen dieser Substanz über Neuendettelsau verteilt wurden, ist es höchste Zeit zu handeln.
Und zwar im Interesse der Bürgerinnen und Bürger die ein Recht auf eine gesunde Atemluft haben, aber auch das Recht, sich in ihrer Freizeit ohne unzumutbare Geruchsbelästigung im Freien aufzuhalten sowie in der Nacht sich zu erholen, ohne durch die Abgase aus dem Schlaf gerissen zu werden.
Ebenso ist es im Interesse der Behörden, diese Geruchsbelästigungen abzustellen, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, halbherzig und zu spät reagiert zu haben.
Ich bedanke mich für Ihre Mühen.
Mit freundlichen Grüßen
Dieter Bachmann
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