Mehr Mut zu alternativen Verkehrs- und ÖPNV-Konzepten!
Grüne lehnen Beschluss des Stadtrats zum neuen Stellplatzschlüssel
von Studentenappartements und Wohnungen ab
„Parken: Kaum Entlastung in Sicht“ FLZ vom 19./20.5.2012
Keine Lösung für die angespannte Parkplatzsituation rund um die
Fachhochschule und in der Innenstadt sehen die Ansbacher Grünen – Ortsverband
wie Stadtratsfraktion – in dem vom Stadtrat gegen die Stimmen der Grünen
gefassten Beschluss, den Stellplatzschlüssel bei Studentenappartements von ½
auf 1 zu erhöhen. Ebenso halten sie die beschlossene Grenze der Wohnungsgröße
von 90 m², ab der 2 Stellplätze nachgewiesen werden müssen, für zu gering. Die
Grüne Stadtratsfraktion hatte sich einstimmig für eine Anhebung der Grenze auf
100 m² ausgesprochen. Nach Meinung der Grünen geht damit nur unnötigerweise
wertvoller Wohnraum zugunsten von Stellplätzen verloren. „Man könnte den Eindruck
gewinnen, die Lebens-, Wohn- und Bildungsqualität in Ansbach sei proportional
abhängig von der Anzahl der zur Verfügung gestellten Stellplätze“ kommentierte
Stadträtin Beate Krettinger bereits während der Sitzung die von Seiten der CSU
und SPD zum Teil hitzig geführte Diskussion.
Die Kontrollen der Anwohnerparkplätze im Rügländer Viertel gerade zu
Semesterbeginn zu verstärken, betrachten die Grünen als notwendige, aber nur
vorübergehende Lösung. Als echte Alternative für noch mehr Parkplätze setzen
sie hingegen auf ein alternatives, vielschichtiges Verkehrsangebot, mit dem
die Anzahl der Autos im Stadtgebiet Ansbach insgesamt verringert werden kann.
Daher begrüßen sie auch das von der Oberbürgermeisterin in Aussicht gestellte
Mobilitätskonzept, das gemeinsam mit der FH auf den Weg gebracht werden soll.
Dies müsse nach Meinung von Bündnis 90/ Die Grünen aber mehr enthalten als nur
für Studierende reservierte Stellplätze im Brückencenter. „Bessere Radwege,
Park&Ride-Angebote im städtischen Außenbereich oder direktere Buslinienführungen
in Ansbach gehören mit dazu“ führt die Sprecherin des Ortsverbands, Eva Schmid,
die Ideen der Grünen auf. Ein Wechsel vom Auto auf Fahrrad, Bus oder Zug müsse
noch viel attraktiver beworben werden, fordern die Grünen. Als einen weiteren
wichtigen Baustein zu weniger Parkplatzproblemen sehen sie auch das neue
Car-Sharing-Angebot an, das unter Mitwirkung der Grünen in Ansbach eingeführt
wurde.
„Die CSU vertritt mit ihrer Forderung nach mehr Parkplätzen und
weniger Bussen auf jeden Fall die Vorstellungen einer rückwärtsgewandten
Verkehrspolitik, in der eine attraktive, benutzerfreundliche Mobilität auf der
Strecke bleibt“ sind sich Ortsverband und Stadtratsfraktion einig.
Für den Ortsverband
Eva Schmid
Für die Stadtratsfraktion
Beate Krettinger
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