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Rainer Keilwerth (Gemeinderat) Mausendorfer Weg 5 91564 Neuendettelsau Herrn Prof. Dr. Klaus Raschzok Herrn Pfarrer Gerhard Monninger Herrn Pfarrer Dr. Hermann Ruttmann Frau Ulrike Spring, Umweltreferentin Neuendettelsau, 25.01.2007 "Heizen mit Weizen" – Studientag am 20.01.2007 Sehr geehrte Damen und Herrn, so erfreut wie ich über die Einladung zum Seminartag "Heizen mit Weizen?" war, so enttäuscht war ich am Ende dieses Tages. Glaubte ich doch wirklich bis zum Statement von Pfarrer Dr. Ruttmann ( "Wir werden in Neuendettelsau eine Getreideverbrennungsanlage errichten!), dass die Augustana Hochschule und die Kirche an einem echten Dialog und an einer ökologisch orientierten Meinungsfindung interessiert sind. Statt dessen scheint aber, unter dem angeblichen Druck der finanziellen Lage, schon längst eine Entscheidung gefallen zu sein. Doch nun der Reihe nach: Erfreulich ist die Tatsache, dass während des Seminartages unmissverständlich deutlich gemacht wurde, dass niemand von Ihnen Semmeln also Speisegetreide verheizen will. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass man mit einer Pilotanlage für Getreideverbrennung Türöffner für spätere Weizenverbrennungsanlagen sein wird. Zum Anderen fand ich den Vortrag von "CARMEN" insofern ehrlich, als in ihm doch sehr deutlich auf die enormen Probleme einer Getreideverbrennung hingewiesen wurde (Schlackebildung, Preisentwicklung, aber vor allem erhöhte Schadstoffemissionen insbesondere auch Feinstäube). Das machte für mich eines deutlich: Sicher gibt es Getreide welches für den menschlichen oder tierischen Genuss ungeeignet, aber wegen des hohen Energiegehaltes zu schade für die Deponie ist. Dieses Getreide kann sicher in jedem großen Heizkraftwerk mit entsprechend aufwändiger Abgasreinigung mitverbrannt werden. Warum aber ausgerechnet die Kirche in Neuendettelsau eine "Minimüllverbrennungsanlage" errichten muss deren Abgase man zwar (so "C.A.R.M.E.N") in den Griff bekommen wird, welche aber dennoch gewaltig über den jetzigen Emissionen liegen werden, ist mir unbegreiflich. – Ist das ein Fortschritt in Richtung Nachhaltigkeit? Nun noch mal zur ethischen Frage: Dass das Verbrennen einer Unmenge von Heizöl zur Wärmegewinnung angesichts der noch verbleibenden Ressourcen weder wirtschaftlich noch ethisch vertretbar ist uns allen bewußt. Ist es aber im Gegenzug dazu ethisch vertretbar die gleiche Energiemenge in Form von Getreide in unsinniger Weise zu verschwenden ? Oder wäre es nicht doch oberstes Gebot so sparsam wie möglich mit jeglicher Art von Energie umzugehen? Ist eine Sanierung der Gebäude mit entsprechender Wärmerückgewinnung und die damit verbundene Minimierung des Energieverbrauches nicht doch das Gebot der Stunde? Kann die Kirche mit dieser Vorgehensweise nicht eher die Vorbildfunktion erfüllen von der Herr Dr. Ruttmann gesprochen hat? (Leider könnten Sie dann aber keine Getreideverbrennung mehr bauen weil Sie die Menge an Wärme dann nicht mehr benötigen.) Zum Abschluss noch einmal die Bitte: Lassen Sie sich von einem erfahrenen Architekturbüro ein Gesamt-Sanierungskonzept erstellen und verschonen Sie Neuendettelsau mit einer wie auch immer gearteten Feinstaubschleuder. Wir sind durch die Autobahn wahrlich schon genug belastet. Weiterhin jederzeit Gesprächsbereit verbleibe ich mit freundlichen Grüßen ( Rainer Keilwerth ) PS: Sie wissen sicher, dass die KFW ab heuer ein Programm zur Förderung von energetischer Sanierung für Schulen und Kindergärten mit Zinsen ab 1,95% aufgelegt hat. Wäre das kein Anreiz? |