22.03.2014

Unser Ortsverband bei der Energiewende-Demo am 22.03.14

von links: Gabriele Müllender, Kreistagsabgeordnete aus Rothenburg o.d.T.; re: Bernhard Wagner, OV Merkendorf

In mehreren deutschen Städten haben am 22. März mehrere Zehntausend Menschen alle Altersgruppen friedlich und bunt dafür demonstriert, dass die Energiewende nicht weiter gebremst, sondern beschleunigt und mit besseren Konzepten umgesetzt wird. Das betrifft sowohl die Stromversorgung, als auch andere Bereiche wie Wärmeversorgung von Gebäuden im Winter, sowie Transport und Verkehr.

Dabei ging es um Energiesparen und Effizienzsteigern ebenso wie um Atomausstieg und Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, insbesondere der Braunkohle. Unter anderem wurde auf die versteckten Kosten der bisherigen Energiewirtschaft hingewiesen, die in keiner Strom- oder Heizölrechung enthalten sind, etwa Folgen von Wetterextremen, die  aufgrund des Klimawandels nachweislich seit Jahren weltweit zunehmen, als auch die aktuellen und potentiellen Kosten der Atomwirtschaft. Dazu gehören beispielsweise die Kosten für 1 Mio. Jahre sicherer Lagerung des Atommülls, einschließlich der vielen Tonnen verstrahlterBauteile der einst rückzubauenden Atomkraftwerke. Ein GAU in Deutschland würde laut neueren Berechnungen mindestens Kosten in

Höhe von 1 Billion Euro verursachen. Im schwedischen AKW Forsmark wäre es übrigens vor wenigen Jahren beinahe zu so einem GAU gekommen.

Es wurden in den Redebeiträgen auch Möglichkeiten vorgestellt, wie der Strompreis nicht einmal weiter steigen müsste, trotz einer Verdoppelung des Wind- und Solar-stroms, unter anderem indem die hohen teils sogar gesetzl. garantierten Gewinne (sogar bis 10%) der Netzbetreiber gesenkt würden. Nicht zuletzt können auch bisherige Subventionen für Atom- und Kohlestrom gesenkt werden, so dass dann zur Förderung von Enereuerbaren mehr Spielraum bleiben würde.

Aufgerufen zur Kundgebung hatten verschiedene Umweltverbände und Parteien, so etwa der Bund für Umwelt- und Naturschutz, das Ökoinstitut München und auch Bündnis 90/Die Grünen.

Auch unser Ortsverband Merkendorf war mit Bernhard Wagner vertreten (Foto, mit Kreistagsabgeordneter Gabi Müllender)  Mit dem Bayernticket ging es früh nach München, dort per U-Bahn nach Fröttmaning zum großen Windrad an einem Müllberg. Obwohl übrigens unten kaum ein Wind zu verspüren war, drehten sich die Rotorblätter des großen Windrades mit ansehnlicher Geschwindigkeit. Dazu schien am Anfang sogar bei blauem Himmel noch die Sonne, erst später kammen ein paar Wolken auf, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat. Nicht zuletzt wurde auch darauf geachtet, dass nach der Kundgebung möglichst kein Müll herumlag, woran sich alle auch vorbildlich gehalten haben.

Nicht zuletzt gab es auch ganz persönliche Gespräche mit anderen Teilnehmern. So hat sich Bernhard etwa mit einem Physiker unterhalten, der überzeugend darlegte, dass viele Bedenken wegen angeblicher Gesundheitschäden von Windrädern, etwa wegen Infraschall, eher an Aberglauben grenzen, als rational begründbar zu sein. Sogar der Wind, der durch den Wald pfeift oder die Fahrzeuge einer Bundesstraße erzeugen beispielsweise mehr Infraschall als ein großes Windrad; und manche angebliche Strahlung ist aus wissenschaftlicher Sicht schlichtweg reine Fantasie, bzw. Panikmache, von der sich leider allzu viele Leute anstecken lassen. Ähnliches gilt für manche vermeintlichen Folgen von Gleichstromleitungen, auch wenn aus anderen Gründen die eine oder andere Stromtrasse durchaus infragegestellt werden kann, und eine stärker de-zentral ausgerichtete Energiewende auch in dieser Hinsicht Vorteile hat, was aber offshore Wind-Parks für Industrie- und Ballungsräume v.a. im Norden und der Mitte Deutschlands nicht ausschließt.

Die breite Medienberichterstattung wird hoffentlich auch viele Menschen, die nicht dabei waren, zum Nachdenken und Handeln

anregen. Eine große zentrale Energiewende-Demo ist in wenigen Monaten geplant: www.energiewende-demo.de