Pressemitteilung vom 25.11.2014

Aufnahme von Flüchtlingen in Dinkelsbühl

Bündnis 90 / Die Grünen stellen Antrag in nächster Stadtratssitzung

Ausdrücklich begrüßt und unterstützt wird von den Dinkelsbühler Grünen die Aufforderung der SPD, in Dinkelsbühl aktiv nach Unterkünften für die Aufnahme von Flüchtlingen zu suchen, wie dies im Presseartikel der FLZ vom 22.11.2014 zum Ausdruck gebracht worden ist. Bereits am 16.11.2014 ist  von Seiten der Grünen ein gleichlautender Antrag zur Behandlung in der Stadtratssitzung am 26.11.2014 gestellt worden. Die Verwaltung der Großen Kreisstadt Dinkelsbühl soll damit aufgefordert werden, geeignete Gebäude in Dinkelsbühl zu suchen, die dem Landkreis Ansbach für eine mögliche "Notaufnahme" von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden können.

In Zeiten, in denen Millionen von Menschen gezwungen sind, vor Krieg und Gräueltaten zu fliehen  und ohnehin nur ein sehr kleiner Teil von ihnen in Deutschland ankommt, ist es eine humanitäre Pflicht, diesen Menschen eine angemessene und menschenwürdige Aufnahme zu gewähren. Dinkelsbühl ist eine der einwohnerstärksten Gemeinden im Landkreis, beherbergt bislang aber trotzdem keine Asylbewerber. Andere, teilweise weitaus kleinere Kommunen haben sich dieser Aufgabe erfolgreich gestellt und wurden dabei durch das  erfreuliche und  bewunderswerte Engagement der Bevölkerung unterstützt. Dinkelsbühl hat eine hervorragende Infrastruktur an Wohnraum, Schulen, Kindertagesstätten, sozialen Einrichtungen und medizinischer Versorgung und von daher schon günstige Voraussetzungen. An Engagement, Hilfsbereitschaft und Toleranz seitens der Bürgerschaft steht Dinkelsbühl anderen Gemeinden sicherlich nicht nach.     

Der 100. Jahrtag seit Ausbruch des ersten Weltkriegs und das Glück seit nahezu 70 Jahren in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben zu dürfen, sollte nicht nur Anlass für Reden und Gedenkfeiern, sondern für tätige Hilfe an Jenen sein, denen dies nicht vergönnt ist.

Lese- und Chansonabend am 24.05.2014

 Zu einem Abend " Zwei Leben - Eine Vision" lädt der Ortsverband von Bündnis 90 / Die Grünen am Samstag, 24.05.2014 um 19.30 Uhr in den Konzertsaal Dinkelsbühl ein.

Der Lese- und Chansonabend nimmt Bezug auf den 100. Todestag Bertha von Suttners am 21.06.2014 und auf den Beginn des Ersten Weltkriegs am 28.07.1914.
In der Lesung von Miriam Gesswein und Karl Müller hören die Besucherinnen und Besucher Ausschnitte aus von Suttners Roman "Die Waffen nieder" und aus Erich Maria Remarques wichtigstem Werk "Im Westen nichts Neues", in dem er die unvorstellbaren Leiden der Soldaten im Ersten Weltkrieg schildert. Chansons von Bert Brecht, Marlene Dietrich und Zara Leander, gesungen von Miriam Gesswein und begleitet von Michael Plangg am Klavier, runden den Abend ab.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Bertha Baronin von Suttner, österreichische Friedensforscherin, Pazifistin und Schriftstellerin, wurde 1905 als erste Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ihr Roman "Die Waffen nieder", in dem sie die Schrecken des Krieges aus der Sicht einer Ehefrau erzählt, erregte im Erscheinungsjahr 1889 auch außerhalb des deutschsprachigen Raums großes Aufsehen. Die maßgebliche Vorbereitung und Teilnahme an mehreren internationalen Friedenskonferenzen, Kontakte zu den Mächtigen in Politik und Wirtschaft der damaligen Zeit und ihre umfangreiche Vortragstätigkeit in Europa und den USA machten sie zu einer der bekanntesten Vertreterinnen der Friedensbewegung. Gleichwohl gelang es ihr und der internationalen Pazifismusbewegung nicht, die Nationen zur friedlichen Lösung von Konflikten zu bewegen. Sie erlag am 21.Juni 1914, wenige Wochen vor Ausbruch des ersten Weltkriegs, vor dem sie immer gewarnt hatte, einem Krebsleiden. Als ihre letzten Worte sind überliefert: "Die Waffen nieder! Sag´s vielen, vielen."

Erich Maria Remarques Romane thematisieren ganz überwiegend die Grausamkeit des Krieges, die er selbst als neunzehnjähriger Soldat im Ersten Weltkrieg erfahren hatte. Seine Arbeiten wurden in Deutschland als "schädliches und unerwünschtes Schrifttum" zunächst verboten und 1933 öffentlich verbrannt. Im gleichen Jahr emigrierte er in die Schweiz, später in die USA. Zu einem seiner bekanntesten Werke gehört der Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues".